Schon mal an einem Baum getankt?

Auftanken am Baum - City Tree von Green City Solutions

Das Thema E-Mobilität nimmt derzeit ziemlich Fahrt auf. So plant der schwedische Autohersteller Volvo, bereits ab 2019 neue Automodelle nur noch mit Elektro- oder Hybridantrieb zu produzieren. Das Ende der herkömmlicher Verbrennungsmotoren naht also merklich. Vor allem in Großstädten, in denen die Smog-Belastung das Leben der Menschen einschränkt, bedeutet das aufatmen. Ein besonderer Baum könnte zusätzlich für ein besseres Klima sorgen.

Aufatmen für Städter: Dieser Baum ist ein Filter-Genie

Die Erfinder des City Tree - Green City Solutions
Die Erfinder des City Tree – Green City Solutions

Apropos gute Luft: Dafür sorgen vier Dresdner Entwickler von Green City Solutions mit ihrem „City-Tree“. Hinter dem Begrünungssystem verbirgt sich eine vollkommen autarke, vier Meter hohe Mooswand, die Schadstoffe aus der Umgebung filtert. Dank der großen Oberfläche kann die Moos-Baum unter anderem bis zu 30 Kilogramm Kohlenstoffdioxid über das Jahr hinweg aufnehmen und zu Sauerstoff umwandeln. Eine Wahnsinnsleistung, für die es sonst 275 Bäume braucht. Der City-Tree versorgt sich außerdem selbst mit solarer Energie und wird mit Regenwasser ganz nach Bedarf der Pflanzen bewässert.

Ohne Moos nix los…

Der Filter-Baum der Dresdner kann noch mehr. So eignet er sich dank Internetanschluss auch als Werbe- oder Infowand, Wi-Fi-Hotspot oder Ladestation für Elektro-Fahrzeuge. Allerdings hat der Wunderbaum auch seinen Preis. 22.500 Euro müssen Investoren dafür berappen.

Schweizer „saugen“ CO2 aus der Luft

Schweizer Start-Up Climeworks saugt CO2 aus der Luft
Schweizer Start-Up Climeworks saugt CO2 aus der Luft
Schweizer Start-Up Climeworks saugt CO2 aus der Luft

Was wäre, wenn CO2 einfach so aus der Luft abgesaugt werden könnte? Und was wäre, wenn das abgesaugte Gas an anderer Stelle dann total sinnvoll von Nutzen sein könnte? Damit ließe sich das Klimaproblem zumindest teilweise lösen! So, und nun Applaus für das Züricher Start-up Climeworks.

Die Jungs und Mädels haben nämlich eine Art Schwamm entwickelt, mit dem Kohlenstoffdioxid abgesaugt werden kann. Diesen geben sie an einen Gemüsezüchter weiter, der damit seinen Gewächshauspflanzen etwas Gutes tut. Auch denkbar: Der Weiterverkauf des Gases an Getränkehersteller, um prickelnde Blubberblasen in die Brause zu bekommen.

Negative Emission: Filteranlage saugt CO2 aus der Luft

14 Gewächshäuser werden mit gefiltertem CO2 von Climeworks beliefert
14 Gewächshäuser werden mit gefiltertem CO2 von Climeworks beliefert

Im Schweizerischen Hinwil rödelt auf dem Dach einer Müllverbrennungsanlage die erste Rückgewinnungsanlage für Kohlenstoffdioxid fröhlich vor sich hin. Sie saugt CO2 aus der Umgebungsluft ab. Die Technologie ist revolutionär und könnte zumindest einen Teil des Klimaproblems lösen. Denn die Anlage soll im Jahr bis zu 900 Tonnen Kohlenstoffdioxid absorbieren und dann anderweitig nutzbar machen. Einen Großteil des gewonnen Kohlenstoffdioxids kauft beispielsweise eine benachbarte Gärtnerei, um sie ihren Pflanzen im Gewächshaus zuzuführen. Auch die Getränkeindustrie ist an dem Rohstoff interessiert.

Climeworks tüftelt auch bereits an einer Lösung, um Kohlenstoffdioxid als klimaneutralen Kraftstoff nutzbar zu machen.

