Enkeltauglicher Wein mit Charakter

Weingut Schmachtenberger - Lage

Das Weingut Schmachtenberger in Randersacker steht für eine Verbindung aus Tradition und zeitgemäßem, verantwortungsvollem Weinbau. Seit über zwölf Generationen wird hier Wein erzeugt, dennoch versteht sich der Betrieb nicht als nostalgischer Hüter alter Zeiten. Im Mittelpunkt steht ein zukunftsorientierter, biologischer Weinbau, der den Begriff „enkeltauglich“ ernst nimmt. Nachhaltigkeit ist kein Zusatz, sondern Teil der Qualitätsdefinition – im Weinberg, im Keller und im täglichen Denken.

Wie das Weingut Schmachtenberger Nachhaltigkeit lebt

Die Weine tragen diesen Anspruch bereits im Namen: „Weine mit Charakter“. Gemeint ist damit nicht nur ein prägnantes Geschmacksprofil, sondern auch eine klare Haltung zu Umwelt, Ressourcen und Herkunft. In einer Branche, in der Herkunftsbegriffe oft inflationär verwendet werden, setzt Schmachtenberger auf überprüfbare Standards und transparente Kommunikation. Das zeigt sich sowohl in der Zertifizierung als Bio-Weingut als auch in der Mitgliedschaft bei anspruchsvollen Verbänden. Haltung und Handwerk sollen im Glas spürbar werden.

Bio, Naturland, Ethos: Nachhaltigkeit mit System

Schmachtenberger ist als biologisches Weingut zertifiziert und trägt das EU-Bio-Siegel (DE-ÖKO-022). Ergänzt wird dies durch die Naturland-Zertifizierung, die deutlich über die gesetzlichen Bio-Mindeststandards hinausgeht. Hinzu kommt die Mitgliedschaft bei Ethos, einem Verband, der für ganzheitliche, faire und ressourcenschonende Landwirtschaft steht. Diese Kombination richtet den Betrieb klar auf langfristige Bodenfruchtbarkeit und Ressourcenschonung aus.

Weingut Schmachtenberger - Erde
Weingut Schmachtenberger – Erde

Bioweinbau bedeutet unter anderem den Verzicht auf synthetische Pestizide und leichtlösliche Mineraldünger. Stattdessen stehen stabile Ökosysteme im Weinberg im Fokus. Humusfördernde Bewirtschaftung, Begrünung und ein insgesamt zurückhaltendes, auf Beobachtung basierendes Eingreifen prägen den Alltag. Ziel ist es, Reben zu stärken, statt sie in Abhängigkeit von externen Inputs zu bringen. So entsteht eine Grundlage, die auch künftigen Generationen eine wirtschaftliche Nutzung ermöglicht.

Früh stellte Markus Schmachtenberger den gängigen Lösungsweg infrage, Probleme im Weinbau immer weiter chemisch zu beantworten. Der Ansatz, für jede Herausforderung ein neues chemisches Wundermittel zu entwickeln, erschien ihm zu kurz gedacht. Stattdessen vertraut er darauf, dass sich die Natur in vielen Bereichen selbst helfen kann. Biologischer Weinbau wird so zum Lernprozess, der das Ökosystem Weinberg ernst nimmt und aktiv fördert.

Der Weinberg als lebendiges Ökosystem

Konsequent setzt Schmachtenberger auf schonende, intelligente Pflanzenschutzstrategien. Gegen Mehltau nutzt er etwa Biocarbonate, also ein Backpulver-Präparat. Damit lässt sich der Pflanzenschutzaufwand deutlich reduzieren, ohne die Reben sich selbst zu überlassen. Die Maßnahme passt ins Gesamtkonzept: so viel Schutz wie nötig, so wenig Eingriff wie möglich.

O-Ton Markus Schmachtenberger: „Ich brauche Struktur auf der Fläche.“ Struktur heißt für ihn Vielfalt. Der Weinberg soll kein steriles Monokultursystem mehr sein, sondern ein lebendiger Raum mit vielen Funktionen. Deshalb pflanzt das Weingut Bäume und pflegt Hecken in den Lagen. Sie bieten Lebensraum, brechen Wind, spenden Schatten und schaffen Mikroklimata, die den Reben zugutekommen.

Zentral ist eine konsequente Begrünungswirtschaft. In den Zeilen wächst eine Saatmischung aus über zwanzig Komponenten, sorgfältig ausgewählt für Bodenleben, Durchwurzelung und Erosionsschutz. Diese Pflanzen „füttern“ den Boden, liefern organische Masse, lockern die Struktur und fördern Mikroorganismen. Der Weinberg wird damit zu einem Kreislauf, in dem Nährstoffe zirkulieren, statt als Dünger von außen zu kommen.

Gleichzeitig arbeitet das Weingut daran, Monokulturen Schritt für Schritt aufzulösen. Unterschiedliche Begrünungen, Blühstreifen, strauchige Randzonen und Bäume sorgen für mehr Biodiversität. Insekten, Vögel und Nützlinge finden Raum und tragen zum natürlichen Gleichgewicht bei. Krankheiten und Schädlinge sollen gar nicht erst ungebremst dominieren, weil das System vielfältig und widerstandsfähig ist.

Pflanzen müssen beobachtet werden, so Schmachtenberger. Reben zeigen ihre Probleme, wenn man genau hinschaut. Blätter, Wuchsform und Traubenbild liefern Hinweise, bevor ein Schaden entsteht. Dieses genaue Beobachten ersetzt nicht nur manche Spritzung. Es schärft auch das Verständnis für jeden einzelnen Weinberg und seine Eigenheiten.

Muschelkalk, Handwerk und Herkunft im Glas

Die Weinberge des Gutes liegen auf Muschelkalkböden rund um Randersacker – ein Terroir, das für mineralische, druckvolle Weine bekannt ist. Schmachtenberger versteht diese Böden nicht nur als geologisches Detail, sondern als identitätsstiftenden Faktor. Die Weine sollen die Herkunft schmeckbar machen, nicht uniformen Stilen hinterherlaufen. Kräftige, vollmundige Weine mit klarer Handschrift sind das erklärte Ziel.

