ResQ: Reste verkaufen via App

ResQ - ein Markt für Restportionen

Holt die Smartphones raus, es gibt was Neues! Mit „ResQ“ geht’s in den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

Die App als Restemarkt

Geboren in Finnland, erobert ResQ nun auch die deutschen Küchen. Das oberste Ziel: Lebensmittelreste vermeiden. Und zwar ganz simpel, indem Restaurantbesitzer ihre übrig gebliebenen Portionen per App zur Abholung anbieten. Bleiben also am Mittagsbuffet Salat, Gemüse  und Hähnchen über und ich sehe keine Möglichkeit, die Reste  noch zu verwerten, stelle ich sie einfach in die App ein. Zum vergünstigten Preis können Gäste ihre Portion dann direkt über die App kaufen und im Laufe des Tages abholen.

ResQ - App gegen Lebensmittelverschwendung
(c) ResQ

Essen statt Müll – 15.000 Mal pro Woche

ResQ spricht in Deutschland zunächst die Großstädte Berlin, Hamburg und München. Doch weitere Regionen sollen bald folgen, darunter Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Leipzig und Dresden. Letztlich liegt vieles in der Hand von Gastronomen und Gästen: Wird Interesse an der App laut, wird sie sich etablieren und ausbreiten. Die Macher möchten innerhalb eines Jahres 100.000 Nutzer und mindestens 2.000 Gastronomie-­Partner in Deutschland akquirieren – darin stecke ein Potenzial von 15.000 weniger „Müll-Mahlzeiten“ pro Woche.

ResQ - ein Markt für Restportionen
ResQ – ein Markt für Restportionen
(c) ResQ

Wünschenswert und wichtig ist dann lediglich noch eine sinnvolle „To-Go“-Verpackung – zum Beispiel aus kompostierbaren Materialien. Oder in Form von Mehrweg-Pfand-Behältern, die das Restaurant herausgibt. Oder: Der Abholer bringt einfach seine eigene Box mit.

Konkurrenzkampf vermeiden

Die App ist allerdings nicht allein auf dem deutschen Markt: Ähnlich funktioniert zum Beispiel auch „To Good To Go„. Es bleibt zu hoffen, dass hieraus kein wirtschaftlicher Konkurrenzkampf, sondern vielmehr eine partnerschaftliche Kooperation entsteht, um das gemeinsame Ziel zu verfolgen. Denn das ist hoch gesteckt: „Unsere Mission ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung der Europäischen Gastro-­Industrie zu eliminieren“, so ResQ.

 

Too Good To Go – Reste per App verkaufen

Too Good To Go - Logo (c) Too Good To Go
(c) Too Good To Go

Wieder bereichert uns die digitale Welt, diesmal im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Das beste daran: Die App Too Good To Go ist zugeschnitten auf die Gastronomie.

Für die Reste im Restaurant

Too Good To Go funktioniert als Marktplatz für übrig gebliebene Speisen. Restaurants, Cafés oder Bäckereien können sich als teilnehmende Betriebe anmelden und so kurz vor Ladenschluss ihr restliches Essen vergünstigt verkaufen. Hungrige Nutzer wählen in der App aus, in welchem Restaurant oder Geschäft sie Essen abholen möchten. Ob Sushi, Feinkost oder Brot – grade in den Großstädten bieten schon zahlreiche Betriebe ihre restlichen Speisen an.

So funktioniert Too Good To Go

Teilnehmende Betriebe werden mit einer kleinen Beschreibung zu ihrem Angebot in der App aufgeführt. Sie geben außerdem einen genauen Zeitraum an, in dem das Essen abgeholt werden muss, und legen einen Preis fest. Meist kostet eine Portion zwischen 2 und 5 Euro. 1 Euro davon geht jeweils an Too Good To Go selbst, für die Bereitstellung des Netzwerks.

Too Good To Go - Eine Portion Sushi (c) Too Good To Go
Eine Portion Sushi dieser Größe erhalten Nutzer von To Good To Go zum Beispiel.
(c) Too Good To Go

Nutzer suchen in der Übersicht nach einem für sie passenden Angebot, das sie dann auch gleich in der App bestellen und bezahlen. Zum angegebenen Zeitraum müssen sie dann natürlich im gewählten Restaurant sein. Dort bekommen sie ihre Portion in eine Mitnehmbox abgepackt – übrigens Verpackungen aus Zuckerrohr, Papier und gelegentlich Biokunststoff. Natürlich gibt es für die Abholer keine Garantie, dass genau das Wiener Schnitzel oder das indische Thai-Curry in der Box landet – es ist eben das, was am Ende des Tages noch übrig ist. Ein bisschen genießerische Flexibilität ist daher von den Kunden gefragt.

