Ernährung fürs Klima

Ernährungs fürs Klima

Auch auf die Ernährung kommt es an. Der Weltklimarat hat nach fast drei Jahren an seinem Sonderbericht über die Themen Klimawandel und Landwirtschaft gearbeitet. Der Bericht zeigt: Auf das Auto und Flugreisen zu verzichten, wird nicht reichen, um den fortschreitenden Klimawandel zu verlangsamen oder gar zu stoppen.

Der IPCC (Intergovermental Panel on Climate Change – Weltklimarat) zeigt mit den jünsten Erkenntnissen deutlich: Wir müssen unsere Ernährung nachhaltig umstellen. Die Zukunft liegt in nachhaltiger Landnutzung und nachhaltiger Ernährungssystemen, in einem höheren Anteil pflanzlicher Ernährung und einem sorgfältigerem Umgang mit Lebensmitteln.

Als besonders gravierend wird die Tierhaltung beschrieben. Sie ist – wie gerade in Brasilien zu sehen – auch für den CO2 Anstieg und einen Großteil der Waldrodungen verantwortlich. Deutlich wird, dass wir zwar nicht unbedingt auf Fleisch verzichten müssen, den Konsum aber deutlich einzuschränken haben. Das gleiche gilt auch für Molkereiprodukte.

Landwirtschaft weltweit

Rund 70% aller Flächen, auf denen pflanzliches Wachstum oder Tierhaltung überhaupt möglich ist, werden bereit vom Menschen bewirtschaftet. Diese Nutzung verursacht auch ein Viertel der Treibhausemmissionen weltweit – das betrifft die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugung für Nahrung, Tiernahrung, Forstwirtschaft und Energiegewinnung.

Die Landwirtschaft muss weltweit nachhaltiger agieren – gleichzeitig müssen wir unsere Ernährung grundsätlich überdenken. Dazu gehört Landschaftsschutz, Wiederaufforstung und nachhaltige Ernährungssysteme. Nur so kann der Einfluss aufs Klima verringert werden.

Unser Handeln für die Zukunft

Wir müssen aufhören, Lebensmittel achtlos wegzuwerfen, wir müssen regionaler einkaufen, fast ausschließlich aus nachhaltigem Anbau und aus nichtindustrieller Produktion – der Mehraufwand wird durch den Verzicht auf Wegwurf nahezu ausgeglichen. Der Anteil an pflanzlicher Nahrung muss steigen, der Anteil tierischer Produkte sinken.

Ernährungs fürs Klima
Ernährungs fürs Klima

Die Regierungen der ganzen Welt sind aufgefordert, Regelungen zu entwerfen. Allerdings wissen wir von den Green Chefs, dass dieses zu lange dauern wird – und setzen als Verbraucher und als Vorbild für unsere Gäste, die auch Verbraucher sind, mit unserem bewussten Einkauf, Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und in Gesprächen unsere volle Kraft für eine bessere Welt mit weniger Auswirkungen unseres Tuns auf die Umwelt, deutliche Zeichen an alle.

https://www.de-ipcc.de/

 

Der Lachs wird Vegetarier

Der Lachs wird Vegetarier - Atlantic salmons (Salmo salar) in a fishfarm. Ryfylke, Norway.

Der Lachs gehört mit einem Anteil von 20 Prozent* zu den beliebtesten Fischarten und landet entsprechend oft auf den Tellern. Doch das Angebot ist begrenzt. Die Zucht gelingt nicht nachhaltig. Zwei Chemiekonzernen, Evonik und DSM, ist es nun gelungen, eine Lösung zu finden. Dafür wird der Lachs zum Vegetarier.

Vom Fischfresser zum Vegetarier

Der Lachs wird Vegetarier - Atlantic salmons (Salmo salar) in a fishfarm. Ryfylke, Norway.
Der Lachs wird Vegetarier

Um den Bedarf an Lachs decken zu können, wird der Fisch in Lachsfabriken weltweit gezüchtet. Da der Lachs wie auch Menschen und andere Tiere zum Wachstum auf die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA angewiesen sind, werden diese in Form von Fischöl zugefüttert. Gewonnen werden sie auch Wildlachs. So gehen 2,6 Kilogramm Wildlachs für 1 Kilogramm Zuchtlacht ins Netz.

An dieser Stelle setzt nun eine gemeinsame Erfindung der Chemiekonzerne Evonik aus Essen und DSM aus den Niederlanden an. Sie haben gemeinsam Patente entwickelt, Omega-3-Fettsäuren, die es eigentlich so nur in Fischen gibt, auf Basis einer Alge herzustellen. Eine Weltneuheit, die die Fischzucht revolutionieren könnte. Denn die Erfindung ist so effektiv, dass in Zukunft Fisch nicht mehr an Fisch verfüttert werden muss. Und auch der Tierfuttermarkt könnte davon profitieren.

Algenöl statt Fischöl vom Wildlachs – eine Revolution!

