Pionier der neuen deutschen Küche: Nils Henkel

Green Chefs Partner Nils Henkel - Burg Schwarenstein

Nichts Geringeres als eine Renaissance der deutschen Küche wollte Nils Henkel schon damals mit seiner „Pure Nature“-Philosophie einläuten. Diese Denkweise hat er in den letzten Jahren und an diversen Karrierestationen konsequent weiterentwickelt. Heute fokussiert er sich mehr denn je auf das reine Geschmackserlebnis. Wir zeichnen sein Engagement mit dem Green Chefs Siegel aus.

Pur und unverfälscht: Die Küche von Nils Henkel

Green Chefs Partner Nils Henkel - Restaurant Schwarenstein
Green Chefs Partner Nils Henkel vom Restaurant Schwarenstein (Foto-Credit: Wonge Bergmann)

Die „Zeit nach Lerbach“ beschreibt Nils Henkel als eine Phase des Ausprobierens, während der er immer wieder zu meiner Stilistik zurückgekehrt sei. Letztlich hat mir bei allen interessanten Projekten das Team gefehlt, das ich nun auf Burg Schwarzenstein nach meinen Vorstellungen gestalten kann“, so Henkel. Mit seiner Position als Küchenchef im Restaurant Schwarzenstein fühlt er sich angekommen, hier kann er sich selbst und seine Ideen verwirklichen.

Das Restaurant Schwarzenstein verfügt über gerade mal 18 Plätze, ist hell und modern gestaltet und passt damit perfekt zu den raffinierten Kreationen des Pioniers der neuen deutschen Küche, als der Nils Henkel gerne bezeichnet wird. Souverän und einfallsreich spielt der Koch mit unterschiedlichen Texturen und aromatischen Überraschungen. Diese vereint er auf dem Teller zu kleinen Kunstwerken, bei denen der Eigengeschmack der erstklassigen Produkte zu jeder Zeit an erster Stelle steht.

Menüentwicklung à la Henkel

Zwar spielt Regionalität für die Küche von Nils Henkel eine entscheidende Rolle, dogmatisch geht er dabei aber nicht vor. Er möchte sich die Freiheit bewahren, trotz seiner zunehmenden Abkehr von den üblichen Luxusprodukten, sich von seinen Reisen und fremden Aromenwelten inspirieren zu lassen. „Es gibt einfach zu viele gute Produkte“, stellt Henkel klar.

Im Kreativprozess zur Menüentwicklung bleibt dennoch die Saison im Fokus. „Die Grundstruktur eines neuen Menüs steht aufgrund der Produkte recht schnell. Dann beginnt die kreative und assoziative Feinarbeit, die jedes Gericht dann einzigartig werden lässt“, sagt Nils Henkel.

Weiterentwicklung und Modernisierung der deutschen Küche

In seine Küche kommen Nils Henkel nur die besten Lebensmittel, die Natur und Saison aufbieten können. Sein erklärtes Ziel ist das absolute Geschmackserlebnis, denn er möchte seinen Gästen den puren Genuss der Lebensmittel ermöglichen. Dafür setzt Nils bevorzugt auf alte Gemüsesorten und wilde Kräuter aus der Region als Hauptdarsteller seiner Menüs FLORA und FAUNA.

Das vegetarische Menü FLORA ist so fein ersonnen und zusammengestellt, dass die Gäste Fisch und Fleisch nicht einmal vermissen. „Ich habe mich zuvor bei fast allen vegetarischen Menüs immer gefragt, wo denn der rote Faden war. Ein bloßes Weglassen von Fisch oder Fleisch mag nur eine Aneinanderreihung von Beilagen, aber noch kein gutes vegetarisches Menü sein. Es war einfach an der Zeit, diese leichte Spitzenküche stärker herauszuarbeiten“, zeigt sich Nils Henkel überzeugt.

Seine Menüs begleiten mittlerweile auch eigens angesetzte Säfte und Tees, mit denen der Genuss zur Perfektion abgerundet werden soll.

Pascal Haag goes back to the roots

Green Chefs Partner Pascal Haag (c) Sylvan Müller

Pascal Haag begeistert als freier Koch mit gleich mehreren Projekten. Seine Vielfalt im ausschließlich vegetarischen und veganen Bereich hat er seinen zahlreichen Auslandsreisen zu verdanken.

Aus vollem Herz vegetarisch

Green Chefs Partner Pascal Haag (c) Sylvan Müller
Green Chefs Partner Pascal Haag (c) Sylvan Müller

Sieben lange Jahre bewies Pascal im Hiltl in Zürich, dem ältesten vegetarischen Restaurant, dass er einer der größten Köpfe seines Bereichs ist. Daraufhin machte er sich selbstständig und schult nun andere Küchenchefs, gibt Kochkurse, entwickelt Rezepte und kocht bei verschiedenen Kochevents.

Pascal versucht in seiner Küche ausschließlich auf Bio- oder Demeter-Produkte zu setzen. Dabei ist ihm die enge Zusammenarbeit mit den Gemüseproduzenten sehr wichtig. Die dadurch entstehende Transparenz bietet eine gute Basis für Pascals Gerichte. Durch seine besondere Art, neue Gerichte zu entwickeln, entstehen kaum Lebensmittelreste und Verschwendung bleibt so auf der Strecke.