CO2 für grüne Gewächshäuser und mehr Bläschen in der Brause

18 CO2-Kollektoren saugen die Luft mit großen Ventilatoren an. Im Innern der Anlage befindet sich ein patentierter Filter, der die Kohlenstoffdioxid-Moleküle wie ein Schwamm bis zur Sättigung aufnimmt. Das Gas wird anschließend bei etwa 100 °C aus dem Filter herausgelöst und unter Druck verflüssigt, damit man es lagern kann.

Da so eine Anlage natürlich Energie benötigt, haben die Entwickler sich auch etwas Pfiffiges einfallen lassen. Sie nutzen dafür einfach die Abwärme der Müllverbrennungsanlage.

Ist biologisches Essen gut fürs Klima?

Ist biologisches Essen gut fürs Klima

Welchen Einfluss haben die Menüs auf das Klima?

Nachhaltig produzierte Waren aus biologischem Anbau gehören für viele Gastronomen und Köche heute selbstverständlich zum Restaurantkonzept dazu. Doch welchen Auswirkungen haben diese Nahrungsmittel auf den pro Kopf CO2 Anteil im Jahr und das Klima? Wie können Köche eine positivere CO2-Bilanz mit entsprechenden Anpassungen ihrer Gerichten beeinflussen?

Ist biologisches Essen gut fürs KlimaRund ein Drittel der Treibhausgase weltweit entsteht durch die Produktion und den Konsum von Nahrungsmitteln, in den westlichen Ländern sind dies über zwei Tonnen CO2 pro Person im Jahr. Die Produktion von Rindfleisch zum Beispiel verursacht eine starke Klimabelastung, während Kartoffeln kaum zu Buche schlagen. Bei der Ernährung besteht also großes Sparpotenzial: Wer klimafreundlich essen möchte, sollte eher zu pflanzlichen statt zu tierischen Produkten greifen und auf Saisonalität sowie Regionalität achten. So können pro Menü bis zu 50 Prozent CO2 eingespart werden.

Unterstützung für ein klimafreundliches Menü bekommen Gastronomen mit dem CO2-Rechner des Zürcher Start-ups Eaternity.

Der Umwelt zuliebe

Schützen wir die Umwelt oder den Geldbeutel

Die Schilder im Hotel, die darauf hinweisen, das Handtuch mehr als einmal zu verwenden, um Waschgänge und damit Frischwasser zu sparen, kennt jeder. Das Anliegen der Hoteliers, damit die Umwelt zu schonen, ist löblich. Der Hinweises für die Hotelgäste à la „Helfen Sie unserer Umwelt!“ gleicht einem erhobenen Zeigefinger und erinnert mehr an Mutti, die einen rügt.

Schützen wir die Umwelt oder den Geldbeutel?

Der Umwelt zuliebe
Statt schlechtem Gewissen lieber das Belohnungssystem anregen

Auch Aufsteller mit dem Hinweis, dass bereits so und so viel Prozent der bisherigen Zimmergäste ihre Handtücher mehrfach verwendet haben, regt eher das schlechte Gewissen an – und wirkt unglaubwürdig. Wer soll denn das bitte nachzählen und auswerten?!

Bei dieser Vorgehensweise kommt bei den Gästen wohl eher das flaue Gefühl in der Magengegend auf, dass hier weniger an Umweltschutz als an das eigene Portemonnaie gedacht wird. Denn jeder zusätzliche Waschgang bedeutet nicht nur mehr Wasserverbrauch und Energieaufwand, sondern eben auch Personaleinsatz für das Hotel. Diesen geldwerten Vorteil spüren die Gäste aber nicht. Ist es da ein Wunder, dass er sich verschaukelt fühlt?

Belohnungssystem anregen: Zuckerbrot statt Peitsche

Glaubwürdiger wirkt das Engagement, wenn die Gäste aktiv mit eingebunden und belohnt statt gerügt werden. Ein Beispiel: Durch die Mehrfachverwendung ihrer Handtücher können sich die Gäste beispielsweise ein Glas Sekt an der Hotelbar oder ein Snackpaket für einen Tagesausflug „verdienen“. Das Belohnungssystem wird so gleich zweifach angeregt: Zum einen tun sie der Umwelt tatsächlich etwas Gutes und zum andern sich selbst.

