Nice To Not Have [3]: Küchenpapier

Nice to not have - Küchenpapier

In der Serie „Nice to not have“ zeigen wir Dinge, auf die ein Green Chef ruhig verzichten kann. Mal offensichtlich, mal überraschend. Heute: Küchenpapier.

Dafür.
Warum Küchenpapier toll ist

Abgerissen, aufgewischt: Die Küchenrolle ist ein allzeit bereiter Freund und Helfer, wenn es um’s Aufwischen und Aufsaugen geht. Schnell gekauft, schnell gewischt, und schnell wieder aus dem Sinn, sobald sie in der Tonne liegt. Einfacher geht’s nicht!

Dagegen.
Warum Küchenpapier schlecht ist

Nice to not have - KüchenpapierEs ist recht offensichtlich: Küchenpapier ist ein Wegwerfprodukt ersten Ranges. Benutztes Papier kann nicht wiederverwendet werden und füttert stattdessen die Abfalltonne. Das jagt jedem Green Chef einen Stich durch’s Herz! Abfall ist doof. Unnötiger Abfall noch doofer.

Die Küchenrolle hat es nicht verdient, so mir nichts dir nichts im Müll zu landen. In den meisten Fällen wurden für sie Bäume gefällt, Hölzer von weither transportiert, und in energieintensiven Prozessen weiterverarbeitet. Damit die fertige Küchenrolle auf dem Transport zum Handel und zum Verbraucher nicht friert, wurde sie zudem sorgfältig in Plastikfolie eingepackt – auch die landet von uns meist unbeachtet im Müll.

Aber ich kann doch nicht ohne!?
Lösungen.

Selbst wenn wir es könnten: Wir wollen kein Küchenpapier-Verbot aufstellen. Aber wir mögen einfach keine Einwegprodukte – schon gar nicht, wenn sie so leicht ersetzt werden können. Daher unser ausgefallener Anschaffungstipp, den wir Küchenpapiernutzern ans Herz legen: Ein Lappen. In den meisten Fällen, in denen Küchenrolle zum Einsatz kommt, erfüllt ein herkömmlicher Lappen diese Aufgabe mindestens ebenso gut, wenn nicht sogar besser. Lappen sind, je nach Beschaffenheit, oft sehr viel saugfähiger, reißfester und vor allem: mehrfach verwendbar.

Und wenn es doch mal Küchenrolle sein soll, sei an dieser Stelle Recyclingpapier als möglichst nachhaltige Alternative empfohlen. Ein zuverlässiges Siegel, das bei der Kaufentscheidung helfen kann, ist der „Blaue Engel“: Papiere mit diesem Siegel werden zu 100% aus Altpapier gemacht. Außerdem ist der Einsatz von chlorhaltigen Bleichmitteln und schädlichen Chemikalien beim Recyclingprozess verboten.

War noch was?

Ja. Küchenpapier hat Geschwister, die ähnliche Charakterzüge aufweisen und daher ebenso mal einen bewussten Gedankengang wert sind. Genannt seien hier zum Beispiel Papierservietten, Taschentücher oder Papierhandtücher. Stoff statt Papier kann auch hier Wunder wirken, um Abfall zu reduzieren, Ressourcen zu schonen, Energie zu sparen, Transportwege zu verkürzen, und, und, und, …

Nice to Not Have - Papiertücher

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Nice To Not Have [1]: Alufolie
Nice To Not Have [2]: Nörgeler

Nice To Not Have [2]: Nörgeler

Nörgeler (c) Pixabay

In der Serie „Nice to not have“ zeigen wir Dinge, auf die ein Green Chef ruhig verzichten kann. Mal offensichtlich, mal überraschend. Heute: Nörgeler. Unser Vorschlag ist natürlich nicht, jeden Nörgeler aus dem Betrieb zu entfernen, sondern insgesamt im Betrieb die Nörgelei zu minimieren!

Kleine Begriffserklärung vorab: Ein Nörgeler ist jemand, der gerne nörgelt. Sprich meckert, mäkelt, mosert, motzt, mault – oder welches Wort auch immer im regionalen Sprachgebrauch zutreffend ist.

Dafür.
Warum Nörgeler toll sind

Nörgeler haben enorme Freiheiten: Sie können unablässig ihre Meinung sagen – und die ist wohlgemerkt immer schlecht. Mit kleinlicher Kritik und ständigen Beanstandungen von Essen, Küchenatmosphäre oder dem Betrieb als Ganzes lassen sie in Gastronomiebetrieben keinen Missstand unentdeckt.

Dagegen.
Warum Nörgeler schlecht sind

Nörgeln ist leider selten zielführend. Auch wenn Nörgeler findige Problemdetektive sind – es mangelt doch oft an Initiative zu weiteren Schritten; konkret: zur Problemlösung.

Nörgeler (c) PixabaySchade ist auch, dass die Meckerer behobene Missstände nicht wirklich wertschätzen. Kaum wird ein Problem angegangen, wittern sie schon das nächste. Eine Aussage wie „Ja, das ist schon ok so“ ist oft das höchste der Gefühle – unmittelbar gefolgt von einem großen Aber.

Warum denn eigentlich so pessimistisch? Ist wirklich alles immer nur schlimm? Dauernörgeln ist nicht nur für den Nörgeler selbst der beste Weg in die Unzufriedenheit, sondern kann auch schnell die Stimmung im Team auf den Nullpunkt bringen. Höchste Zeit für jeden Green Chef, „Stop!“ zu schreien! Ein gesundes Arbeitsklima bringt ein zufriedenes Team bringt Spaß an der Arbeit bringt kreative Qualitätsküche bringt glückliche Gäste bringt Erfolg bringt ein gesundes Arbeitsklima … ein Kreislauf, in dem für Nörgeler nur selten Platz ist.