Und so funktioniert die Herstellung der fischlosen Omega-3-Fettsäuren: Algen werden mit Zucker – bevorzugt aus Mais – angereichert und brauchen nur ein paar Tage, bis sie geerntet werden und aus ihnen ein Algenöl gewonnen werden kann. Das wiederum ist ein hundertprozentiger Ersatz für das bisherige Fischöl, denn es enthält die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

Das Algenöl ist nicht nur reiner, weil es ohne mögliche zurückbleibende Schwermetalle oder Antibiotika in den Fischen hergestellt wird. Es ist auch effektiver, weil das Algenöl die doppelte Menge an Omega-3-Fettsäuren enthält wie herkömmliches Fischöl. Künftig soll die Alge 15 Prozent des derzeitigen jährlichen Bedarfs für Kulturlachs decken – zunächst. „Mit unserem Algenöl machen wir den Lachs sozusagen zum Vegetarier“, sagt Reiner Beste, Leiter der Ernährungssparte von Evonik.

Verbesserte Nachhaltigkeit in der Aquakultur

Gemeinsam mit DSM hat der deutsche Chemiekonzern dazu ein Joint-Venture unter dem Namen Veramaris gegründet. Eine Anlage zur Produktion wird in den kommenden Monaten in den USA entstehen, über den genauen Standort wird noch verhandelt. 2019 soll die Anlage in Betrieb gehen. Das Ziel ist es, mit der Alge „einen neuen Standard für eine verbesserte Nachhaltigkeit in der Aquakultur zu setzen“, sagt Beste.

Das fischlose Öl aus Alge ist zwar etwas teurer in der Herstellung, dafür ist es aber nachhaltig. Vom Futterproduzenten über den Lachszüchter bis hin zum Lebensmittelhandel habe es bereits positive Rückmeldung gegeben – auch in Bezug auf den moderaten Kosteneffekt, sagt Beste.

Steigende Kosten für herkömmliche Zuchtlachse

Hinzu kommt: Auch Fischöl wird immer teurer. Die Kosten für eine Tonne Fischöl liegt zurzeit bei 2000 bis 2500 Dollar. 2005 lag der Preis noch bei 500 Dollar. Das liegt an den Fischfangquoten, der erhöhten Nachfrage nach Lachs und dem begrenzenden Angebot. „So gesehen hat das Premium-Produkt Lachs so oder so mit steigenden Kosten zu rechnen“, sagt Beste.

Das Nachsehen könnte beim Einsatz der Alge als Fischölersatz die Fischerei-Industrie haben. Denn die Wildfische werden beim Einsatz der Alge nicht mehr benötigt.

*Nach Angaben der Nürnberger Gesellschaft für Konsum ist Lachs in Deutschland der meistverkaufte Fisch mit einem Verzehr von rund 14,4 Kilogramm Fangfisch pro Kopf.

Werdet aktiv gegen den Hunger

Werdet aktiv gegen den Hunger

Die natürlichste Aufgabe eines Gastronoms ist, dafür zu sorgen, dass seine Gäste weder hungrig noch durstig nach Hause gehen. Höchste Zufriedenheit auf beiden Seiten ist das i-Tüpfelchen. Gast und Gastgeber können jetzt auch aktiv gegen den Hunger anderer vorgehen. Dafür wurde die Kampagne Restaurants gegen den Hunger ins Leben gerufen, die vom 16. Oktober 2016 bis 31. Januar 2017 läuft. Die Anmeldung für Restaurants gegen den Hunger ist kostenlos und erfolgt über ein Online-Formular.

Restaurants gegen den Hunger

Restaurants gegen den HungerDie Kampagne Restaurants gegen den Hunger vereint Helden am Herd und Gastro-Pioniere, die sich für eine Welt ohne Hunger engagieren, auf der ganzen Welt zu einer Gemeinschaft. Für eure Aktion gegen den Hunger bedeutet das Engagement im Netzwerk eine größere Reichweite und mehr Aufmerksamkeit. Wer also Gutes tut und darüber spricht, erreicht gemeinsam mit Kollegen wie Raymond Blanc und Gordon Ramsay noch mehr.

Und so seid ihr dabei: Tobt euch in der Küche aus und entwerft ein Gericht zur Kampagne – möglichst mit Produkten aus eurer Region. Den Erlös könnt ihr voll oder anteilig spenden. Auch Aufrunden ist eine Möglichkeit, um Hilfe zu leisten, wo sie dringend benötigt wird. Ihr habt eigene Ideen? Dann her damit: mitmachen@green-chefs.de

Mit eurer Hilfe…

  • stellen wir sauberes Trinkwasser, sanitäre Anlagen und Hilfsgüter wie Hygiene-Sets bereit.
  • leisten wir seelischen Beistand.
  • bauen wir Unterkünfte.
  • versorgen wir die Menschen mit Lebensmitteln.
  • unterstützen wir beim Wiederanlauf der Selbstversorgung.

Weitere Informationen zur Aktion gegen den Hunger findet ihr unter www.aktiongegendenhunger.de und zur Kampagne Restaurants gegen den Hunger unter www.restaurantsgegendenhunger.de.