Weingut Schmachtenberger
Weingut Schmachtenberger

Der Weg dahin führt über konsequent handwerkliche Arbeit: vom Rebschnitt über die selektive Lese bis zur schonenden Verarbeitung im Keller. Jede Entscheidung orientiert sich an der Frage, wie Eigenständigkeit und Ausdruck bewahrt werden können. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter eine hohe Zahl an Gold- und Silbermedaillen bei fränkischen Prämierungen, bestätigen diesen Ansatz. Qualität und Nachhaltigkeit werden nicht als Gegensätze gedacht, sondern als zwei Seiten derselben Medaille.

Ein besonderer Baustein dieses Qualitätsverständnisses ist die Arbeit mit genetischer Vielfalt im Weinberg. Statt auf wenige, genetisch identische Klone zu setzen, verfolgt Schmachtenberger den Weg der Massenselektion. Aus alten, bewährten Anlagen werden Rebstöcke mit besonderen Eigenschaften ausgewählt und vermehrt. So entstehen Rebanlagen mit vielen Individuen, die sich in kleinen Nuancen unterscheiden.

Diese Vielfalt stärkt das Gesamtsystem. Unterschiedliche Reben reagieren verschieden auf Wetter, Krankheiten und Stress. Der Weinberg wird dadurch in sich robuster und kann auf Klimaschwankungen besser reagieren. Gleichzeitig entsteht im Glas eine größere Tiefe, weil viele Facetten zusammenkommen. Herkunft, Boden und Jahrgang bekommen mehr Raum, sich auszudrücken.

Nachhaltigkeit als Angebot an Gastronomie und Handel

Für Gastronomie und Fachhandel bietet ein derart aufgestelltes Weingut weit mehr als ein sauberes Bio-Logo auf der Karte. Es liefert eine erzählbare Geschichte von Herkunft, Verantwortung und Handwerk. In einer zunehmend werteorientierten Genusskultur wächst die Bedeutung solcher Geschichten. Gerade dort, wo Gäste bewusster nachfragen und Betriebe ihr Nachhaltigkeitsprofil schärfen wollen, werden diese Details zum Pluspunkt.

Schmachtenberger positioniert sich als Partner für Betriebe, die Wein nicht nur als Begleitung, sondern als Teil ihres nachhaltigen Gesamtkonzepts verstehen. Enkeltauglicher Weinbau, gelebte Bio-Standards, Verbandseinbindung und ein klarer Herkunftsbezug schaffen ein Angebot, das über sensorische Qualität hinausgeht. Biodiversität im Weinberg, schonender Pflanzenschutz und Massenselektion machen die Weine zu Botschaftern eines anderen Landwirtschaftsverständnisses.

Nachhaltigkeit wird hier zur Geschmacks- und Haltungsfrage. Im Glas steht ein Wein mit Charakter, im Hintergrund steht eine Landwirtschaft, die Zukunft mitdenkt. Für Hotellerie, Gastronomie und Fachhandel entsteht so ein Sortiment, das sich nicht nur gut trinken, sondern auch gut erklären lässt – vom Muschelkalk bis zur Begrünungsmischung im Weinberg.

www.weine-mit-charakter.de

Geld sparen mit Bio: Wie Betriebe Nachhaltigkeit bezahlen können

Oliver Blum - Institut für Gastro-Konzepte

Bio ist längst kein Nischenthema mehr. In Ausschreibungen für Kitas, Schulen und Seniorenheime wird ein höherer Bioanteil gefordert. Gleichzeitig wächst der Druck in Hotels, Betriebsrestaurants und klassischen Gastronomie-Betrieben. Gäste fragen nach Regionalität, Tierwohl und Klimaschutz. Viele Häuser möchten ihr Profil schärfen und nachhaltiger werden. Oft steht jedoch eine Sorge im Raum: Bio sprengt das Budget.

Diesen Zielkonflikt nimmt Berater Oliver Blum vom Institut für Gastro-Konzepte in den Blick. Er zeigt, wie Küchen mit einem klugen Konzept mehr Bio finanzieren können, ohne an Wirtschaftlichkeit zu verlieren. Der Schlüssel liegt weniger im Produkt, sondern im System dahinter.

Bio scheitert selten am Produkt, sondern am Konzept

In der Gemeinschaftsverpflegung werden für mehr Bio meist nur Ausschreibungstexte und Bewertungsmatrizen angepasst. In der Gastronomie werden Lieferantenlisten überarbeitet und Rezepturen auf Bio umgestellt. Das Ergebnis ist oft ähnlich: Der Wareneinsatz steigt sichtbar, die Preise klettern, Entscheider bremsen. Bio bleibt das Etikett „zu teuer“.

Rein rechnerisch ist das logisch. Höhere Einkaufspreise treiben den Wareneinsatz. Klassische Aufschlagskalkulationen geben diese Mehrkosten direkt an den Gast weiter. Neue Kalkulationsmethoden wie Deckungsbeitragsrechnung ändern das nur begrenzt. Wenn alle Faktoren gleich bleiben, bleibt auch das Ergebnis gleich.

Spannend wird es, wenn Küchen an genau diesen Faktoren arbeiten. Blum betont, dass Speisenkosten immer aus mehreren Bausteinen bestehen. Wareneinsatz, Personal und Energie greifen ineinander. Wer diese Stellschrauben gezielt nutzt, schafft finanziellen Raum für mehr Bio, ohne Qualitätsverluste.

Wo Küchen Budget für Bio freischaufeln

Im Wareneinsatz lohnt ein zweiter Blick. Jede Kalkulation enthält Zutatenmenge, Schwund, Quellfaktoren, Tellerreste und Wasseranteile. Optimierte Garverfahren und passende Schnittformen senken Verluste. Klare Portionierung und durchdachte Beilagenkonzepte reduzieren den Rücklauf auf dem Teller. So entsteht Budget für Bio-Gemüse oder hochwertiges Bio-Fleisch.

Auch die Personalkosten bieten Potenzial. Standardisierte Abläufe, gute Mise en Place und die passende Technik verkürzen Arbeitswege. Zusatzstofffreie einzelportionierbare Bio-Produkte bis Conveniencestufe 3 können Bio-Produkte erst praktikabel machen. Wenn weniger Minuten pro Gericht anfallen, darf die eingesetzte Rohware wertiger sein. Gleichzeitig entlastet ein kluges Ausgabekonzept die Teams im Service.

