Wertvolle Unterstützung von Demeter

Green Chefs und Demeter gehen Partnerschaft ein

14 Prozent aller Bio-Produkte werden nach Demeter-Standard hergestellt. Seit der Gründung ist der Verband immer weiter gewachsen. Was aber viele bis heute nicht wissen: Auch in der Gastronomie spielt Demeter eine wichtige Rolle. Um die gemeinsamen Werte von Nachhaltigkeit und Fairness in der Branche zu kräftigen, machen der älteste Bioverband Deutschlands und die Initiative der Green Chefs nun gemeinsame Sache.

Schon seit 1928 ist Demeter im Einsatz, um Landwirte beim biodynamischen Bestellen ihrer Felder zu unterstützen. Aufgrund der lebendigen Kreislaufwirtschaft gilt die Demeter-Landwirtschaft als nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung und geht weit über die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung hinaus. Das macht Produkte, die nach diesen Standards hergestellt werden, so einzigartig.

Mit Demeter wird Saatgut zum Kulturgut

Als erster Bio-Verband hat Demeter Richtlinien für Pflanzenzüchtung entwickelt und zertifiziert biodynamisch gezüchtete Gemüse- und Getreidesorten. Das garantiert höchste Nahrungsqualität und besten Geschmack. Bereits bei der Selektion achten die Züchter auf Vitalität, Aroma und Bekömmlichkeit der Lebensmittel.

In Deutschland wirtschaften rund 1.500 Landwirte mit mehr als 77.800 Hektar Fläche biologisch-dynamisch. Unter dem Dach von Demeter International haben sich Landwirte, die nach den festgelegten Standards arbeiten, zu einer weltweiten Gemeinschaft zusammengeschlossen. So ist Demeter als internationale Bio-Marke auf allen Kontinenten vertreten.

Geschmack des Ursprungs

Green Chefs und Demeter gehen Partnerschaft ein
Green Chefs und Demeter gehen Partnerschaft ein

Darüber hinaus sorgt der Verband aus Pionieren der Bio-Branche mit regionaltypischen Sorten im Sortiment für mehr Geschmacksvielfalt. Das Konzept trägt zudem zur Unabhängigkeit von expandierenden Saatgutkonzernen, die nach rein wirtschaftlichen Interessen handeln und zunehmend auf Agro-Gentechnik setzen, bei.

Ökologisch angebautes Gemüse aus der Region sorgt nicht nur für mehr Vielfalt am Markt, sondern lässt uns den ursprünglichen Geschmack von Karotte, Kartoffel und Kürbis nicht vergessen.

Höchste Standards sichern beste Qualität

demeter unterstützt als Green Chefs Gold SupporterDamit die Lebensmittel sich das Demeter Siegel verdienen, müssen alle Beteiligten der Wertschöpfungskette den Demeter-Richtlinien entsprechend handeln und sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Ebenso spielen ideelle Werte dabei eine wichtige Rolle: Respekt vor der Natur, höchster Anspruch an Qualität, Verantwortung gegenüber allen Partnern und der Gesellschaft.

Mit einer eigenen Akademie hat der Verein im Jahr 2015 sein Angebot sogar noch um vielfältige Aus- und Weiterbildungen im biodynamischen Wirtschaften erweitert.

Als Supporter der Green Chefs unterstützt Demeter ab sofort die Initiative mit geballtem Know-How von Experten der Branche.

Kriminell und gut – alte Gemüsesorten

Kriminell und gut - alte Gemüsesorten

Jetzt wird’s kriminell! Und immer mehr Menschen machen sich strafbar – dabei haben sie eigentlich nur den Genuss im Sinn. Und die Vielfalt. Sie verschreiben sich der Zucht alter Gemüsesorten, doch der Deal mit dem Saatgut steht unter Strafe.

Kampf gegen Saatgut-Monopole

Kriminell und gut - alte Gemüsesorten
Kriminell – alte Tomatensorten

Die meisten handelsüblichen Sorten wie Aurea, Flavance oder Beefmaster sind darauf gezüchtet, besonders festes Fleisch zu entwickeln, damit sie die langen Transportwege aus (Süd-)Europa gut überstehen. Auf nur wenige Unternehmen sind die Monopole für das Saatgut aufgeteilt. Landwirte müssen dieses dann bei ihnen kaufen. Firmen wie Monasato lassen sich Pflanzensorten patentieren, damit nur sie die Pflanzen züchten und vertreiben können.

Dabei ist das Saatgut meist so beschaffen, dass es nach einer Saison nachgekauft werden muss, da die Ernte keine Samen hervorbringt oder die Pflanze nicht zur Fortpflanzung geeignet ist.

Aufatmen! Die Vielfalt alter Gemüsesorten wächst

Die Großherzogin Toskana, Rebella und die Gelbe von Thun – alte Tomatensorten, die gerade wieder im Kommen sind – bringen im Vergleich zu ihren Artverwandten nicht so große Erträge, punkten aber mit Geschmack und Vielfalt. Der Handel mit dem Saatgut dieser alten, amtlich nicht zugelassenen Sorten wird allerdings streng reguliert und bei Verstoß abgestraft.

