Die Walserstuba – ein Haus mit Geschichte(n)

Walserstuba - Bettina und Jeremias Riezler - Fotokredit GRÖ Werner Krug

Warum sollte man sich Hummer und argentinisches Rindfleisch in die Küche holen, wenn Forellen im klaren Gebirgsbach vor der Tür herumhuschen und Braunvieh auf den benachbarten, sattgrünen Alpen grast? Das hat sich auch Jeremias Riezler gefragt, als er nach seinen Lehrjahren am Wörthersee und im Allgäu ins Kleinwalsertal zurückkehrte. Die Haute-Cuisine-Flausen, die er damals noch im Kopf hatten, verpufften also und fortan setzte der Koch der Walserstuba auf heimische Küche.

Zutaten aus dem 19. Jahrhundert in moderner Küche

Walserstuba - Bettina und Jeremias Riezler - Fotokredit GRÖ Werner Krug
Bettina und Jeremias Riezler aus der Walserstuba (Fotokredit GRÖ Werner Krug)

Man merkt schnell, dass Regionalität in der Walserstuba nicht nur so dahingesagt, sondern gelebt wird. Dafür wurde der Betrieb auch schon mehrfach ausgezeichnet und eben wegen dieses Engagements darf sich Jeremias seit 2015 Genusswirt und Teil der Initiative „Genussregion Österreich“ nennen. 

„In der Walserstuba legen wir Wert auf die einzigartige, traditionelle Küche des Kleinwalsertals“, sagt der passionierte Koch. Dafür setzen er und sein Team auf regionale Zutaten, die den Bewohnern des Kleinwalsertals schon im 19. Jahrhundert zur Verfügung standen. Authentisch und innovativ umgesetzt werden sie zum Hochgenuss. Mit Wildkräutern, die Sammler vorbeibringen oder die Jeremias aus dem eigenen Garten zupft, werden die heimischen Gerichte verfeinert.

Bei einem Gläschen Wein in der gemütlichen Walserstuba erfahren die Gäste nicht nur, wo das Gemüse gewachsen ist und das Vieh gegrast hat, sondern können auch den spannenden Familiengeschichten der Riezlers lauschen. „Wir wollen die Menschen, die zu uns ins Tal kommen, an unserer Geschichte und an unserem Schaffen teilhaben lassen“, erzählt Jeremias. „Unser Bewusstsein und Know-How für faire und nachhaltige Gastronomie wollen wir auch anderen näher bringen. Gemeinsam können wir viel mehr erreichen und wirklich etwas bewegen.“ Für Jeremias und sein Team steht fest, dass das langfristig der richtige Weg ist. „Alles andere macht keinen Sinn!“, zeigt sich der Koch überzeugt.

Perfektes Kreislaufsystem

In einem ziemlich von der Außenwelt abgeschotteten Tal im Österreichischen Vorarlberg verlässt man sich auf seine Nachbarn. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Aus diesem Selbstverständnis heraus und der absoluten Überzeugung Jeremias, dass die heimischen Lebensmitteln die besten verfügbaren Waren sind, entstand auch die Zusammenarbeit zwischen den Landwirten vor Ort. Man kennt sich, man vertraut sich und man weiß, welche Qualität einen erwartet. Auch in Sachen Frische macht den Walsern somit keiner etwas vor. Das Ergebnis ist eine authentische Traditionsküche und ausgezeichneter Geschmack.

Und da das Prinzip der regionalen Zusammenarbeit am besten als Kreislaufsystem funktioniert, gibt die Walserstuba auch den Landwirten etwas zurück: Küchenreste werden nicht einfach entsorgt, sondern wieder an die Tiere verfüttert. Was nicht im Trog landet, wird anderweitig recycelt.

Die Walserstuba: Einsatz für eine bessere Zukunft

Damit die Küche in der Walserstuba nicht kalt bleibt, setzen Jeremias und Bettina Riezler zu 100 Prozent auf Bioenergie, die vor Ort gewonnen wird und Ökostrom. Auch bei der Fortbewegung geht’s elektrisch zur Sache. Die Hälfte des Fuhrparks wird mit Strom betrieben. Damit jeder Mitarbeiter der Walserstuba versteht, was Nachhaltigkeit und Regionalität für die Betreiber bedeuten, stehen in unregelmäßigen Abständen Exkursionen zu den Lieferanten auf dem Plan. „Das steigert bei allen die Wertschätzung für die Arbeit, die dahinter steckt und die Produkte, die wir dann ja später verwenden“, sagt Jeremias.

Mit seiner Einstellung liegt Jeremias goldrichtig. Im Netzwerk der Green Chefs befindet er sich jetzt unter Gleichgesinnten.

