Seit 2015 sind Daniel Reuner und sein Flair Hotel Reuner Teil der Green Chefs – damit gehören sie fast zu den ersten, die sich dem Netzwerk angeschlossen haben. Wer hier ankommt, betritt nicht einfach ein Hotel, sondern einen gewachsenen Familienbetrieb, in dem Landwirtschaft, Küche und Gastlichkeit ineinandergreifen. Tiere auf den Wiesen, Gemüse aus der eigenen Gärtnerei, Obst aus dem hofeigenen Garten und Honig von den eigenen Bienen bilden die Grundlage für eine Küche, die Regionalität nicht behauptet, sondern lebt. Für Profis aus der Gastronomie ist schnell spürbar: Das ist kein Konzept „auf Papier“, sondern das Ergebnis vieler konsequenter Entscheidungen über Jahre.
Ein Hof, der mehr ist als ein Hotel
Das Flair Hotel Reuner liegt in Zossen, vor den Toren Berlins, und wirkt wie ein Gegenentwurf zur anonymen Kettenhotellerie. Gäste erleben einen Ort, an dem Landwirtschaft sichtbar bleibt: Saisonale Produkte kommen aus der rund vier Hektar großen Gärtnerei, vom Obstgarten, von den Wiesen und aus dem eigenen Wald. In der Küche heißt das: kurze Wege, volle Transparenz und eine Produktkenntnis, die weit über das übliche Lieferantengespräch hinausgeht. Daniel und sein Team können buchstäblich erzählen, wo das auf dem Teller gewachsene Leben herkommt – inklusive aller Risiken und Unwägbarkeiten, die echte Landwirtschaft mit sich bringt.

Gleichzeitig bleibt das Haus klar gastorientiert: Entschleunigung, Ankommen, sich wie „zu Besuch auf einem Hof“ fühlen statt im klassischen Hotel übernachten – das ist die Stimmung, die viele Gäste beschreiben. Für Kolleginnen und Kollegen aus der Branche zeigt der Betrieb, dass man landwirtschaftliche Komplexität und professionelle Hotellerie unter einem Dach vereinen kann, ohne an Servicequalität oder Professionalität einzubüßen.
Nachhaltigkeit als tägliche Praxis, nicht als Label
Mit einem Ergebnis von 95 Prozent im aktuellen GreenSign-Nachhaltigkeitsbarometer gehört das Flair Hotel Reuner zu den besonders konsequent nachhaltig geführten Betrieben. Doch Daniel versteht die Auszeichnung eher als Verpflichtung denn als Trophäe. Nachhaltigkeit beginnt hier nicht erst bei neuen Investitionen, sondern bei den täglichen Entscheidungen: von geschlossenen Kreisläufen in der Landwirtschaft über regionale Lieferketten bis hin zu konsequentem Abfall-, Wasser- und Energiemanagement.

Besonders spannend für Profis: Der Betrieb denkt Nachhaltigkeit ganzheitlich – ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Oder anders gesagt: Nur wenn der Hof wirtschaftlich stabil bleibt, können Ausbildung, Integration und regionale Wertschöpfung dauerhaft funktionieren. Genau dieser Dreiklang macht den Ansatz für andere Gastronomiebetriebe übertragbar, auch wenn nicht alle eine eigene Gärtnerei oder Tierhaltung aufbauen können.
Menschen fördern, Region stärken
Ein Kern des Hauses ist die soziale Verantwortung. Daniel gibt gezielt Jugendlichen aus schwierigen familiären Situationen und Menschen mit Migrationshintergrund eine berufliche Perspektive. Viele starten mit wenig Selbstvertrauen – und entwickeln sich im Betrieb zu tragenden Teammitgliedern, Ausbildern oder Führungskräften. Ehemalige bleiben oft über Jahre verbunden, was zeigt, wie stark dieser Ort als Ausbildungs- und Lebensstation wirkt. Gleichzeitig bereichert die kulturelle Vielfalt – etwa Mitarbeitende aus Nepal und Indonesien, die seit vielen Jahren Teil des Teams sind – den Alltag spürbar.
Damit leistet das Flair Hotel Reuner mehr als „nur“ gute, ehrliche Küche. Der Betrieb stärkt regionale Wertschöpfung, sichert Arbeitsplätze, pflegt Kulturlandschaft und nimmt seine Rolle im ländlichen Raum bewusst an. Für die Green Chefs ist Daniel Reuner damit einer der Partner, die zeigen: Wenn man Landwirtschaft, Gastronomie und gesellschaftliche Verantwortung zusammendenkt, entsteht ein Vorbild, das weit über die eigene Hofgrenze hinausstrahlt.


