Alle fürs Klima

Alle fürs Klima: Der letzte Freitag im Sommer 2019 wird in die Geschichte eingehen. Knapp eineinhalb Millionen Menschen gingen in fast 600 deutschen Städten auf die Straße, um für einen verantwortungsvollen Umgang zu demonstrieren, für die Grenzen des Wachtstums und zeigten damit auch, dass sie bereit sind, sich selbst und ihre Gewohnheiten zu ändern.

Auch, wenn wir von den Green Chefs eigentlich nicht über Politik und Politiker sprechen: Am gleichen Tag ließ uns das Berliner Geschehen mit einem Abkommen zurück, dass sie selbst als großen Durchbruch bezeichneten, dass uns selbst aber nur kopfschüttelnd bis sprachlos zurücklässt. Aber zurück zum Wesentlichen:

Alle fürs Klima – wir waren dabei

Wir geben es offen zu: Die letzte Demo war noch zur DM-Zeiten. Wir haben es uns bequem gemacht, wir haben vieles geschafft, ohne Massen zu mobilisieren, neue Techniken brachten neue Formen der Kommunikationen, auch der Veränderung und des Protestes mit sich. Aber die Bewegung, die vor einem Jahr begann und immer größer wurde, diese Kraft, die uns eine Gänsehaut beschert, wenn wir die Bilder von den F4F Schülerdemonstrationen gesehen haben, die raubt einem den Atem.

Schüler möchte man sein, so dachte und denke ich oft – Motor der neuen Welt, Zünder einer Bewegung, Start des Kampfes Alt gegen Neu. Seit Jahren lese ich, dass das, was kommt, Revolutionen wie die der 68er in den Schatten stellen wird. Und langsam kommt die Erkenntnis: Ja, es stimmt – es wird alles anders. Wenn die Studenten der 68er nur mehr Raum und Ruhe haben wollten, so kann man der jetzigen Bewegung sagen: Ihr wollt alles.

Zu Recht? Ich weiß es nicht, aber ich denke: Ja. Und hoffe dabei, dass viele von den Schülern und Studenten, die jetzt kämpfen, nicht „vom System“ aufgefressen werden und für vermeintliche Karrieren ihren Biss verlieren, sondern ihr ganzes Leben so weiter machen wie bisher.

Eines ist klar: Die jetzigen Lenker in Politik und Wirtschaft werden ihrer Verantwortung nicht gerecht.

Aber weiter mit der Demo: Es ging schon beim Verlassen der U-Bahn nicht mehr weiter, auf der mittleren Ebene dachten wir schon, das seit die Demo und was sich dann auftat, als wir ans Tageslicht kamen. Menschen, soweit das Auge reicht. Mit so vielen hatte keiner gerechnet – auf dem Handy tauchten, sofern man noch etwas Restempfang hatte, Zahlen aus den anderen Städten auf. Gänsehaut pur – und das Gefühl: Ich bin dabei – wir schaffen es.

Und wir durften am 20sten September dabei sein. Aus Friday for Future wurde ein Alles fürs Klima.

Alle fürs Klima – was für die Gastronomie

Knapp 1,5 Millionen Menschen auf der Straße – nur in Deutschland. Was bedeutet das für die Gastronomie? Ja – viele Gastronomen und Green Chefs Partner waren mit dabei in Hamburg. Sorry, aber von anderen Städten haben wir (noch) nichts gehört … bitte meldet Euch!

Für uns sind das 1,5 Millionen Menschen, die zeigen, dass sie bereit sind für Veränderung, die wissen, dass gutes Essen nicht industriell hergestellt werden kann, dass Lebensmittel, die natürlich nachhaltig herstellt werden (müssen), teurer sind.

Und die 1,5 Millionen Menschen waren erst der Anfang. Es werden mehr – wir werden mehr. Öko ist 80er, es ist nicht nur chic, einen nachhaltigen Lebensstil zu pflegen, es wird zunehmend zur Pflicht, um gesellschaftlich akzeptiert zu werden.

In diesem Sinn werden Restaurant, die sich nachhaltig, fair und verantwortungsbewusst präsentieren, in Zukunft weniger als Exoten gelten, sondern normal werden. Es werden sich Eltern den Fragen ihrer Kinder stellen, warum es ausgerechnet das Restaurant sein muss, dass nicht mal die Grundlagen von Ethik in der Tierhaltung kennt und wie es sein kann, dass man einen Ausflug in ein Gasthaus machen kann, das bei der Auswahl der Lebensmittel die günstigsten Preise weltweit einem verantwortungsvollen Wirken vorzieht?

Auf in die bessere Zukunft!
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