Nice To Not Have [1]: Alufolie

In der Serie „Nice to not have“ zeigen wir Dinge, auf die ein Green Chef ruhig verzichten kann. Mal offensichtlich, mal überraschend. Heute: Alufolie.

Dafür.
Warum Alufolie toll ist

Es geht so fix: Die Reste schnell in Alufolie gewickelt, die Schüssel schnell damit abgedeckt, für Take-Away-Food oder zur Aufbewahrung. Sie hält Keime fern und Wärme drin. Sie ist formbar, flexibel, und gefügig wie Wachs in meinen Händen. Kurzum: Der silberne Knister-Mantel ist einfach praktisch.

Dagegen.
Warum Alufolie schlecht ist

  1. Nice to not have: Alufolie (Foto: Pixabay)Energieaufwand: Aluminium, und damit auch Alufolie, ist bis in die Spitzen vollgepumpt mit Energie. Man sagt, zur Herstellung von einer Tonne Aluminium benötigt man etwa so viel Energie, wie ein Familienhaushalt in 3-4 Jahren verbraucht.
  2. Ressourcenproblem: Aluminium steckt in einem Erz, dem sogenannten Bauxit. Bauxit kommt  vor allem in Regenwaldregionen vor, zum Beispiel in Brasilien. Um das Bauxit zu fördern, muss demnach viel Regenwald abgeholzt werden.
  3. Umweltrisiko: Bei der Produktion von Aluminium fällt in großen Mengen Rotschlamm an. Der enthält unter anderem Blei und Quecksilber – ist also extrem giftig. Nicht selten landet dieser Rotschlamm einfach in Flüssen und Seen. Die bessere Lösung sind Rotschlammdeponien, doch auch die sind unsicher: So  brach 2010 in Ungarn der Damm einer solchen Deponie. Mehrere Dörfer wurden von Schlammlawinen überflutet.
  4. Gesundheitsrisiko: Aluminium steht im Verdacht, Krebs und Alzheimer zu begünstigen. Zudem soll es das Nervensystem sowie den Knochenstoffwechsel schädigen können und sich auf Ungeborene negativ auswirken können. Speisen, die in Alufolie eingewickelt sind, können das Aluminium aufnehmen und somit gesundheitsschädlich werden.

Aber ich kann doch nicht ohne!?
Lösungen.

Selbst wenn wir es könnten: Wir wollen kein Alu-Verbot aufstellen. Vielmehr soll unsere Nice To Not Have-Liste dazu anregen, sich Gedanken zu machen. Was kann ich also tun?

  1. Verbrauch minimieren: Manchmal geht’s nicht anders; die Alufolie muss her. Wer sie bewusst einsetzt und sich Gedanken macht, ob es nicht doch eine Alternative gibt, der hat schon viel gewonnen.
    Wenn die Folie nicht grade völlig verschmiert ist und allen Hygienevorschriften trotzt, lässt sie sich häufig auch mehrfach verwenden.
  2. Recycling: Aluminium lässt sich recyclen – nicht umsonst zahlen wir in Deutschland Dosenpfand. Allerdings ist es gar nicht so einfach, Alufolie aus Recycling zu finden. Ein Produkt ist die Alufolie des Herstellers I You Care.
  3. Alternativen: In aller Regel setzen wir aber schlichtweg auf Mehrweg statt Folie. Zur Aufbewahrung und zum Transport von Speisen bieten sich Dosen und Boxen an. Auch Gläser sind wahre Wunder, sie eignen sich sogar zum Einfrieren. Um Schüsseln abzudecken tut es oft auch ein Teller. Und wenn es doch Folie oder Verpackung sein soll, dann gibt’s umweltfreundliche Alternativen, wie zum Beispiel die plastikfreie Folie Bee’s Wrap oder Papiertüten.

War noch was?

Ja. Alu gibt’s natürlich nicht nur in Folienform. Die Probleme, die mit Aluminium einhergehen, gelten genauso für andere Aluprodukte.

Nice to Not Have: Aluminium (Fotos: Pixabay)

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