Zero Waste: Müll vermeiden statt nur trennen

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In der Gastronomie ist das Thema Abfallvermeidung wichtiger denn je. Zero Waste bedeutet, Müll nicht nur zu trennen, sondern ihn von vornherein zu vermeiden. Durch praktische Lösungen und kreative Ansätze können Gastronomiebetriebe ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren und gleichzeitig Kosten sparen.

Die Philosophie hinter Zero Waste

Zero Waste basiert auf der Idee, dass Abfall nicht einfach entsorgt, sondern als Ressource betrachtet werden sollte. Ziel ist es, so viel wie möglich zu recyceln, wiederzuverwenden oder zu kompostieren. Indem wir den gesamten Lebenszyklus von Lebensmitteln betrachten, können wir Strategien entwickeln, um Abfall zu minimieren und nachhaltiger zu wirtschaften.

Praktische Lösungen für weniger Abfall

Einkaufsplanung und Portionierung: Eine sorgfältige Planung des Einkaufs und der Portionierung kann helfen, Überproduktion und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Durch die Analyse von Verkaufszahlen und saisonalen Produkten können Betriebe ihre Bestellungen optimieren.

Kreative Verwendung von Resten: Anstatt Reste wegzuwerfen, können sie in neue Gerichte integriert werden. Beispielsweise können Gemüsereste für Brühen oder Saucen verwendet werden, während übriggebliebenes Brot in Croutons oder Pudding verwandelt werden kann.

Kompostierung: Die Einführung eines Kompostsystems für organische Abfälle ist eine effektive Möglichkeit, Abfall zu reduzieren. Kompost kann dann zur Düngung von Pflanzen im eigenen Betrieb oder in der Umgebung verwendet werden.

Nachhaltige Verpackungen: Der Umstieg auf wiederverwendbare oder biologisch abbaubare Verpackungen kann den Abfall erheblich reduzieren. Kunden sollten ermutigt werden, eigene Behälter mitzubringen, um To-Go-Gerichte zu transportieren.

Schulung des Personals: Das Bewusstsein für Zero Waste sollte im gesamten Team verankert werden. Schulungen und Workshops können Mitarbeitende dazu ermutigen, innovative Ideen zur Abfallvermeidung zu entwickeln und umzusetzen.

Fazit

Zero Waste in der Gastronomie erfordert ein Umdenken und kreative Lösungen, die über die bloße Mülltrennung hinausgehen. Indem wir Abfall an der Quelle vermeiden und unsere Ressourcen effizient nutzen, können wir nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch unser Geschäft nachhaltig stärken. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, die Gastronomie zu einem Vorreiter in der Abfallvermeidung zu machen!

Kreislaufwirtschaft in der Gastronomie

Kreislaufwirtschaft - Adobe Stock

In der Gastronomie bietet die Kreislaufwirtschaft eine innovative Möglichkeit, Ressourcen effizient zu nutzen und Abfall zu minimieren. Durch Konzepte wie das Nose-to-Tail-Prinzip und die vollständige Verwertung von Lebensmitteln können wir nicht nur nachhaltiger arbeiten, sondern auch unsere Gäste begeistern.

Das Nose-to-Tail-Prinzip

Das Nose-to-Tail-Prinzip bedeutet, dass bei der Verarbeitung von Tieren alle Teile genutzt werden – vom Kopf bis zum Schwanz. Dies fördert nicht nur eine verantwortungsvolle Tierhaltung, sondern reduziert auch Lebensmittelverschwendung. Köche sind gefordert, kreativ zu sein und neue Gerichte aus weniger beliebten Teilen zu entwickeln. So entstehen nicht nur innovative Speisen, sondern auch ein Bewusstsein für die gesamte Tierverwertung.

Vollständige Verwertung von Lebensmitteln

Die vollständige Verwertung von Lebensmitteln geht über das Nose-to-Tail-Prinzip hinaus. Hierbei werden auch pflanzliche Produkte in ihrer Gesamtheit genutzt. Schalen, Stängel und andere Teile, die oft als Abfall betrachtet werden, finden ihren Platz in der Küche. Durch Fermentierung, Pürierung oder als Basis für Brühen und Saucen können diese Teile in köstliche Gerichte verwandelt werden. Dies trägt nicht nur zur Reduzierung von Abfall bei, sondern bereichert auch das kulinarische Angebot.