Der dritte Hebel ist Energie. Gut geplante Produktionszeiten, sinnvolle Füllmengen und effiziente Geräte senken den Verbrauch pro Portion. Kombidämpfer, die konsequent ausgelastet sind, sparen im Alltag mehr, als vielen bewusst ist. In der Summe entstehen so spürbare Beträge, die sich in Richtung Bio verschieben lassen.

Neues Kochkonzept statt teurer Luxus-Schiene

Blum vergleicht Küchen gerne mit Autos. Wer Sprit sparen will, wechselt nicht nur die Reifen, sondern denkt Motorleistung, Fahrweise und Route neu. In der Profiküche gilt das gleiche Prinzip. Ein zeitgemäßes Kochkonzept, das Wareneinsatz, Personal und Energie gemeinsam betrachtet, macht mehr Bio möglich, ohne automatisch die Preise explodieren zu lassen.

Ob Gemeinschaftsverpflegung, Hotel oder à-la-carte-Restaurant: Bio kann zum Motor für professionelle Küchenentwicklung werden. Wer den Mut hat, Prozesse ehrlich zu prüfen, entdeckt oft überraschende Reserven. Dann wandelt sich der Satz „Bio ist zu teuer“ in eine andere Botschaft: Bio zeigt, wie gut eine Küche ihr Handwerk und ihre Zahlen im Griff hat. Genau diese Haltung stärkt Betriebe – und macht Gäste wirklich glücklich.

www.institut-gastro.de

Darlene Schwabroch – Nachhaltigkeit im Team verankern – Teil 5

Darlene Schwabroch - Nachhaltigkeit im Team 5

Vom Workshop zur Wirklichkeit: Erfolgsbeispiele aus der Praxis

In den vergangenen Teilen unserer Serie haben wir die Notwendigkeit von Nachhaltigkeit beleuchtet, den Weg zur Gründung eines Green Teams skizziert und kreative Methoden für die Strategieentwicklung vorgestellt. Doch die entscheidende Frage für jeden Unternehmer lautet: Was bringt das unterm Strich? Im letzten Teil unserer Serie blicken wir auf konkrete Praxisbeispiele und zeigen, wie aus moderierten Workshops messbare ökonomische und ökologische Erfolge wurden.

Fallbeispiel 1: Das Stadthotel – Energiekosten runter, Teamgeist rauf

Ein mittelständisches Stadthotel mit 80 Zimmern sah sich mit zwei Problemen konfrontiert: stetig steigende Energiekosten und eine spürbare Gleichgültigkeit vieler Mitarbeiter gegenüber den bereits vorhandenen Nachhaltigkeitszielen. Die Geschäftsführung entschied sich für einen zweitägigen Workshop mit einem neu gegründeten Green Team, moderiert von einer externen Coachin. Mithilfe von systemischer Analyse wurde schnell klar, dass die Kommunikation zwischen den Abteilungen (Etage, Haustechnik, Rezeption) unzureichend war und es an einem Gefühl der gemeinsamen Verantwortung mangelte.

Das Ergebnis des Workshops war ein mehrstufiger Aktionsplan: Zur schnellen Motivation wurde ein interner „Energiespar-Wettbewerb“ zwischen den Etagen ins Leben gerufen, dessen Fortschritt transparent visualisiert wurde. Zudem wurden die Müllsammelpunkte zentralisiert und mit klaren, bebilderten Anleitungen versehen, was die Recyclingquote sofort verbesserte. Die wichtigste Neuerung war jedoch die Einführung des „Grünen Vorschlags des Monats“, bei dem Mitarbeiter für umgesetzte Ideen prämiert werden. Das Resultat nach sechs Monaten: Eine nachweisliche Senkung des Energieverbrauchs um 12 %, eine deutlich verbesserte Mülltrennung und – was die Führung besonders freute – eine signifikant höhere Mitarbeiterzufriedenheit in Bezug auf die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit.

Fallbeispiel 2: Der Landgasthof – Weniger Abfall, mehr Regionalität

Ein etablierter Landgasthof mit gehobener Küche wollte seinen hohen Lebensmittelabfall reduzieren und den Anteil regionaler Produkte erhöhen, wusste aber nicht, wo er anfangen sollte. In einem LEGO® Serious Play® Workshop modellierte das Küchen- und Serviceteam den gesamten „Weg eines Lebensmittels“ durch den Betrieb – vom Wareneingang über die Verarbeitung bis zum Teller und schließlich zum Abfall. Dieser spielerische Prozess machte die kritischen Punkte schonungslos sichtbar: unkoordinierte Bestellungen, zu große Portionen bei bestimmten Gerichten und ineffiziente Verwertung von Abschnitten.

Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelte das Team direkt im Workshop Lösungen: Die Speisekarte wurde saisonal gestrafft, ein neues System zur Verwertung von Gemüseabschnitten für Fonds und Suppen eingeführt und die Portionsgrößen bei den Beilagen angepasst. Parallel dazu baute das Team ein Modell der „idealen Lieferkette“ und identifizierte zwei nahegelegene Bauernhöfe als potenzielle Direktlieferanten. Das Resultat: Nach nur einem Quartal konnte der Wareneinsatz bei Gemüse um fast 10 % reduziert werden. Die neue, offen kommunizierte Partnerschaft mit den lokalen Höfen wurde zu einem starken Marketingargument, das von den Gästen honoriert wurde und die Tischreservierungen positiv beeinflusste.

Fazit der Serie

Diese Beispiele zeigen: Nachhaltigkeit ist kein abstraktes Konzept, sondern das Ergebnis konkreter, gemeinsamer Arbeit. Der Weg über ein ermächtigtes Green Team, das mit professionellen Methoden arbeitet, führt nicht nur zu ökologischen Verbesserungen, sondern schafft handfeste wirtschaftliche Vorteile und stärkt den Teamzusammenhalt. Es ist eine Investition, die sich auf allen Ebenen auszahlt und den Betrieb für die Zukunft robust und attraktiv aufstellt.