 

Die CO2-Kreditkarte zur Emissionsregulierung

Ein Lösungsvorschlag - CO2-Kreditkarte

Die CO2-Kreditkarte zur EmissionsregulierungEin gemischter Salat schlägt mit 45 Gramm zu Buche. Hähnchen mit Gemüse bringen es auf 935 Gramm, dagegen kommt das klassische Spargelgericht mit Schinken und Kartoffeln auf gerade mal 427 Gramm. Die Käseplatte ist ein Schwergesicht mit 1.668 Gramm – also doch lieber die Schokotarte mit 200 Gramm zum Dessert.

Zur Übersicht: CO2-Menü

Je stärker die Wirtschaft, desto mehr Emission

2010 war ein Rekordjahr. Noch niemals in der Geschichte der Menschheit wurde durch die Verbrennung fossiler Energie eine größere Menge COin die Atmosphäre geblasen. Gegenüber 2009 stiegen die Emissionen um sechs Prozent. In den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) boomt die Wirtschaft, damit steigt ihr Energieverbrauch rasant an – und in diesem Zuge eben auch die Emission.

Ein Lösungsvorschlag: CO2-Kreditkarte Ein Lösungsvorschlag - CO2-Kreditkarte

Eine CO2-Kreditkarte könnte ein Lösungsweg für das Problem sein. Das System dahinter ist denkbar einfach: Jedem Erdbewohner wird ein gewisses Monatskontingent an CO2-Verbrauch zugestanden, das mittels Abbuchung für die täglichen Anschaffungen oder Tätigkeiten belastet wird. Auch bei jedem Kauf von Treibstoffen und Energieträgern fürs Wohnen werden CO2-Einheiten von diesem Konto abgebucht.

Für die CO2-Belastung durch sonstige Produkte, Lebensmittel und Dienstleistungen wären die Produzenten und Anbieter selbst zuständig. Sie können die notwendigen Mengen an CO2-Einheiten am Markt einkaufen. Gleiches gilt für öffentliche Transportmittel oder Fluggesellschaften und die Stromerzeuger: Sie müssen für ihre Emissionen CO2-Emissionserlaubnisse erwerben. Nicht benötigte CO2-Einheiten kann jeder verkaufen bzw. nach Bedarf zukaufen.

CO2-Richtlinien für alle gleich

Die Rechnung fußt auf der Uno-Klimakonferenz vereinbarten, noch bis 2050 zulässigen CO2-Ausstoß. Dieses Jahr gilt als Grenze, um das gesetzte Ziel einer maximalen CO2-Belastung der Luft zu erreichen. Das „Jahresbudget“ wird dann auf die Menge der Menschen auf der Erde verteilt. Daraus ergibt sich eine Emissionsobergrenze für jedes Land der Erde. Länder, in denen weniger CO2 emittiert wird, bekämen die Möglichkeit mit ihren Anteilen zu handeln.

Wird die CO2-Kreditkarte nicht eingeführt, müssten ordnungspolitische Maßnahmen als Eingriffe in viele Lebensbereiche eine zuverlässige Reduktion der CO2-Emissionen sicherstellen. Zu deren Einhaltung müsste eine enorme Kontrollbürokratie geschaffen werden. Auch eine CO2-Steuern wird in diesem Zuge diskutiert.

Die Vorteile der CO2-Kreditkarte

  • Garantierter Reduktionspfad
  • Sichere Vorhersehbarkeit
  • Emissionsgerechtigkeit
  • Keine Auswirkungen auf den Konsum
  • Gemeinsame Zielsetzung und -erreichung
  • Garantierte Staatseinnahmen

Weniger CO2 dank Elektro-Mobilität

Eine Lösung für weniger CO2-Emission wären Elektro-Mobile. Für den privaten Fahrer sind die Möglichkeiten mittlerweile schon recht gut ausgebaut – an Liefertransportern oder -rollern, die beispielsweise in der Gastronomie benötigt würden, hapert es allerdings noch kräftig. Das Lastenrad ist da schon weiter.