Bier – das nachhaltige, flüssige Brot

Zehn Millionen Tonnen Lebensmittel landen im Jahr in Deutschland im Müll. Zwei Millionen Tonnen der weggeworfenen Lebensmittel sind nach WWF-Angaben aus Getreide. Es handelt sich also vor allem um Brot- und Backwaren. Nach alter Tradition lässt sich aus altem Brot aber noch süffiges Bier brauen. Ein Schweizer Unternehmen sorgt jetzt dafür, dass das wieder in aller Munde ist.

Bier-Brauer sind Lebensmittelretter

Brot, das eigentlich für den Abfall bestimmt ist, Green Chefs Bierwird oftmals zu Tierfutter verarbeitet. Doch
mittlerweile gibt es auch noch andere Methoden es zu verwerten: Für Bier sind diese „Reste“ nämlich die perfekte Basis.

Das gesammelte Brot wird dafür getrocknet und gemahlen und mit Wasser, Hefe, Hopfen und Gerstenmalz zu Bier gebraut. Das Brot ersetzt somit 30 Prozent des Braumalzes und wird während des Braupozess zu vergärbarem Zucker. Mit dieser Methode lassen sich auf 100 Liter Bier 8 Kilogramm unverkauftes Brot verarbeiten.

Tradition ist „in“

Ganz neu ist diese Methode , die ein Schweizer Unternehmen nun wieder „en vogue“ werden lässt, nicht. Das sogenannte „Kwas“ oder auch квас (russisch), gibt es schon länger. Es handelt sich hierbei um ein ostslawisches Getränk, welches heutzutage vorwiegend in Russland und im Osteuropäischen Raum verbreitet ist.

Die Rückbesinnung auf diese alten Traditionen sind derzeit nicht nur schwer angesagt und reduzieren den Anteil an Lebensmitteln, die sonst ungenutzt in der Tonne landen – sie wird mit der richtigen Kommunikation zu einem echten Wiedererkennungswert.

Unsere Empfehlung: Ausprobieren!

Andreas Widmann bringt die Alb in Schwung

GREEN CHEFS Partner Andreas Widmann und Widmanns Löwen

Tradition und Innovation passen zusammen wie Huhn und Ei. Wer das nicht glaubt, braucht nur einen Blick auf die schwäbische Alb zu Andreas Widmann werfen: Seit acht Generationen steht hier Familie Widmann mit Widmann’s Löwen für heimelige Gastlichkeit – und hat sich so eine solide Basis für kreative Ideen aufgebaut.

Kreativität legt Andreas Widmann nicht nur als Koch, sondern auch in Sachen Fairness und Verantwortung an den Tag. „Das neue ALB.leben bei Widmann’s“ heißt die Idee, die im Betrieb der Widmann’s Einzug hält und ihn nicht nur grün anstreicht, sondern tiefgrün tränkt.

Grüne Modernität in jeder Ecke

GREEN CHEFS Partner Andreas Widmann und Widmanns LöwenVom bewusst kalkulierten Einkauf, der ganz heimatverbunden auf Lieferanten aus der schwäbischen Umgebung setzt, über die Verwertung von ganzen Tieren, hierunter auch Besonderheiten wie das Wollschwein und der Limpurger Ochse, bis hin zur eigenen Kompostanlage – das neue ALB.leben bei Widmann’s stellt in vielen Bereichen grüne Modernität unter Beweis.

Durch Synergien zwischen à la carte und Catering sorgen Andreas Widmann und das Löwen-Team für eine weitestgehende Verwertung aller Lebensmittel. Durch ein eigenes Energieoptimierungssystem liegen die Widmanns zudem auch beim Strom im grünen Bereich. Manchmal reichen schon simple Dinge wie Bewegungsmelder, die den Widmanns helfen, Energie zu sparen.

Kreativität im Zweiergespann

Koch aus Passion, Landwirt aus Tradition – dieses Credo hat sich Andreas Widmann von seinem Vater Frank abgeschaut und darüber von klein auf einen engen Bezug zur Region und zur Küche seiner Heimat entwickelt. Gemeinsam hinterfragen die beiden den Betrieb immer wieder mit Blick auf Nachhaltigkeit. Auch der menschliche Umgang  liegt ihnen dabei am Herzen, denn bei den Widmann’s sollen sich nicht nur die Gäste rundum wohlfühlen, sondern auch das ganze Löwen-Team.

Andreas, wir freuen uns, dich und die Löwen zu den Partnern der GREEN CHEFS zu zählen. Herzlich Willkommen!