Flair Hotel Reuner – wo Hofleben, Gastlichkeit und Verantwortung zusammenfinden

Flair Hotel Reuner

Seit 2015 sind Daniel Reuner und sein Flair Hotel Reuner Teil der Green Chefs – damit gehören sie fast zu den ersten, die sich dem Netzwerk angeschlossen haben. Wer hier ankommt, betritt nicht einfach ein Hotel, sondern einen gewachsenen Familienbetrieb, in dem Landwirtschaft, Küche und Gastlichkeit ineinandergreifen. Tiere auf den Wiesen, Gemüse aus der eigenen Gärtnerei, Obst aus dem hofeigenen Garten und Honig von den eigenen Bienen bilden die Grundlage für eine Küche, die Regionalität nicht behauptet, sondern lebt. Für Profis aus der Gastronomie ist schnell spürbar: Das ist kein Konzept „auf Papier“, sondern das Ergebnis vieler konsequenter Entscheidungen über Jahre.

Ein Hof, der mehr ist als ein Hotel

Das Flair Hotel Reuner liegt in Zossen, vor den Toren Berlins, und wirkt wie ein Gegenentwurf zur anonymen Kettenhotellerie. Gäste erleben einen Ort, an dem Landwirtschaft sichtbar bleibt: Saisonale Produkte kommen aus der rund vier Hektar großen Gärtnerei, vom Obstgarten, von den Wiesen und aus dem eigenen Wald. In der Küche heißt das: kurze Wege, volle Transparenz und eine Produktkenntnis, die weit über das übliche Lieferantengespräch hinausgeht. Daniel und sein Team können buchstäblich erzählen, wo das auf dem Teller gewachsene Leben herkommt – inklusive aller Risiken und Unwägbarkeiten, die echte Landwirtschaft mit sich bringt.

Flair Hotel Reuner - Daniel Reuner
Flair Hotel Reuner – Daniel Reuner

Gleichzeitig bleibt das Haus klar gastorientiert: Entschleunigung, Ankommen, sich wie „zu Besuch auf einem Hof“ fühlen statt im klassischen Hotel übernachten – das ist die Stimmung, die viele Gäste beschreiben. Für Kolleginnen und Kollegen aus der Branche zeigt der Betrieb, dass man landwirtschaftliche Komplexität und professionelle Hotellerie unter einem Dach vereinen kann, ohne an Servicequalität oder Professionalität einzubüßen.

Nachhaltigkeit als tägliche Praxis, nicht als Label

Mit einem Ergebnis von 95 Prozent im aktuellen GreenSign-Nachhaltigkeitsbarometer gehört das Flair Hotel Reuner zu den besonders konsequent nachhaltig geführten Betrieben. Doch Daniel versteht die Auszeichnung eher als Verpflichtung denn als Trophäe. Nachhaltigkeit beginnt hier nicht erst bei neuen Investitionen, sondern bei den täglichen Entscheidungen: von geschlossenen Kreisläufen in der Landwirtschaft über regionale Lieferketten bis hin zu konsequentem Abfall-, Wasser- und Energiemanagement.

Flair Hotel Reuner - Garten
Flair Hotel Reuner – Garten

Besonders spannend für Profis: Der Betrieb denkt Nachhaltigkeit ganzheitlich – ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Oder anders gesagt: Nur wenn der Hof wirtschaftlich stabil bleibt, können Ausbildung, Integration und regionale Wertschöpfung dauerhaft funktionieren. Genau dieser Dreiklang macht den Ansatz für andere Gastronomiebetriebe übertragbar, auch wenn nicht alle eine eigene Gärtnerei oder Tierhaltung aufbauen können.

Menschen fördern, Region stärken

Ein Kern des Hauses ist die soziale Verantwortung. Daniel gibt gezielt Jugendlichen aus schwierigen familiären Situationen und Menschen mit Migrationshintergrund eine berufliche Perspektive. Viele starten mit wenig Selbstvertrauen – und entwickeln sich im Betrieb zu tragenden Teammitgliedern, Ausbildern oder Führungskräften. Ehemalige bleiben oft über Jahre verbunden, was zeigt, wie stark dieser Ort als Ausbildungs- und Lebensstation wirkt. Gleichzeitig bereichert die kulturelle Vielfalt – etwa Mitarbeitende aus Nepal und Indonesien, die seit vielen Jahren Teil des Teams sind – den Alltag spürbar.

Damit leistet das Flair Hotel Reuner mehr als „nur“ gute, ehrliche Küche. Der Betrieb stärkt regionale Wertschöpfung, sichert Arbeitsplätze, pflegt Kulturlandschaft und nimmt seine Rolle im ländlichen Raum bewusst an. Für die Green Chefs ist Daniel Reuner damit einer der Partner, die zeigen: Wenn man Landwirtschaft, Gastronomie und gesellschaftliche Verantwortung zusammendenkt, entsteht ein Vorbild, das weit über die eigene Hofgrenze hinausstrahlt.

Darlene Schwabroch – Nachhaltigkeit im Team verankern – Teil 4

Darlene Schwabroch - Nachhaltigkeit im Team verankern - Teil 4

Mehr als nur Reden: Kreative Werkzeuge für den Nachhaltigkeits-Workshop

Ein Green Team ist gegründet, die Unterstützung der Führung ist gesichert. Doch nun beginnen die eigentlichen Herausforderungen: Wie entwickelt man eine Strategie, die alle mittragen? Wie löst man komplexe Probleme wie die Reduzierung von Lebensmittelabfällen, bei denen Küche, Service und Einkauf zusammenspielen müssen? Klassische Meetings und Brainstorming-Runden stoßen hier oft an ihre Grenzen. Professionell moderierte Workshops mit spezialisierten Methoden können helfen, Denkblockaden zu überwinden und das volle Potenzial eines Teams zu entfalten. Wir stellen zwei solcher leistungsstarken Werkzeuge vor, die auch Coachin Darlene Schwabroch in ihrer Arbeit einsetzt.

Systemisches Coaching: Das Unternehmen als Ganzes verstehen

Ein Unternehmen ist wie ein feines Spinnennetz: Zieht man an einem Faden, bewegt sich das ganze Gebilde. Das systemische Coaching macht sich diese Erkenntnis zunutze. Statt ein Problem isoliert zu betrachten, wird es im Kontext des gesamten Betriebs und seiner Wechselwirkungen analysiert. Ein zentrales Werkzeug sind dabei die „zirkulären Fragen“. Eine Frage lautet dann nicht: „Warum produzieren wir so viel Abfall?“, sondern: „Was würde der Leiter des Einkaufs sagen, was der Hauptgrund für den Abfall in der Küche ist?“ oder „Welche Auswirkung hätte eine Reduzierung des À-la-carte-Angebots auf die Zufriedenheit der Service-Mitarbeiter?“.

