Mehr als nur Reden: Kreative Werkzeuge für den Nachhaltigkeits-Workshop
Ein Green Team ist gegründet, die Unterstützung der Führung ist gesichert. Doch nun beginnen die eigentlichen Herausforderungen: Wie entwickelt man eine Strategie, die alle mittragen? Wie löst man komplexe Probleme wie die Reduzierung von Lebensmittelabfällen, bei denen Küche, Service und Einkauf zusammenspielen müssen? Klassische Meetings und Brainstorming-Runden stoßen hier oft an ihre Grenzen. Professionell moderierte Workshops mit spezialisierten Methoden können helfen, Denkblockaden zu überwinden und das volle Potenzial eines Teams zu entfalten. Wir stellen zwei solcher leistungsstarken Werkzeuge vor, die auch Coachin Darlene Schwabroch in ihrer Arbeit einsetzt.
Systemisches Coaching: Das Unternehmen als Ganzes verstehen
Ein Unternehmen ist wie ein feines Spinnennetz: Zieht man an einem Faden, bewegt sich das ganze Gebilde. Das systemische Coaching macht sich diese Erkenntnis zunutze. Statt ein Problem isoliert zu betrachten, wird es im Kontext des gesamten Betriebs und seiner Wechselwirkungen analysiert. Ein zentrales Werkzeug sind dabei die „zirkulären Fragen“. Eine Frage lautet dann nicht: „Warum produzieren wir so viel Abfall?“, sondern: „Was würde der Leiter des Einkaufs sagen, was der Hauptgrund für den Abfall in der Küche ist?“ oder „Welche Auswirkung hätte eine Reduzierung des À-la-carte-Angebots auf die Zufriedenheit der Service-Mitarbeiter?“.
Durch diese gezielten Perspektivwechsel werden die Teammitglieder angeregt, aus ihren gewohnten „Silos“ auszubrechen. Sie lernen, die Herausforderungen und Standpunkte der anderen Abteilungen zu verstehen. Dieser Prozess deckt oft unbewusste Konflikte, aber auch verborgene Ressourcen und unerwartete Verbündete auf. Eine Lösung, die auf diesem ganzheitlichen Verständnis basiert, ist weitaus robuster und hat eine höhere Akzeptanz im gesamten Unternehmen, da potenzielle Widerstände frühzeitig erkannt und berücksichtigt werden können.
LEGO® Serious Play®: Mit den Händen denken und komplexe Ideen bauen
Was auf den ersten Blick wie ein Spiel für Kinder aussieht, ist eine wissenschaftlich fundierte und weltweit anerkannte Innovationsmethode. Bei LEGO® Serious Play® (LSP) nutzen die Teilnehmer Legosteine, um Antworten auf komplexe Fragen in Form von 3D-Modellen zu bauen. Die Hände sind direkt mit dem Gehirn verbunden, und der Bauprozess aktiviert andere Areale als das reine Sprechen. So können auch introvertierte Teammitglieder ihre Gedanken und Ideen mühelos zum Ausdruck bringen.
Eine typische Aufgabe könnte lauten: „Baue ein Modell, das unsere größte Herausforderung beim Thema Nachhaltigkeit darstellt!“ oder „Baue ein Modell unserer Vision einer perfekt nachhaltigen Küche in fünf Jahren!“. Anschließend erklärt jeder Teilnehmer die Bedeutung seines Modells. Diese Geschichten machen abstrakte Begriffe wie „Strategie“ oder „Herausforderung“ greifbar und verständlich. Gemeinsam werden die Einzelmodelle dann zu einer gemeinsamen Landschaft zusammengefügt, die das gemeinsame Verständnis und den co-kreierten Lösungsansatz darstellt. LSP fördert eine zu 100 % beteiligte und offene Kommunikation, da es nicht um das „richtige“ oder „falsche“ Modell geht, sondern um die Bedeutung, die ihm gegeben wird.
Die Rolle der Coachin ist es hierbei, den Prozess professionell zu moderieren und sicherzustellen, dass die kreative Energie in konkrete, umsetzbare Ergebnisse mündet. Denn am Ende eines solchen Workshops steht nicht nur ein buntes Lego-Modell, sondern ein von allen getragener Aktionsplan.
Im letzten Teil unserer Serie zeigen wir anhand von Praxisbeispielen, wie diese Methoden zu messbaren Erfolgen in Gastronomiebetrieben geführt haben.