Haken?

Natürlich wird auch Kritik an der App laut. Nimmt Too Good To Go nicht den Tafeln das Essen weg? Sowohl der Geschäftsführer der App als auch teilnehmende Betriebe selbst  widersprechen: Tafeln seien, ebenso wie andere soziale und ökologische Initiativen, keine Abnehmer für jedes Restaurant. Daher entständen vielen Betrieben noch immer kiloweise Lebensmittelabfälle – wir sprechen von rund einer Million Tonnen Speiseabfällen im Jahr in der Gastronomie. Zur Orientierung: Das entspricht 100.000 prall gefüllten LKW.

Der Verkauf restlicher Speisen über Too Good To Go ist natürlich kein großes Geschäft für Gastronomen – hier geht es vor allem darum, wertvolles Essen nicht in die Tonne wandern zu lassen. Für einen Green Chef, der sich in seinem Betrieb noch täglich von Speiseresten verabschieden muss, ist Too Good To Go sicher einen Versuch wert. Die Teilnahme für Restaurants ist kostenlos.

Too Good To Go gibt’s für Android und iOS. Alle weiteren Infos auf www.toogoodtogo.de

Der Fischratgeber – eine App für den Fischkauf

App für den Fischkauf: WWF Fischratgeber

Gelegentlich wundert man sich ja, dass überhaupt noch ein Fisch in den Gewässern dieser Welt schwimmt – das Thema Überfischung kommt schließlich immer wieder auf und ist ein ständiges Problem. Weltweit sind fast 30 Prozent aller Fischbestände von Überfischung bedroht, über 60 Prozent werden bis zum Maximum befischt. Dazu kommt all der Beifang, der ungewollt in den Netzen landet und dem auch säugende Meereskumpanen wie Hai, Seevogel und Schildkröte zum Opfer fallen. Wer würde sich da als Meeresbewohner nicht mal lieber schnell von dannen machen?

App für den Fischkauf: WWF FischratgeberDoch das können sie nun mal nicht. Also sind wir als Konsumenten an der Reihe: Respekt zeigen ist angesagt. Wir müssen Fisch und Meeresfrüchte nicht gleich von der Speisekarte verbannen, doch bewusster Genuss und durchdachter Einkauf führen auf die richtige Route. Gerade im Einkauf erfordert das natürlich etwas Zeit, schließlich muss man sich mit dem Produkt auseinandersetzen: Welchen Fisch kann ich kaufen? Wo sollte der Fisch herkommen? Wie treffe ich meine Wahl?

Für Orientierung beim Kauf: Der WWF Fischratgeber

Der Fischratgeber als App, (c)WWF
Der Fischratgeber als App, (c)WWF

Orientierung im Dschungel von Zertifikaten, Fangmethoden und Fischarten bietet der Fischratgeber des WWF. Das Helferlein gibt´s für den Desktop, aber natürlich auch als App – Abhilfe beim Fischkauf steht damit also überall mobil bereit. Von Aal bis Zander berät der Fischratgeber, ob das Wunschprodukt eine gute Wahl ist oder nicht. Ein Ampelsystem sorgt für den schnellen Einkaufs-Überblick; wer zum Fischallwisser werden will, dem stehen Beschreibungen über den Meeresbewohner selbst, seine Bestandssituation sowie über Fang- und Zuchtmethoden und deren Ökobilanz zur Verfügung. Für einen GREEN CHEF ist der Fischratgeber eine gute Möglichkeit, um sich auch bei nur wenig verfügbarer  Zeit mit den Produkten für die eigene Fischkarte auseinanderzusetzen – und den Meeresbewohnern so Respekt zu zollen.

Eine erste Empfehlung des WWF vorab: Wer beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten auf die Siegel MSC (für Wildfisch), ASC, Bioland und Naturland vertraut, begibt sich schon auf eine gute Seite. Für alles weitere geht´s hier zum hier zum Fischratgeber …