Durch diese gezielten Perspektivwechsel werden die Teammitglieder angeregt, aus ihren gewohnten „Silos“ auszubrechen. Sie lernen, die Herausforderungen und Standpunkte der anderen Abteilungen zu verstehen. Dieser Prozess deckt oft unbewusste Konflikte, aber auch verborgene Ressourcen und unerwartete Verbündete auf. Eine Lösung, die auf diesem ganzheitlichen Verständnis basiert, ist weitaus robuster und hat eine höhere Akzeptanz im gesamten Unternehmen, da potenzielle Widerstände frühzeitig erkannt und berücksichtigt werden können.

LEGO® Serious Play®: Mit den Händen denken und komplexe Ideen bauen

Was auf den ersten Blick wie ein Spiel für Kinder aussieht, ist eine wissenschaftlich fundierte und weltweit anerkannte Innovationsmethode. Bei LEGO® Serious Play® (LSP) nutzen die Teilnehmer Legosteine, um Antworten auf komplexe Fragen in Form von 3D-Modellen zu bauen. Die Hände sind direkt mit dem Gehirn verbunden, und der Bauprozess aktiviert andere Areale als das reine Sprechen. So können auch introvertierte Teammitglieder ihre Gedanken und Ideen mühelos zum Ausdruck bringen.

Eine typische Aufgabe könnte lauten: „Baue ein Modell, das unsere größte Herausforderung beim Thema Nachhaltigkeit darstellt!“ oder „Baue ein Modell unserer Vision einer perfekt nachhaltigen Küche in fünf Jahren!“. Anschließend erklärt jeder Teilnehmer die Bedeutung seines Modells. Diese Geschichten machen abstrakte Begriffe wie „Strategie“ oder „Herausforderung“ greifbar und verständlich. Gemeinsam werden die Einzelmodelle dann zu einer gemeinsamen Landschaft zusammengefügt, die das gemeinsame Verständnis und den co-kreierten Lösungsansatz darstellt. LSP fördert eine zu 100 % beteiligte und offene Kommunikation, da es nicht um das „richtige“ oder „falsche“ Modell geht, sondern um die Bedeutung, die ihm gegeben wird.

Die Rolle der Coachin ist es hierbei, den Prozess professionell zu moderieren und sicherzustellen, dass die kreative Energie in konkrete, umsetzbare Ergebnisse mündet. Denn am Ende eines solchen Workshops steht nicht nur ein buntes Lego-Modell, sondern ein von allen getragener Aktionsplan.

Im letzten Teil unserer Serie zeigen wir anhand von Praxisbeispielen, wie diese Methoden zu messbaren Erfolgen in Gastronomiebetrieben geführt haben.

Sommer unter Druck – Sascha Halweg

Sascha Halweg

Die Sommer in Deutschland haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Längere Hitzeperioden, steigende Temperaturen und immer häufiger auftretende Extremwetterlagen wirken sich direkt auf das Freizeitverhalten der Menschen aus. Diese Entwicklung trifft die Gastronomie besonders stark, denn sie lebt von planbaren Abläufen, verlässlichen Strömen an Gästen und einem kalkulierbaren Tagesgeschäft.

Sascha Halweg, erfahrener Gastronom und Betreiber eines beliebten Hauses mit Biergarten, erlebt diese Veränderungen täglich. Im Gespräch schildert er, wie sich der XXL-Sommer auf Umsätze, Arbeitsabläufe und die Erwartungshaltung der Gäste auswirkt. Gleichzeitig macht er deutlich, welche Anpassungen notwendig werden, damit Betriebe auch in Zukunft erfolgreich arbeiten können.

Interview

Sascha, Du sagst, dass die Sommer in Deutschland nicht mehr das sind, was sie einmal waren. Was genau meinst Du damit?

Sascha Halweg: Die Sommer werden von Jahr zu Jahr heißer, und das hat direkte Folgen für unser Geschäft. In diesem Jahr mussten wir mittags bereits zweimal Gästen absagen, weil es schlicht zu heiß war, um im Biergarten zu sitzen und zu genießen. Bei über 35 Grad hält sich niemand lange gerne im Freien auf, schon gar nicht beim Essen. Die Temperaturen steigen, und die Wahrscheinlichkeit für Extremwetter nimmt deutlich zu. Das alles ist eine klare und dauerhafte Herausforderung für die Gastronomie.

Welche Veränderungen beobachtest Du im Essverhalten der Gäste während der heißen Tage?

Sascha Halweg: Der Appetit schwindet, sobald das Thermometer richtig nach oben klettert. Menschen kommen zwar mit dem Wunsch, schön essen zu gehen, doch je heißer es wird, desto größer ist die Hemmschwelle, überhaupt das Haus zu verlassen. Viele empfinden schwere oder warme Gerichte dann als zusätzliche Belastung. Stattdessen rücken leichtere Optionen in den Fokus, etwa frische Salate, kalte Speisen oder kleinere Snacks, die den Kreislauf weniger fordern. Dieses veränderte Essverhalten prägt inzwischen ganze Tage.

Anpassung an den XXL-Sommer

Wie reagierst Du auf diese Veränderungen in der Gastronomie?

Sascha Halweg: Wir passen sowohl unsere Öffnungszeiten als auch die Mitarbeiterplanung an die neue Realität an. Der klassische Feierabend verschiebt sich zunehmend nach hinten, denn erst gegen 21 Uhr wird es oft angenehm genug, um draußen oder entspannt im Restaurant zu sitzen. Vorher ist es für viele schlicht zu heiß, um wirklich genießen zu können. Auch mittags bleibt die Küche an sehr heißen Tagen teilweise kalt, weil sich der Aufwand kaum lohnt. Parallel denken wir intensiv über eine Überarbeitung der Speisekarte nach und planen, mehr kalte Gerichte, leichtere Küche und flexible Angebote einzubauen.

Klimatisierung scheint ein wichtiges Thema zu sein. Wie gehst Du damit um?