Kreative Ansätze in der Gastronomie

Immer mehr Gastronomiebetriebe setzen auf kreative Ansätze, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Dazu gehören beispielsweise die Zusammenarbeit mit lokalen Bauern, die Rückführung von Küchenabfällen in den Kompost oder die Nutzung von Resten für neue Gerichte. Solche Initiativen schaffen nicht nur ein positives Image, sondern ziehen auch umweltbewusste Gäste an, die Wert auf verantwortungsvollen Konsum legen.

Fazit

Die Implementierung von Kreislaufwirtschaft in der Gastronomie ist ein Schritt in die richtige Richtung, um Ressourcen zu schonen und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Durch das Nose-to-Tail-Prinzip und die vollständige Verwertung von Lebensmitteln können wir nicht nur unsere Umwelt schützen, sondern auch die Kreativität und Vielfalt in der Küche fördern. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, die Gastronomie nachhaltiger zu gestalten und unseren Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten.

Energie und Ressourcen: Kleine Schritte, große Wirkung

Energie und Ressourcen - Adobe Stock

In der Gastronomie können selbst kleine Maßnahmen zur Einsparung von Energie, Wasser und Verpackungen eine große Wirkung entfalten. Durch gezielte Strategien und innovative Ansätze können Gastronomiebetriebe nicht nur ihre Kosten senken, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Strom sparen

Energieeffiziente Geräte: Der Einsatz von energieeffizienten Küchengeräten (z. B. mit dem Energy Star-Siegel) kann den Stromverbrauch erheblich reduzieren. Moderne Geräte verbrauchen weniger Energie und tragen zur Senkung der Betriebskosten bei.

Beleuchtung optimieren: Der Umstieg auf LED-Beleuchtung spart nicht nur Energie, sondern verbessert auch die Lichtqualität in der Gastronomie. Zudem sollten Lichtquellen in ungenutzten Bereichen automatisch abgeschaltet werden.

Regelmäßige Wartung: Eine regelmäßige Wartung von Geräten und Anlagen sorgt dafür, dass diese effizient arbeiten. Dichtungen an Kühlschränken und Gefriertruhen sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Wasser sparen

Wassersparende Armaturen: Der Einbau von wassersparenden Armaturen und Duschköpfen kann den Wasserverbrauch erheblich reduzieren. Diese Geräte sind einfach zu installieren und tragen zur Kostensenkung bei.

Recycling von Wasser: In einigen Betrieben kann Grauwasser (z. B. aus dem Geschirrspüler) zur Bewässerung von Pflanzen oder für Reinigungszwecke genutzt werden. Dies reduziert den Frischwasserverbrauch.

Schulung des Personals: Mitarbeitende sollten für den bewussten Umgang mit Wasser sensibilisiert werden. Kleine Änderungen im Verhalten, wie das sofortige Schließen von Wasserhähnen, können große Auswirkungen haben.

Verpackungen clever sparen

Vermeidung von Einwegverpackungen: Wo immer möglich, sollten Einwegverpackungen vermieden werden. Stattdessen können wiederverwendbare Behälter oder biologisch abbaubare Alternativen eingesetzt werden.

Kunden einbeziehen: Gäste können ermutigt werden, eigene Behälter für Take-away-Gerichte mitzubringen. Dies reduziert nicht nur Abfall, sondern stärkt auch das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum.

Lieferantenwahl: Die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die umweltfreundliche Verpackungen anbieten, ist ein wichtiger Schritt. Transparente Lieferketten helfen, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Fazit

Kleine Schritte in der Einsparung von Energie, Wasser und Verpackungen können große Auswirkungen auf die Umwelt und die Wirtschaftlichkeit eines Gastronomiebetriebs haben. Indem wir bewusst Ressourcen schonen und innovative Lösungen implementieren, können wir nicht nur Kosten senken, sondern auch unseren Gästen ein nachhaltiges Erlebnis bieten. Lasst uns gemeinsam an einer ressourcenschonenden Gastronomie arbeiten!

