Vom Unkraut zum Tellerstar: Die Brennnessel

Zu Unrecht wird die Brennnessel ist Unkraut deklariert. Dabei ist sie doch ein wahrer Kosmopolit und kommt überall auf der Erde vor. Ihr Auftauchen ist ein klares Zeichen von stickstoffreichem Boden. Insgesamt umfasst die Familie der Brennnessel 45 verschiedene Arten – höchste Zeit also, ihre Bedeutung auch in der Küche zu würdigen. Wie praktisch, dass die Brennnessel gerade Saison hat!

Vielseitiges Küchenkraut: Die Brennnessel

Die Brennnessel ist nicht nur vielseitig und ganzheitlich einsetzbar, sie trumpft auch mit guten Eigenschaften wie einem hohen Vitamin C Gehalt und als natürliches Konservierungsmittel auf.

Natürlicher Haltbarmacher

Vom Unkraut zum Tellerstar - Die Brennnessel

Die Brennnessel enthält in ihren Blättern einen Wirkstoff, der Bakterien in ihrem Wachstum hemmt. Früher gab man daher in frisch gemolkene Milch eine Handvoll Brennnesselblätter, um sie länger haltbar zu machen. Auch manche Lebensmittel wie Frischfleisch oder Fisch wurden früher in die Blätter von Brennnesseln eingewickelt aufbewahrt, um ihre Haltbarkeit zu verlängern.

Reich an Vitamin C

Das Gartenunkraut enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und ist zudem reich an Mineralien wie Eisen, Kalium und Magnesium und sekundären Pflanzenstoffen wie den Flavonoiden. Die Flavonoide sorgen zusammen mit dem Kalium für die entwässernde Wirkung der Blätter. Überraschenderweise sind Brennnesseln auch eiweißreich, sodass die Blätter durchaus Mehrwert haben und es sich lohnt, sie in der Küche auszuprobieren.

Eiweißbombe

Ein Kilogramm frische Brennnesselblätter enthalten ähnlich viel Eiweiß wie die gleiche Menge frische Hülsenfrüchte, nämlich bis zu 8 Prozent. Auch die Samen sind essbar und werden geröstet geknabbert.

Brennnessel – Leaf to Root

Die Samen der (weiblichen) Pflanzen können bis zum ersten Frost geerntet werden. Dafür einfach die Samenstände abschneiden und die Samen davon mit den Fingern abstreifen. Im Backofen oder in der Pfanne geröstet sind die Brennnesselsamen bestens geeignet als nussiger Snack oder Topping.

Brennnesselblätter sind in der Verwendung ähnlich wie Spinat, damit lassen sich aber auch Salate verfeinern oder Saucen zubereiten. Gehackt runden die Blätter auch Kartoffelpüree ab oder würzen Fleisch und Fisch.

Amuse Geule: Brennnessel im Bierteig

Unsere Empfehlung für eine schnelle und außergewöhnliche Vorspeise zum Aperitif: in Bierteig ausgebackene Brennnesselblätter. Dafür die Blätter waschen und trocknen. Aus Mehl, Ei, Bier, Pfeffer und Salz den BIerteig zubereiten, darin die abgetrockneten Blätter eintauchen (dabei am Stiel anfassen) und anschließend knusprig frittieren.