Sascha Halweg: Klimatisierung wird zum echten Überlebensfaktor für gastronomische Betriebe. Viele Gäste suchen gezielt klimatisierte Räume, um der Hitze zu entkommen und sich wohlzufühlen. Wer diese Umgebung bieten kann, verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig beobachten wir, dass der Notdienst für Kältetechnik im Sommer stark ausgelastet ist, weil Kühlhäuser und Anlagen oft an ihre Grenzen kommen. Investitionen in moderne Technik sind deshalb unvermeidlich, wenn ein Betrieb langfristig konkurrenzfähig bleiben und seine Warenqualität sichern will.

Gesundheit, Team und neue Ideen

Welche weiteren Maßnahmen planst Du, um mit den heißen Sommern umzugehen?

Sascha Halweg: Wir denken über deutlich mehr Begrünung im Außenbereich nach, um natürliche Schattenplätze zu schaffen und das Mikroklima zu verbessern. Zusätzlich stehen Wasserspender für Gäste und Team im Raum, damit alle ausreichend trinken. Ein weiteres Thema ist ein System aus feinem Wassernebel im Biergarten, das die Luft spürbar abkühlen könnte. Gleichzeitig rückt die Gesundheit unserer Mitarbeiter in den Vordergrund. Wir sollten bei Uniformstandards flexibler werden, leichtere Stoffe zulassen und kürzere Schichten anbieten. Nur ein Team, das sich körperlich wohlfühlt, kann an heißen Tagen dauerhaft gute Leistung bringen.

Abschließend, was ist Deine Botschaft an die Gastronomiebranche?

Sascha Halweg: Die XXL-Sommer sind keine Ausnahme mehr, sondern ein fester Bestandteil der Zukunft. Die Branche muss sich darauf einstellen, investieren und Strukturen verändern, um Erträge zu sichern. Wer offen bleibt, neue Ideen ausprobiert und die Bedürfnisse von Gästen und Mitarbeitenden ernst nimmt, kann aus der Krise auch eine Chance machen. Wichtig bleibt, im Kopf cool zu bleiben, kreativ zu denken und die eigenen Konzepte mutig an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen.

https://www.linkedin.com/in/sascha-halweg
bluemchen.restaurant

Click A Tree – Gemeinsam Bäume pflanzen

St. Ottilien

Wie Du mit Click A Tree Gäste gewinnst und Deine Marke stärkst

Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein Trend – sie ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Mit Click A Tree kannst Du dieses Potenzial nutzen, ohne selbst ein komplexes CSR-Konzept zu entwickeln. Du integrierst ein einfaches, klares Baumpflanz-Projekt in Deinen Alltag und machst daraus ein Versprechen an Deine Gäste: Genuss mit Wirkung.

Statt moralischem Zeigefinger bekommen Deine Gäste ein positives Extra-Argument: Sie können schlemmen und ganz nebenbei Bäume pflanzen. Das sorgt nicht für Schwere, sondern für ein „Wow, cool, dass ihr das macht“. Und genau dieses Gefühl bleibt hängen – weit über den Restaurantbesuch hinaus.

Aus einem Essen wird eine Geschichte, die weitererzählt wird

Mit Click A Tree wird aus jedem ausgewählten Gericht oder Drink ein Gesprächsanlass. Du gibst Deinen Gästen eine Story an die Hand, die sie gerne weitererzählen: „Bei uns pflanzen die mit jedem Green-Gastro-Gericht einen Baum.“ Das ist einfach, emotional und perfekt geeignet für Tischgespräche, Social Media und Mundpropaganda.

Click A Tree - Philippinen
Click A Tree – Philippinen

Du lieferst nicht nur gutes Essen, sondern eine Haltung, die sichtbar ist: Anzahl der gepflanzten Bäume, Projektland, Wirkung vor Ort. Diese konkreten Fakten machen Dein Engagement greifbar und glaubwürdig – und unterscheiden Dich von allen, die Nachhaltigkeit nur in schönen Worten auf die Website schreiben.

Gleichzeitig wird Deine Kommunikation leichter. Du hast einen roten Faden, auf den Du immer wieder zurückkommen kannst: auf der Speisekarte, auf Tafeln im Gastraum, in Posts und Newslettern. Statt ständig neue Aktionen zu erfinden, baust Du konsequent an einer starken, nachhaltigen Marke.

Praxisbeispiel: Waldrestaurant St. Ottilien als Gästemagnet

Wie das konkret aussehen kann, zeigt das Waldrestaurant St. Ottilien bei Freiburg. Dort gibt es ein monatlich wechselndes vegetarisches oder veganes Green-Gastro-Gericht. Für jede Bestellung wird ein Baum in Ghana gepflanzt – einfach, klar, verständlich für jede:n Gast.

Das Ergebnis: Über 8.500 gepflanzte Bäume insgesamt, allein rund 1.200 im ersten Halbjahr 2026. Gleichzeitig kamen Medienberichte über das Engagement, was zusätzliche Sichtbarkeit und neue Gäste brachte. Viele Besucher kommen gezielt regelmäßig, um das jeweils neue Monatsgericht zu probieren – und kurbeln damit ganz nebenbei den Umsatz an.

St. Ottilien - Tisch
St. Ottilien – Tisch

Die Inhaberin beschreibt die Zusammenarbeit als unkompliziert und „einen Gewinn für alle“. Genau darum geht es: Du kannst Dich auf Dein tägliches Geschäft konzentrieren, während das Baumpflanz-Projekt im Hintergrund läuft – aber im Vordergrund für Gesprächsstoff, Bindung und ein gutes Gefühl sorgt.

Mehr Bindung, mehr Sichtbarkeit, mehr Stolz im Team

Gäste entscheiden oft aus dem Bauch, wohin sie gehen. Wenn sie wissen, dass ihr Besuch bei Dir automatisch Bäume wachsen lässt, schlägt die Entscheidung schnell zu Deinen Gunsten aus. Sie verbinden mit Dir nicht nur gutes Essen, sondern auch ein gutes Gefühl – und kommen eher wieder, um „ihren Wald weiter wachsen zu lassen“.

