Schweizer „saugen“ CO2 aus der Luft

Schweizer Start-Up Climeworks saugt CO2 aus der Luft
Schweizer Start-Up Climeworks saugt CO2 aus der Luft

Was wäre, wenn CO2 einfach so aus der Luft abgesaugt werden könnte? Und was wäre, wenn das abgesaugte Gas an anderer Stelle dann total sinnvoll von Nutzen sein könnte? Damit ließe sich das Klimaproblem zumindest teilweise lösen! So, und nun Applaus für das Züricher Start-up Climeworks.

Die Jungs und Mädels haben nämlich eine Art Schwamm entwickelt, mit dem Kohlenstoffdioxid abgesaugt werden kann. Diesen geben sie an einen Gemüsezüchter weiter, der damit seinen Gewächshauspflanzen etwas Gutes tut. Auch denkbar: Der Weiterverkauf des Gases an Getränkehersteller, um prickelnde Blubberblasen in die Brause zu bekommen.

Negative Emission: Filteranlage saugt CO2 aus der Luft

14 Gewächshäuser werden mit gefiltertem CO2 von Climeworks beliefert
14 Gewächshäuser werden mit gefiltertem CO2 von Climeworks beliefert

Im Schweizerischen Hinwil rödelt auf dem Dach einer Müllverbrennungsanlage die erste Rückgewinnungsanlage für Kohlenstoffdioxid fröhlich vor sich hin. Sie saugt CO2 aus der Umgebungsluft ab. Die Technologie ist revolutionär und könnte zumindest einen Teil des Klimaproblems lösen. Denn die Anlage soll im Jahr bis zu 900 Tonnen Kohlenstoffdioxid absorbieren und dann anderweitig nutzbar machen. Einen Großteil des gewonnen Kohlenstoffdioxids kauft beispielsweise eine benachbarte Gärtnerei, um sie ihren Pflanzen im Gewächshaus zuzuführen. Auch die Getränkeindustrie ist an dem Rohstoff interessiert.

Climeworks tüftelt auch bereits an einer Lösung, um Kohlenstoffdioxid als klimaneutralen Kraftstoff nutzbar zu machen.

CO2 für grüne Gewächshäuser und mehr Bläschen in der Brause

18 CO2-Kollektoren saugen die Luft mit großen Ventilatoren an. Im Innern der Anlage befindet sich ein patentierter Filter, der die Kohlenstoffdioxid-Moleküle wie ein Schwamm bis zur Sättigung aufnimmt. Das Gas wird anschließend bei etwa 100 °C aus dem Filter herausgelöst und unter Druck verflüssigt, damit man es lagern kann.

Da so eine Anlage natürlich Energie benötigt, haben die Entwickler sich auch etwas Pfiffiges einfallen lassen. Sie nutzen dafür einfach die Abwärme der Müllverbrennungsanlage.