Fairer Kaffee segelt mit Brigantes

Es hat etwas Romantisch-Nostalgisches: Ein elegantes Segelschiff gleitet durch’s Meer, die Segel sind vom Wind prall gebläht, kleine Wellen bringen das Schiff leicht zum Schaukeln, an Bord tummeln sich ein paar Seeleute, während unter Deck säckeweise schwarzes Gold in Form duftender Bohnen lagert.

Segel statt Schweröl: Brigantes segelt emissionsfrei

Fairer Kaffee segelt mit Brigantes
Fairer Kaffee segelt mit Brigantes (Foto: H. P. Bleck / FTS Archiv)

Mit Nostalgie hat dieses Bild dabei gar nichts zu tun. Das Segelschiff gibt es wirklich und es transportiert tatsächlich Kaffee aus Lateinamerika nach Europa. Völlig emissionsfrei, fair gehandelt. Zwei Österreicher haben es sich auf die Segel – pardon, Fahnen – geschrieben, den Warentransport zu revolutionieren. 

Der Ist-Zustand strotzt vor Dreck

Viele der für uns alltäglichen Waren werden auf Frachtschiffen transportiert. Diese werden in der Regel mit Diesel betrieben. Containerschiffe, Frachter, Öltanker, Kreuzfahrtschiffe… sie alle  stoßen Unmengen an Schadstoffen aus. Die 15 größten bringen es zusammen auf ebenso viele Schadstoffe wie 750 Millionen Autos, errechnete der Naturschutzbund Deutschland in einer Studie. Aus diesem Grund gilt die Schifffahrt als das schmutzigste Gewerbe der Welt.

Der Soll-Zustand ist ein ehrgeiziges Ziel

Besser machen will es das österreichisch-italienische Projekt „Brigantes“ und setzt auf Windkraft statt Dieselantrieb. Die Segelfracht wird dabei komplett emissionsfrei nach Europa geschippert. 

Derzeit befindet sich die „Brigantes“ zur Restauration in der Werft in Sizilien. Doch bereits Ende 2018 soll das Segelschiff in See stechen und dann Waren – hauptsächlich Säcke mit Kaffee und Kakao aus fairem Handel und Bio-Anbau – zwischen dem Mittelmeer und Lateinamerika transportieren. Bis zu 160 Tonne wird die Brigantes laden können.

 Die Vision: Warentransport mit dem Segelschiff

Gemeinsam für weniger Emission

Die Brigantes oder besser das Unternehmen dahinter gehört zu einem Zusammenschluss (Sail Cargo Alliance) verschiedener Segeltransporteure mit dem Ziel, „eine gesunde Transportkultur zu schaffen, die den Erhalt der Umwelt für kommende Generationen fördert.“

Finanzierung durch Crowd-Investment

Für die Finanzieren setzen die Initiatoren Oscar und Daniel Kravina auf Spenden und Crowd-Investing: Anteile der Firma und des Schiffes können gekauft werden, um das Projekt zu unterstützen und sich am Gewinn zu beteiligen. 800 von insgesamt 1600 Firmenanteilen bieten die Gründer zu jeweils 1000 Euro zum Kauf an.