Dazu kommt der PR-Effekt: Ein Betrieb, der systematisch Bäume pflanzt, ist spannend für lokale Medien, Blogger:innen und Influencer. Du bietest eine einfache, positive Story, die gerne aufgegriffen und geteilt wird – ohne dass sie nach Werbung aussieht. So baust Du Reichweite und Reputation auf, während Du einfach weiter guten Service machst.

Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung auf Dein Team. Mitarbeitende sind stolzer, wenn sie sagen können: „Bei uns pflanzen wir mit unseren Gästen Bäume.“ Das stärkt Identifikation, Motivation und macht Dich attraktiver als Arbeitgeber.

So wird die Zusammenarbeit mit Click A Tree zu weit mehr als einem grünen „Nice to have“: Sie ist ein Werkzeug, um Deine Marke zu schärfen, Gäste zu binden, Umsätze zu stabilisieren – und ganz nebenbei den Planeten ein Stück besser zu hinterlassen.

Wasser, das Haltung zeigt: Viva con Agua in der Perlenflasche

Viva con Aqua - Perlenflasche und Gästeflasche

Wer in der Gastronomie Verantwortung übernimmt, entscheidet nicht nur über Geschmack, sondern auch über Wirkung. Viva con Agua in der Perlenflasche steht für ein Mineralwasser, das ökologische, soziale und ästhetische Ansprüche verbindet – und zugleich eine klare Geschichte von Haltung und Engagement transportiert.

Warum Viva con Agua in die Gastronomie passt

Viva con Agua ist ein gemeinnütziges Mineralwasser, das seit 2006 Trinkwasser-, Sanitär- und Hygieneprojekte unterstützt. Mit jedem verkauften Kasten fließen Mittel in internationale WASH-Projekte (Water, Sanitation, Hygiene).

Aktuell werden unter anderem Projekte in Uganda, Tansania, Südafrika, Sambia, Indien und Äthiopien gefördert. Dort entstehen neue Wasserpunkte, bestehende Quellen werden saniert und sanitäre Anlagen aufgebaut. Parallel dazu laufen Schulprogramme und Workshops zu Wasser, Sanitär und Hygiene, in denen Kinder, Lehrkräfte und ganze Dorfgemeinschaften geschult werden, die Infrastruktur sinnvoll zu nutzen und langfristig instand zu halten. Aus einem einzelnen Wasserhahn wird so ein Hebel für weniger wasserbedingte Krankheiten, höhere Schulbesuchsquoten und mehr Zeit für Erwerbsarbeit statt stundenlangem Wasserholen.

Für Gastronomiebetriebe eröffnet sich damit die Möglichkeit, ein Produkt auszuschenken, das über den Moment am Tisch hinaus wirkt und das eigene Nachhaltigkeitsprofil glaubwürdig unterstreicht.

Die Perlenflasche: gläserner Klimafreund und Designklassiker

Die Perlenflasche gilt als naheliegende Wahl für nachhaltig ausgerichtete Gastronomien. Die robuste Mehrweg-Glasflasche hat eine deutlich längere Lebensdauer als PET-Varianten und wirkt auf dem Tisch hochwertig und professionell. Seit über 40 Jahren ist sie ein Designklassiker mit hohem Wiedererkennungswert – ein stiller Qualitätsbeweis, der sich harmonisch in anspruchsvolle Speisen- und Getränkekonzepte einfügt.

Ihr größter Vorteil liegt jedoch in der Logistik: Durch ein standardisiertes Vertriebssystem kann die Perlenflasche deutschlandweit zurückgegeben und wiederbefüllt werden. Dies reduziert Transportwege, vermeidet Leerfahrten und verbessert die CO₂-Bilanz im Vergleich zu vielen anderen Verpackungslösungen spürbar.

Ein klares Statement für nachhaltige Gastronomie

In der Kombination von Viva con Agua und Perlenflasche entsteht ein Produkt, das Klimaschutz und globalen Zugang zu sauberem Trinkwasser verbindet – und damit zu einem sichtbaren Symbol für eine Gastronomie wird, die Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ernst nimmt.

https://vivaconagua.org

Darlene Schwabroch – Nachhaltigkeit im Team verankern – Teil 3

Darlene Schwabroch - Nachhaltigkeit im Team 3

Vom Einzelkämpfer zum Green Team: Nachhaltigkeit im Kollektiv verankern

Wir haben die vielfältigen Vorteile einer Nachhaltigkeitsstrategie beleuchtet, doch die beste Strategie bleibt wirkungslos, wenn sie nicht im Team gelebt wird. Viele Initiativen scheitern daran, dass sie von Einzelpersonen vorangetrieben werden, die sich im Alltagsstress aufreiben, oder dass Anweisungen von oben ohne echtes Verständnis umgesetzt werden müssen. Die Lösung ist die Gründung eines „Green Teams“: eine abteilungsübergreifende Gruppe, die als interner Motor, Ideengeber und Multiplikator für alle Nachhaltigkeitsthemen fungiert. Doch wie wird ein solches Team erfolgreich aufgesetzt?

Schritt 1: Das uneingeschränkte Bekenntnis der Führungsebene

Jede erfolgreiche Initiative beginnt mit einem klaren Signal von oben. Die Geschäftsführung muss Nachhaltigkeit nicht nur erlauben, sondern sie aktiv als strategisches Unternehmensziel definieren. Dieses Bekenntnis ist die Grundlage für alles Weitere. Es bedeutet konkret, dem zukünftigen Green Team offizielle Ressourcen zuzugestehen: ein festes Zeitbudget für regelmäßige Treffen während der Arbeitszeit und ein eigenes, wenn auch anfangs kleines, Budget für erste Maßnahmen. Ohne diese Rückendeckung bleibt das Team ein zahnloser Tiger und die Motivation der Mitglieder wird schnell erodieren. Die Führungskraft muss die Rolle des „Enablers“ einnehmen, der das Team ermächtigt und ihm den Rücken freihält.

Schritt 2: Die Zusammenstellung des Teams – Vielfalt ist der Schlüssel

Ein Green Team ist dann am stärksten, wenn es ein Miniaturbild des gesamten Betriebs darstellt. Die Mitglieder sollten aus allen relevanten Abteilungen stammen: Küche, Service, Housekeeping, Einkauf, Marketing und Verwaltung. Diese Vielfalt stellt sicher, dass alle Perspektiven berücksichtigt werden. Der Koch kennt die Abfallströme in der Küche, die Servicekraft hört das direkte Feedback der Gäste, und der Einkäufer kennt die Lieferketten. Eine Mischung aus Freiwilligen, die aus persönlicher Überzeugung brennen, und strategisch benannten Mitgliedern, die wichtige Abteilungen vertreten, ist oft ideal. Zu Beginn sollte eine Teamleitung benannt und ein klarer Auftrag formuliert werden, um Orientierung zu geben.