Ist Plastik sparen sinnvoll? – Die Bedeutung von nachhaltigen Alternativen

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Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Von Verpackungen über Einwegartikel bis hin zu alltäglichen Gegenständen – der Kunststoff hat unsere Lebensweise revolutioniert. Doch die Kehrseite dieser Medaille ist alarmierend: Die Umwelt leidet unter der enormen Menge an Plastikmüll, der unsere Ozeane und Landschaften verschmutzt. In diesem Beitrag beleuchten wir, warum das Reduzieren von Plastik sinnvoll ist und welche nachhaltigen Alternativen es gibt.

Die Problematik des Plastiks

Plastik ist äußerst langlebig und zersetzt sich nur sehr langsam. Jährlich gelangen Millionen Tonnen Plastik in die Meere, was katastrophale Folgen für die Tierwelt hat. Meerestiere verwechseln Plastik mit Nahrung, was zu Verletzungen und zum Tod führt. Darüber hinaus gelangen Mikroplastikpartikel in die Nahrungskette und gefährden letztlich auch den Menschen.

Warum Plastik sparen?

Umweltschutz: Durch das Reduzieren von Plastikmüll tragen wir aktiv zum Schutz unserer Umwelt bei. Weniger Plastik bedeutet weniger Verschmutzung und weniger Bedrohung für die Tierwelt.

Ressourcenschonung: Die Herstellung von Plastik erfordert fossile Brennstoffe. Indem wir den Verbrauch reduzieren, schonen wir wertvolle Ressourcen und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz.

Gesundheit: Einige Kunststoffe geben schädliche Chemikalien ab, die in unsere Nahrung und unser Trinkwasser gelangen können. Durch den Verzicht auf Plastik reduzieren wir das Risiko, diesen schädlichen Substanzen ausgesetzt zu sein.

Nachhaltige Alternativen

Wiederverwendbare Behälter: Anstelle von Einwegplastikflaschen und -bechern können langlebige Alternativen aus Edelstahl oder Glas verwendet werden. Diese sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern oft auch ästhetischer.

Biologisch abbaubare Verpackungen: Immer mehr Unternehmen bieten Verpackungen aus biologisch abbaubaren Materialien an. Diese sind eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichem Plastik und tragen zur Reduzierung von Müll bei.

Der Einkauf von unverpackten Waren fördert den Verzicht auf Plastikverpackungen. Hier können Produkte in eigenen Behältern gekauft werden, was den Plastikverbrauch erheblich senkt. Gerade landwirtschaftliche Produzenten bieten da viele Alternativen zum Handel – der oft auf Plastik setzt

Nachhaltige Kleidung: Die Textilindustrie ist ein weiterer großer Verursacher von Plastikmüll. Der Kauf von Berufsbekleidung und Tüchern aus natürlichen Materialien reduziert den Plastikverbrauch und schont die Umwelt.

Fazit
Das Reduzieren von Plastik ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig, um unsere Umwelt und Gesundheit zu schützen. Jeder von uns kann durch bewusste Entscheidungen und den Einsatz nachhaltiger Alternativen einen Beitrag leisten. Gemeinsam können wir einen Unterschied machen und die Welt ein Stück besser hinterlassen – für uns und zukünftige Generationen.

Von Hand statt vom Band läuft’s in Janbeck’s FAIRhaus

Janbecks Fairhaus - Alles ist möglich

An Stelle einer alten Scheune erbauten die Uta und Stephan Janbeck in Eigenregie das heutige FAIRhaus mit Café und Pension. Das Niedrigenergiehaus verfügt über eine überwiegend autarke Energieversorgung. Bis hierhin hat es 14 Jahre gebraucht und am Ziel wähnen sich die ambitionierten Janbecks noch lange nicht, denn es gibt immer was zu tun.

Nachhaltigkeit als Lebensphilosophie

Das Team von Janbecks Fairhaus - Green Chefs Partner - Anika Raub Fotografie
Das Team von Janbecks Fairhaus (Foto: Anika Raub Fotografie)

Das Team von Janbeck’s FAIRhaus hat sich eigenen Grundsätzen verschrieben:

F  –   fröhlich & fair

A –   ambitioniert & anders

I  –   inspirierend & interessiert

R –   regional & ressourcenschonend

Dass dies für die Janbecks dahinter tatsächlich gelebte Taten und eine Lebensphilosophie steckt, zeigt sich in ihrem umfangreichen Engagement für eine bessere (Um-)Welt.