Aber ich nörgle doch so gerne!?
Lösungen.

Nörgeln ist schnell getan und fällt meist leichter als loben; das kennen wir wohl alle. Und natürlich ist das auch Typsache: Der eine ist mehr Optimist, der andere mehr Pessimist. So sind sie nun einmal, die Menschen, mit all ihren Macken und Liebenswürdigkeiten.

Wer im Sinne der Green Chefs seinem Team ein angenehmes Arbeitsklima bieten möchte, schätzt den Menschen in jedem seiner Mitarbeiter – und zeigt sich selbst menschlich. Da gehört Nörgeln mal dazu; konstruktive Kritik, Lob und Spaß an der Arbeit sollten jedoch deutlich überwiegen.

Selbst wenn wir es könnten: Wir stellen kein Nörgel-Verbot auf. Manchmal muss ein bisschen Mosern einfach sein. Aber, liebe Green Chefs, vergesst Euren Frohsinn nicht, und das Feuer, das in Euren Kulinariker-Herzen brennt! Das Leben ist zu schön, um es zu vernörgeln. Und wenn ein Mitarbeiter zum Obernörgeler wird: Es mag einen Grund dafür geben. Sucht das Gespräch und geht Probleme gemeinsam an.

War noch was?

Nö. Genug genörgelt.

nörgeler puppen - nice to not have (c) pixabay

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Nice To Not Have [1]: Alufolie

Nice To Not Have [1]: Alufolie

Nice to not have: Alufolie (Foto: Pixabay)

In der Serie „Nice to not have“ zeigen wir Dinge, auf die ein Green Chef ruhig verzichten kann. Mal offensichtlich, mal überraschend. Heute: Alufolie.

Dafür.
Warum Alufolie toll ist

Es geht so fix: Die Reste schnell in Alufolie gewickelt, die Schüssel schnell damit abgedeckt, für Take-Away-Food oder zur Aufbewahrung. Sie hält Keime fern und Wärme drin. Sie ist formbar, flexibel, und gefügig wie Wachs in meinen Händen. Kurzum: Der silberne Knister-Mantel ist einfach praktisch.

Dagegen.
Warum Alufolie schlecht ist

  1. Nice to not have: Alufolie (Foto: Pixabay)Energieaufwand: Aluminium, und damit auch Alufolie, ist bis in die Spitzen vollgepumpt mit Energie. Man sagt, zur Herstellung von einer Tonne Aluminium benötigt man etwa so viel Energie, wie ein Familienhaushalt in 3-4 Jahren verbraucht.
  2. Ressourcenproblem: Aluminium steckt in einem Erz, dem sogenannten Bauxit. Bauxit kommt  vor allem in Regenwaldregionen vor, zum Beispiel in Brasilien. Um das Bauxit zu fördern, muss demnach viel Regenwald abgeholzt werden.
  3. Umweltrisiko: Bei der Produktion von Aluminium fällt in großen Mengen Rotschlamm an. Der enthält unter anderem Blei und Quecksilber – ist also extrem giftig. Nicht selten landet dieser Rotschlamm einfach in Flüssen und Seen. Die bessere Lösung sind Rotschlammdeponien, doch auch die sind unsicher: So  brach 2010 in Ungarn der Damm einer solchen Deponie. Mehrere Dörfer wurden von Schlammlawinen überflutet.
  4. Gesundheitsrisiko: Aluminium steht im Verdacht, Krebs und Alzheimer zu begünstigen. Zudem soll es das Nervensystem sowie den Knochenstoffwechsel schädigen können und sich auf Ungeborene negativ auswirken können. Speisen, die in Alufolie eingewickelt sind, können das Aluminium aufnehmen und somit gesundheitsschädlich werden.

Aber ich kann doch nicht ohne!?
Lösungen.

Selbst wenn wir es könnten: Wir wollen kein Alu-Verbot aufstellen. Vielmehr soll unsere Nice To Not Have-Liste dazu anregen, sich Gedanken zu machen. Was kann ich also tun?

  1. Verbrauch minimieren: Manchmal geht’s nicht anders; die Alufolie muss her. Wer sie bewusst einsetzt und sich Gedanken macht, ob es nicht doch eine Alternative gibt, der hat schon viel gewonnen.
    Wenn die Folie nicht grade völlig verschmiert ist und allen Hygienevorschriften trotzt, lässt sie sich häufig auch mehrfach verwenden.
  2. Recycling: Aluminium lässt sich recyclen – nicht umsonst zahlen wir in Deutschland Dosenpfand. Allerdings ist es gar nicht so einfach, Alufolie aus Recycling zu finden. Ein Produkt ist die Alufolie des Herstellers I You Care.
  3. Alternativen: In aller Regel setzen wir aber schlichtweg auf Mehrweg statt Folie. Zur Aufbewahrung und zum Transport von Speisen bieten sich Dosen und Boxen an. Auch Gläser sind wahre Wunder, sie eignen sich sogar zum Einfrieren. Um Schüsseln abzudecken tut es oft auch ein Teller. Und wenn es doch Folie oder Verpackung sein soll, dann gibt’s umweltfreundliche Alternativen, wie zum Beispiel die plastikfreie Folie Bee’s Wrap oder Papiertüten.

War noch was?

Ja. Alu gibt’s natürlich nicht nur in Folienform. Die Probleme, die mit Aluminium einhergehen, gelten genauso für andere Aluprodukte.

Nice to Not Have: Aluminium (Fotos: Pixabay)