Pascal Haag – der Revolutionär

Schon früh im Laufe seiner Kochkarriere orientierte er sich anders, als die meisten seiner Kollegen. Da war es kein Wunder, als im Herbst 2016 das Kochbuch „Leaf to Root“, welches er mit der Journalistin Esther Kern und dem Fotografen Sylvan Müller machte, heraus kam. Darin macht Pascal deutlich, dass er nicht nur sein Handwerk versteht, sondern zeigt, wie wirklich alles von der Wurzel bis zum letzten Blatt verarbeitet werden kann.

Ein paar Beispiele: Aus Radieschenblättern wird ein würziger Salat, Erbsenschalen nutzt er für Suppe und Blumenkohlblätter verarbeitet Pascal zu einem Curry.

Pascal, wir freuen uns, dass du die Truppe der Green Chefs Partner bereicherst und freuen uns auf den Ideenaustausch mit dir.

Der Lachs wird Vegetarier

Der Lachs wird Vegetarier - Atlantic salmons (Salmo salar) in a fishfarm. Ryfylke, Norway.

Der Lachs gehört mit einem Anteil von 20 Prozent* zu den beliebtesten Fischarten und landet entsprechend oft auf den Tellern. Doch das Angebot ist begrenzt. Die Zucht gelingt nicht nachhaltig. Zwei Chemiekonzernen, Evonik und DSM, ist es nun gelungen, eine Lösung zu finden. Dafür wird der Lachs zum Vegetarier.

Vom Fischfresser zum Vegetarier

Der Lachs wird Vegetarier - Atlantic salmons (Salmo salar) in a fishfarm. Ryfylke, Norway.
Der Lachs wird Vegetarier

Um den Bedarf an Lachs decken zu können, wird der Fisch in Lachsfabriken weltweit gezüchtet. Da der Lachs wie auch Menschen und andere Tiere zum Wachstum auf die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA angewiesen sind, werden diese in Form von Fischöl zugefüttert. Gewonnen werden sie auch Wildlachs. So gehen 2,6 Kilogramm Wildlachs für 1 Kilogramm Zuchtlacht ins Netz.

An dieser Stelle setzt nun eine gemeinsame Erfindung der Chemiekonzerne Evonik aus Essen und DSM aus den Niederlanden an. Sie haben gemeinsam Patente entwickelt, Omega-3-Fettsäuren, die es eigentlich so nur in Fischen gibt, auf Basis einer Alge herzustellen. Eine Weltneuheit, die die Fischzucht revolutionieren könnte. Denn die Erfindung ist so effektiv, dass in Zukunft Fisch nicht mehr an Fisch verfüttert werden muss. Und auch der Tierfuttermarkt könnte davon profitieren.

Algenöl statt Fischöl vom Wildlachs – eine Revolution!

Und so funktioniert die Herstellung der fischlosen Omega-3-Fettsäuren: Algen werden mit Zucker – bevorzugt aus Mais – angereichert und brauchen nur ein paar Tage, bis sie geerntet werden und aus ihnen ein Algenöl gewonnen werden kann. Das wiederum ist ein hundertprozentiger Ersatz für das bisherige Fischöl, denn es enthält die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

Das Algenöl ist nicht nur reiner, weil es ohne mögliche zurückbleibende Schwermetalle oder Antibiotika in den Fischen hergestellt wird. Es ist auch effektiver, weil das Algenöl die doppelte Menge an Omega-3-Fettsäuren enthält wie herkömmliches Fischöl. Künftig soll die Alge 15 Prozent des derzeitigen jährlichen Bedarfs für Kulturlachs decken – zunächst. „Mit unserem Algenöl machen wir den Lachs sozusagen zum Vegetarier“, sagt Reiner Beste, Leiter der Ernährungssparte von Evonik.

Verbesserte Nachhaltigkeit in der Aquakultur

Gemeinsam mit DSM hat der deutsche Chemiekonzern dazu ein Joint-Venture unter dem Namen Veramaris gegründet. Eine Anlage zur Produktion wird in den kommenden Monaten in den USA entstehen, über den genauen Standort wird noch verhandelt. 2019 soll die Anlage in Betrieb gehen. Das Ziel ist es, mit der Alge „einen neuen Standard für eine verbesserte Nachhaltigkeit in der Aquakultur zu setzen“, sagt Beste.

Das fischlose Öl aus Alge ist zwar etwas teurer in der Herstellung, dafür ist es aber nachhaltig. Vom Futterproduzenten über den Lachszüchter bis hin zum Lebensmittelhandel habe es bereits positive Rückmeldung gegeben – auch in Bezug auf den moderaten Kosteneffekt, sagt Beste.

Steigende Kosten für herkömmliche Zuchtlachse

Hinzu kommt: Auch Fischöl wird immer teurer. Die Kosten für eine Tonne Fischöl liegt zurzeit bei 2000 bis 2500 Dollar. 2005 lag der Preis noch bei 500 Dollar. Das liegt an den Fischfangquoten, der erhöhten Nachfrage nach Lachs und dem begrenzenden Angebot. „So gesehen hat das Premium-Produkt Lachs so oder so mit steigenden Kosten zu rechnen“, sagt Beste.

Das Nachsehen könnte beim Einsatz der Alge als Fischölersatz die Fischerei-Industrie haben. Denn die Wildfische werden beim Einsatz der Alge nicht mehr benötigt.

*Nach Angaben der Nürnberger Gesellschaft für Konsum ist Lachs in Deutschland der meistverkaufte Fisch mit einem Verzehr von rund 14,4 Kilogramm Fangfisch pro Kopf.