Das Ziel: Strom-Autarkie und CO2-Neutralität

Janbecks-Fairhaus-Elektorauto
Janbeck’s Fairhaus: Elektorauto für Gäste und Mitarbeiter

Zwei gasbetriebene Blockheizkraftwerke sorgen dafür, dass es den FAIRhaus-Gästen im wahrsten Sinne warm um Herz und Schultern wird. Bei Bedarf unterstützen zudem zwei wassergeführte Holzöfen im Café und Wohnhaus. 95 Prozent des in den BHKW erzeugten Stroms verbraucht das FAIRhaus selbst, der Rest wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

Bei Sonnenschein wird warmes Wasser von  einer 22 Quadratmeter großen Solarthermieanlage und Strom durch eine 13,5-Kilowatt-Peak-Photovoltaikanlage erzeugt. Seit 2014 treibt der Strom auch die eigenen Elektroautos an. Eine private Ladesäule steht sowohl den Hotelgästen als auch den Mitarbeitern zur Verfügung. Dafür wurde 2015 ein Batteriespeicher installiert, um den Strom zu speichern und noch weiter nutzbar zu machen. Ein zusätzliches Elektroauto für die Mitarbeiter wurde in 2015 angeschafft und seit 2016 steht ein Leih-Auto mit Elektroantrieb Gästen zur Verfügung, die mit Bahn oder Rad angereist sind.

Der Betrieb darf sich dank der CO2-Kompensation über ein Projektes in Äthiopien als klimaneutral bezeichnen und wurde unter anderem dafür 2016 durch CO2OL zertifiziert.

Größte private Kläranlage im Umkreis

Die Feststoffe der Toiletten werden in einer vollbiologischen Rotteanlage verkompostiert und die Flüssigstoffe zusammen mit dem übrigen Abwasser in einem Pflanzenklärbeet verrieselt, gefiltert und wieder dem Kreislauf der Toilettenspülung zugeführt. Diese Pilotanlage ist im weiten Umkreis die größte private Kläranlage.

Kreative Ressourcenschonung zum Wohl der Umwelt

Um Müll zu vermeiden, verzichtet das FAIRhaus-Team schon beim Einkauf auf Produkte in Umverpackungen sowie Kleinstverpackungen. Auch Lebensmittel landen nicht unnötig in der Tonne. Es wird möglichst nur das verbraucht und verarbeitet, was benötigt wird. Ohnehin schätzen die Janbecks den Wert der Lebensmittel sehr hoch.

Der Einsatz regionaler und saisonaler Bio-Produkte aus fairem Handel ist in der FAIRhaus-Küche und -Bäckerei selbstverständlich. Einen Teil der Waren erntet das Team auch selbst, denn zum FAIRhaus gehören vier Hektar Ackerland, auf dem zum Beispiel Holunder, Brombeeren, Kräuter und Hagebutten wachsen. Beweidet wird die Fläche zur Zeit von Galloways von Bunde Wischen.

Gäste zum Mitmachen motivieren

In die komplexe Nachhaltigkeitspraxis des FAIRhaus beziehen Uta und Stephan Janbeck ihre Gäste aktiv mit ein. Durch ihre Aufklärungsarbeit machen sie nicht nur andere auf die Möglichkeiten eines  ressourcenschonenden Lebensstil aufmerksam, sie zeigen auch, wie nachhaltiges Wirtschaften funktionieren kann. 

Kein Wunder, das so viel Einsatz für Fairness und Verantwortungsgefühl für Aufmerksamkeit sorgt. So wurde Janbeck’s FAIRhaus im vergangenen Jahr im internationalen Ideenwettbewerb für nachhaltigen Tourismus mit dem zweiten Platz geehrt. 2017 folgte dann sogar der erste Platz beim Nachhaltigkeitspreis Schleswig-Holsteins.

Das Siegel der GREEN CHEFS hat sich Janbecks FAIRhaus also mehr als verdient.