Klimaschutzprojekte unterstützen

Gerade Gastronomen wissen, dass es manchmal aber einfach nicht ohne Auto geht. In diesem Falls ist es ebenfalls möglich, den Anteil an emittiertem COdurch Klimaschutzprojekte auszugleichen.

Die ersten Schritte und konkrete Überlegungen zur Reduktion der CO2-Belastung sind gemacht, es bleibt spannend, was uns in den kommenden Jahren erwartet.

Ihr habt Ideen zur CO2-Reduktion oder Vorschläge für alternativen Lösung? Dann her damit und wir lassen es alle wissen. Schickt eine E-Mail an mitmachen@green-chefs.de

Von anderen lernen: Abwasser aufbereiten

Abwasser aufbereiten

Lebensmittel, Wasser, Strom – der kluge und respektvolle Umgang mit unseren Ressourcen ist eines der wichtigsten Anliegen der GREEN CHEFS Partner. Im Netzwerk trägt jeder seinen Teil zu einer sauberen Umwelt bei und übernimmt Verantwortung durch die Entscheidungen, die sie treffen.

Der Ideenaustausch funktioniert natürlich nicht nur unter Kollegen. Auch von anderen Branchen können sich GREEN CHEFS noch so einiges abgucken – wie zum Beispiel bei der Wäscherei.

Weniger Abwasser dank Kreislaufsystem

Abwasser aufbereiten
Saubere Sache: CHMS bereitet das Abwasser aus der Wäscherei wieder auf, sodass es als Trinkwasser genutzt werden kann

CHMS (Coburger Handtuch + Matten-Service) vermietet und wäscht Stoffhandtuchrollen, Schmutz- und Logomatten sowie Feuchtwischbezüge. Seit 1990 entwickeln sie dabei stetig neue Verfahrensweisen und Techniken, um die Effizienz des Unternehmens zu steigern und gleichermaßen die Umwelt zu schonen.

Als Wäscherei hat CHMS einen hohen Bedarf an Wasser, Energie (Öl oder Gas) sowie Waschchemie. Seit 1990 investieren sie daher viel Zeit und Mühe bemühen in die Vebesserung der Abläufe, um diese Ressourcen zu schonen. Eine Maßnahme dafür ist die Mehrfachnutzung von Wasser und die Verwertung von Regenwasser. Auch eine Lösung, um das benutzte Wasser wieder aufzubereiten hat CHMS mittlerweile gefunden.

Die abwasserfreie Wäscherei

Die Idee: Wie bei einer Trinkwasseraufbereitungsanlage reinigt das Unternehmen entstehendes Schmutzwasser.

Das Verfahren: Mit Hilfe einer innovativen Elektrolyseanlage-Filterkombination wird das Schmutzwasser aufgespalten, um Verunreinigungen abtrennen zu können. Dazu neutralisiert man den pH-Wert(neutrales Wasser kann weniger Schmutz halten), pumpt es in einen Hochbehälter, sodass sich der Schmutz als Sediment absetzt und entfernt werden kann. Dieses vorgereinigte Abwasser wird über Metallplatten geleitet, die abwechselnd positiv und negativ gepolt sind. Die dadurch elektrisch geladenen Schmutzpartikel schweben und verbinden sich nach und nach zu größeren Partikeln, die schließlich abgesondert werden.

Die Wirkung: Es entsteht kein Schlamm wie bisher, sondern trockenes Material, das in der Müllverbrennung entsorgt wird. Das Abwasser wird auf Trinkwasserqualität aufbereitet und im nächsten Prozessdurchlauf wiederverwendet. Lediglich kleinere Wasserverluste durch Verdampfen müssen ausgeglichen werden.

Das Ergebnis: 1990 hat CHMS für eine Tonne Wäsche noch 24 Kubikmeter Wasser benötigt, heute sind es nur noch 2,2 Kubikmeter.

Dieselbe oder eine ähnliche Technik nützt auch Green Chefs. Denn damit lässt sich Abwasser wieder aufbereiten, um es für Spül- und Waschmaschinen oder im Sanitärbereich zu nutzen.