Schritt 3: Die ersten Schritte – Mit schnellen Erfolgen für Motivation sorgen

Um das gefürchtete „Versanden“ der Initiative zu verhindern, sollte das Team mit niedrigschwelligen Zielen starten, die schnell sicht- und messbare Erfolge bringen. Solche „Low-Hanging Fruits“ können die Umstellung auf ökologische Reinigungsmittel, die Einführung eines konsequenteren Mülltrennsystems oder eine erste Analyse des Lebensmittelabfalls sein. Diese frühen Erfolge sind enorm wichtig für die Moral und beweisen dem Rest der Belegschaft und der Führungsebene die Handlungsfähigkeit des Teams. Ein externer Coach kann in dieser Startphase helfen, den Prozess zu moderieren, realistische Ziele zu definieren und eine effektive Arbeitsstruktur zu etablieren, die das Team langfristig trägt.

Schritt 4: Kommunikation und Transparenz – Erfolge sichtbar machen

Was nützt der größte Erfolg, wenn niemand davon erfährt? Das Green Team muss seine Arbeit und seine Erfolge kontinuierlich kommunizieren. Ein Aushang im Pausenraum, ein fester Punkt in Teambesprechungen oder ein interner Newsletter halten die gesamte Belegschaft auf dem Laufenden und motivieren zur Teilnahme. Erfolge sollten gefeiert werden. Dies schafft Anerkennung für die engagierten Mitglieder und macht deutlich, dass Nachhaltigkeit ein gemeinsames Projekt ist, bei dem jeder Beitrag zählt. So wird aus einer kleinen Gruppe engagierter Mitarbeiter schrittweise eine unternehmensweite Bewegung.

Im nächsten Teil werfen wir einen detaillierten Blick auf die kreativen und wirksamen Methoden, die in Nachhaltigkeits-Workshops zum Einsatz kommen, um komplexe Probleme zu lösen.

Essbare Wildpflanzen

Wildpflanzen Magazin - Green Chefs

Ein neues Fachmagazin zur Verwendung essbarer Wildpflanzen hält Einzug in die nachhaltige Gastronomie. „Essbare Wildpflanzen“ bündelt botanisches Wissen, kulinarische Praxis und Hintergrundberichte zu Sammelkultur und Naturschutz. Green-Chefs-Betriebe, die das Heft auslegen, machen damit sichtbar, wie ernst sie den Anspruch nehmen, fair und verantwortungsvoll zu agieren. Das Magazin entsteht unabhängig vom Netzwerk, fügt sich aber nahtlos in dessen Leitbild ein: bewusster Umgang mit Ressourcen, transparente Herkunft und Qualitätsorientierung jenseits von Standards.

Die Redaktion richtet ihren Blick auf Wildpflanzen, die abseits klassischer Kulturpflanzen stehen und doch ein hohes geschmackliches und kulturelles Potenzial besitzen. Pflanzenportraits, Sammelhinweise und Rezepte aus Küche und Bar zeigen, wie sich die Vielfalt der heimischen Flora in anspruchsvolle gastronomische Konzepte integrieren lässt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Wildpflanzen nur dann sinnvoll eingesetzt werden können, wenn Fachwissen, Sorgfalt und Respekt gegenüber Natur und Produzentinnen und Produzenten gegeben sind – Kriterien, die im Selbstverständnis der Green Chefs eine zentrale Rolle spielen.

Mehr Profil für verantwortungsvolle Betriebe

Die Präsenz von „Essbare Wildpflanzen“ im Gastraum ist mehr als ein zusätzlicher Lesestoff für Gäste. Sie unterstreicht das Profil von Betrieben, die Verantwortung nicht als Schlagwort, sondern als gelebte Praxis verstehen. Das Magazin setzt Akzente bei Themen wie Regionalität im unmittelbaren Umfeld, saisonale Dynamik und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen. Für Green-Chefs-Häuser entsteht so ein weiterer Baustein, um den eigenen Anspruch sichtbar zu machen: weg vom reinen Warenbezug, hin zu einem reflektierten Umgang mit dem, was vor der Haustür wächst.

Das Zusammenspiel von Magazin und Küchenpraxis eröffnet eine erweiterte Kommunikationsebene. Während im Hintergrund mit regionalen Produzentinnen und Produzenten, kurzen Lieferketten und ressourceneffizienten Abläufen gearbeitet wird, liefert das Heft im Gastraum Hintergrundinformationen und Beispiele. Gäste erhalten Einblicke in die Gründe, warum bestimmte Produkte gewählt oder bewusst gemieden werden, warum saisonale Schwankungen akzeptiert und kreative Lösungen bei der Warenverwertung gesucht werden. Damit wird Nachhaltigkeit im Betrieb nicht nur sichtbar, sondern auch nachvollziehbar.

Inspiration für die Branche im Wandel

Für die Green Chefs bietet „Essbare Wildpflanzen“ zudem Inspiration im innerbetrieblichen Austausch. Berichte über innovative Küchenkonzepte, Porträts von Sammelinitiativen und Fachbeiträge zu rechtlichen Rahmenbedingungen regen an, eigene Ansätze zu prüfen oder weiterzuentwickeln. Gesundheitsaspekte, sensorische Besonderheiten und kulturelle Hintergründe der beschriebenen Pflanzen liefern zusätzliche Argumente für eine differenzierte Produktwahl.

In einer Branche, die sich zunehmend an Kriterien wie Fairness, Transparenz und Ressourcenschonung messen lassen muss, setzt das Magazin einen klaren Impuls. Es stärkt jene Betriebe, die Verantwortung als Qualitätsmerkmal verstehen, und macht sichtbar, wie tief dieser Anspruch in den Alltag hineinreichen kann – von der Auswahl der Zutaten über die Küchenorganisation bis zur Kommunikation im Gastraum.

www.essbare-wildpflanzen.de