Doch am Markt des guten Geschmacks brodelt es gewaltig, in den Versuchsküchen vieler Öko- und Biolandwirte wird an der Nach- oder gar Rückzüchtung alter Gemüsesorten getüftelt. Sie wagen die Suche nach Tomaten, bei denen das Aroma im Vordergrund steht und stellen sich damit dem Einheitsbrei entgegen. Die Bewegung zu mehr Vielfalt ist nicht nur für Köche ein Segen. Auch die Natur profitiert davon, denn so bleibt das kulturelle Erbe des Gemüses erhalten.

Der NDR hat die Hürden der Zucht alter Gemüsesorten dokumentiert. Her findet ihr den Link zur Mediathek „Verbotenes Gemüse“

Diese Tomate gehört uns allen

Eine Tomatensorte ist gerade noch aus einem anderen Grund im Munde aller Gemüsefans: Die gelbfarbene  „Sunviva“. Ihr Züchter hat Sunviva über die Initiative Open Source Seeds eine Open-Source-Lizenz für Jedermann frei zugänglich gemacht. Damit dürfen die Sorte und alle aus ihr entstammenden Nachzüchtungen nicht patentiert werden. Die Tomatensorte wird dank dieser Lösung auch niemals Konzerneigentum. Sunviva gehört einfach allen. Auch schön!

 

Raps- und Mais-Saatgut – Nulltoleranz bei Gentechnik

Raps

Greenpeace und Bioland fordern: Nulltoleranz muss bleiben

RapsRaps- und Mais-Saatgut in Deutschland ist weitgehend frei von Gentechnik. Dies ist auch in diesem Jahr das Ergebnis einer Auswertung durch Greenpeace und Bioland. Es basiert auf den Saatgutanalysen der Bundesländer auf gentechnische Verunreinigung von Raps und Mais: Bei Raps-Saatgut konnten die zuständigen Behörden der Bundesländer zum dritten Mal in Folge keine Verunreinigungen feststellen. Sie hatten dieses Jahr 316 Saatgutproben von Sommer- und Winterraps untersucht. Im Jahr 2012 waren noch fünf von 337 Raps-Saatgutproben durchgefallen. Auch Mais-Saatgut ist immer weniger gentechnisch belastet. Prüfer fanden dieses Jahr in sechs von 455 überprüften Chargen Verunreinigungen, im Vorjahr waren noch acht von 504 Proben kontaminiert.

„Es freut uns sehr, dass Saatgut in Deutschland immer sauberer wird. Das Monitoring der Länder bewährt sich als Kontrollinstrument gegenüber den Saatgutherstellern“, sagt Jan Plagge, Präsident von Bioland. „Die Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut muss auch künftig bestehen bleiben.“ Große Saatguthersteller fordern seit Jahren, in der EU Schwellenwerte einzuführen, bis zu denen gentechnische Verunreinigungen erlaubt sein sollen. Auch der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter BDP fordert ein Ende der Nulltoleranz. Bioland und Greenpeace lehnen das ab und fordern die Länder auf, weiter umfassend zu prüfen und belastetes Saatgut konsequent aus dem Verkehr zu ziehen.

Raps und Mais: Sauberes Saatgut für die Produktion

„Die pflanzliche Produktion braucht sauberes Saatgut. Jede Verunreinigung birgt unkalkulierbare ökologische und ökonomische Risiken“, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnik-Experte von Greenpeace. „Die Ergebnisse der Saatgutkontrollen zeigen, dass Schwellenwerte für Gentechnik im Saatgut überflüssig sind und ein unnötiges Risiko wären.“ Einmal freigesetzt, droht die unkontrollierbare Ausbreitung von Gen-Pflanzen. Dies gilt insbesondere für Raps. Dieser kreuzt sich leicht mit verwandten Arten, verwildert und seine Samen können lange im Boden überdauern. Der jahrelange Anbau von Gen-Raps in Nordamerika hat eine gentechnik-freie oder gar ökologische Produktion von Raps unmöglich gemacht. Auch in Europa wurden vereinzelt Gen-Raps-Pflanzen nachgewiesen, deren Samen vermutlich aus Importen stammen. Eine Ausbreitung konnte bisher verhindert werden.

Die Agro-Gentechnik ist eine Risikotechnik. Die Nebenwirkungen der Erbgutveränderung sind unbekannt, einmal freigesetzt lassen sich die manipulierten Pflanzen nicht zurückholen. Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat entgegen der Versprechungen der Biotech-Industrie nicht zu einem Rückgang des Pestizid-Einsatzes geführt, sondern diesen sogar erhöht. Dies gefährdet die Artenvielfalt und belastet das Trinkwasser. Greenpeace und Bioland fordern daher weiterhin eine strenge und lückenlose Kontrolle allen Saatguts.