Die KI, die Häuser heizt

Künstliche Intelligenz braucht Rechenleistung. Rechenleistung braucht Strom. Und Strom wird, so nüchtern ist die Physik, am Ende zu Wärme. Meist verschwindet sie ungenutzt in der Umgebung – als teures Nebenprodukt einer immer datenhungrigeren digitalen Welt. In Genf wird daraus etwas Sinnvolles: Wärme für Häuser.

Der Schweizer Anbieter Infomaniak betreibt dort ein Rechenzentrum, das seine Abwärme vollständig in das kantonale Fernwärmenetz einspeist. Bei voller Auslastung soll die Anlage 1,7 Megawatt Wärme liefern – genug, um jährlich bis zu 6.000 Minergie-A-Haushalte zu beheizen. Die Server werden dabei über Wärmetauscher und Wärmepumpen gekühlt; zugleich wird die entzogene Wärme für das Netz nutzbar gemacht. Zusätzliche Klimatisierung oder Wasser zur Kühlung sind nach Angaben des Unternehmens nicht erforderlich.

KI, die nicht mitliest

Zu dieser Infrastruktur gehört auch Euria, der KI-Assistent von Infomaniak. Er unterstützt beim Formulieren, Übersetzen und Zusammenfassen von Texten, kann Dokumente und Bilder auswerten, Audiodateien transkribieren und im Netz recherchieren. Damit ist Euria zunächst das, was viele KI-Werkzeuge sein wollen: eine praktische Hilfe im Alltag.

Der Unterschied liegt im Umgang mit den Daten. Infomaniak erklärt ausdrücklich, Unterhaltungen, Dateien und Eingaben nicht zum Training oder zur Verfeinerung seiner KI-Modelle zu verwenden. Euria läuft auf Infrastruktur in der Schweiz; für vertrauliche Vorgänge steht zudem ein temporärer Modus zur Verfügung, in dem Gespräche nach dem Schliessen nicht gespeichert werden. Für Betriebe, die mit Rezepturen, Kalkulationen, Personalthemen oder anderen sensiblen Informationen arbeiten, ist das mehr als ein technisches Detail.

Die Alternative ist längst da

Neben KI bietet Infomaniak eine Reihe von Werkzeugen, die viele Teams täglich benötigen: Mail, Kalender, gemeinsame Dokumente, Speicher, Hosting und Zusammenarbeit. Mit SwissTransfer lassen sich grosse Dateien ohne die übliche Reise durch die Plattformen der amerikanischen Digitalkonzerne verschicken. kDrive wiederum ist ein europäisch gehosteter Cloud-Speicher für Dateien, Ordner und die Zusammenarbeit im Team.

Das wirkt zunächst unspektakulär. Ist es aber nicht. Denn Reservierungen, Lieferantendaten, Dienstpläne, Kalkulationen, Bilder, Newsletter und interne Kommunikation sind keine abstrakten Datensätze. Sie gehören zum Betrieb – und sollten nicht beiläufig Teil eines Geschäftsmodells werden, das aus möglichst vielen Informationen möglichst viel lernt.

Nachhaltigkeit endet nicht am Herd

Gute Gastronomie denkt in Kreisläufen: Energie effizient einsetzen, Ressourcen mehrfach nutzen, Verschwendung vermeiden. Warum sollte diese Haltung an der Bürotür enden?

Infomaniak zeigt, wie Datenschutz, digitale Unabhängigkeit und Klimaschutz zusammengedacht werden können. Natürlich heizt nicht jede verschickte Datei unmittelbar ein Haus. Aber jede bewusste Entscheidung für nachvollziehbare digitale Werkzeuge verschiebt die Richtung. Und manchmal beginnt eine bessere Digitalisierung ganz unspektakulär: mit einer KI, die nicht mitliest – und mit Wärme, die nicht verloren geht.

https://www.infomaniak.com/de

Zur KI: https://euria.infomaniak.com/

Datentransfer: https://www.swisstransfer.com/de