„Zu gut für die Tonne“: Noch bis 31.10. bewerben!

Wettbewerb Zu gut für die Tonne

„Zu gut für die Tonne“ geht in die zweite Runde

Was tut Ihr gegen Lebensmittelverschwendung? Diese Frage stellt nun zum zweiten Mal das Bundesministerium für Landwirtschaft an Unternehmen, Gastronomen und engagierte Macher. Denn der Wettbewerb „Zu gut für die Tonne!“ geht in die zweite Runde.

Wettbewerb Zu gut für die TonneMit dem Bundespreis zeichnet das Ministerium Vorreiter im Engagement gegen Lebensmittelverschwendung aus. Gekürt werden Projekte aus den unterschiedlichsten Bereichen entlang der Produktionskette über den Handel bis hin zur Verwertung der Lebensmittel in Gastronomie und Privathaushalten. Also durchaus auch für Partner der GREEN CHEFS interessant!

Fünf Kriterien für „Zu gut für die Tonne“

Wer ein Projekt einreicht, sollte sich an den fünf Bewertungskriterien der Jury orientieren:

  1. Themengenauigkeit: Das Projekt schafft es, direkt oder indirekt die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.
  2. Kreativität / Innovation: Hinter dem Projekt steckt eine kreative Idee.
  3. Engagement: Die Teilhabenden führen das Projekt mit großem Engagement durch.
  4. Erfolg: Das Projekt ist praxistauglich oder wird bereits in der Praxis mit Erfolg umgesetzt.
  5. Vorbildwirkung: Das Projekt ist flexibel durchführbar (unabhängig von Ort oder Zielgruppe) und hat somit eine Vorbildfunktion.

Wär das nicht was? Dann auf zur Bewerbung für „Zu gut für die Tonne“.
Der Teilnahmeschluss wurde bis zum 31. Oktober verlängert!

Gewinner in der Kategorie „Gastronomie“

Vergangenes Jahr wurde in der Kategorie „Gastronomie“ die „Biond GmbH“ aus Kassel mit dem Bundespreis ausgezeichnet. Biond bietet Catering insbesondere für Schulmensen an. Das Unternehmen setzt dabei nicht nur auf gesundes Essen, sondern auch auf die Vermittlung von Wissen rund um Lebensmittelverschwendung an Kinder und Jugendliche. So werden zum Beispiel Lebensmittelabfälle, die beim Mittagessen in der Mensa entstehen, mit einem Abfallbarometer gemessen – den Höchstwert hierfür legen die Schüler in Workshops selbst fest.

Gewinner des letzten Jahres: Biond GmbH


Videoquelle: https://www.zugutfuerdietonne.de/bundespreis/bundespreis-2016/die-gewinner/

Mit der Tiffin-Box Resten den Kampf ansagen

Tiffin-Box - GREEN CHEFS Ideen

Reste sind lästig – und schlagen ganz schön zu Buche bei der Umweltbilanz eines jeden Betriebes. Eine Möglichkeit, Lebensmittel vor der Tonne zu retten, ist, Übriggebliebenes den Gästen einfach mitzugeben. Da aber Alufolie und Pappkarton nur in den seltensten Fällen zu Hause das Essen noch wirklich ansehnlich zur Geltung bringen und dabei zudem jede Menge Müll anfällt, plädieren wir für wiederverwendbares Ausleihgeschirr.

Restlos genießen, der Take-away-Box sei Dank

Tiffin-Box - GREEN CHEFS IdeenOb als Restebox oder für den Take-away-Mittagstisch – für Ausleihgeschirr gibt es verschiedene Anbieter. Die höchsten Wellen schlägt zurzeit das Tiffin-Projekt aus Berlin. Die Take-away Behälter aus schadstofffreiem und langlebigem Edelstahl sind bereits aus den Mittagspausen in Indien bekannt und machen jetzt auch bei uns die Runde.

Die Tiffin-Box aus Edelstahl ist nicht nur umweltfreundlich, sie sorgt auch für eine dekorative Präsentation ohne den faden Beigeschmack von Pappe und Plastik. Produziert werden die Boxen übrigens – wer hätte es anders gedacht – im Take-away-Box-erfahrenen Indien. Die Mitarbeiter, die dort die Boxen zusammenschrauben, arbeiten für einen Familienbetrieb und werden dafür fair entlohnt. Damit geht noch ein Pluspunkt an Tiffin.

Wie kommt die Tiffin-Box ins Restaurant?

Logistisch sieht das Ganze so aus: Restaurants werden mit den Tiffin-Boxen ausgestattet, um sie ihren Gästen als Alternative zu Wegwerfbehältern anzubieten. Damit die Boxen auch sicher zurückkommen, müssen sich die Gäste im Restaurant registrieren. Beim nächsten Besuch geben sie die Boxen einfach wieder zurück. Alternativ ließe sich auch mit einem Pfandsystem arbeiten. Das Handling soll mit der geplanten Tiffin-App noch leichter werden.

Interessierte Restaurants können ab einer Mindestmenge von zehn Tiffin-Boxen mitmachen und zahlen pro Box monatlich 1,50 Euro an das Projekt. Schon ab monatlich 100 Take-Aways spart das Restaurant nicht nur Müll, sondern auch bares Geld. Schließlich sind die Tiffin Boxen mehrmals in Benutzung und die Ausgaben für Einwegverpackungen bleiben aus.

Ähnliche Konzepte wie die Tiffin-Box werden bereits in Kanada, England und der Schweiz umgesetzt. Dort stieß die Idee von müllfreiem Take-away auf reges Interesse.

Too Good To Go – Reste per App verkaufen

Too Good To Go - Logo (c) Too Good To Go
(c) Too Good To Go

Wieder bereichert uns die digitale Welt, diesmal im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Das beste daran: Die App Too Good To Go ist zugeschnitten auf die Gastronomie.

Für die Reste im Restaurant

Too Good To Go funktioniert als Marktplatz für übrig gebliebene Speisen. Restaurants, Cafés oder Bäckereien können sich als teilnehmende Betriebe anmelden und so kurz vor Ladenschluss ihr restliches Essen vergünstigt verkaufen. Hungrige Nutzer wählen in der App aus, in welchem Restaurant oder Geschäft sie Essen abholen möchten. Ob Sushi, Feinkost oder Brot – grade in den Großstädten bieten schon zahlreiche Betriebe ihre restlichen Speisen an.

So funktioniert Too Good To Go

Teilnehmende Betriebe werden mit einer kleinen Beschreibung zu ihrem Angebot in der App aufgeführt. Sie geben außerdem einen genauen Zeitraum an, in dem das Essen abgeholt werden muss, und legen einen Preis fest. Meist kostet eine Portion zwischen 2 und 5 Euro. 1 Euro davon geht jeweils an Too Good To Go selbst, für die Bereitstellung des Netzwerks.

Too Good To Go - Eine Portion Sushi (c) Too Good To Go
Eine Portion Sushi dieser Größe erhalten Nutzer von To Good To Go zum Beispiel.
(c) Too Good To Go

Nutzer suchen in der Übersicht nach einem für sie passenden Angebot, das sie dann auch gleich in der App bestellen und bezahlen. Zum angegebenen Zeitraum müssen sie dann natürlich im gewählten Restaurant sein. Dort bekommen sie ihre Portion in eine Mitnehmbox abgepackt – übrigens Verpackungen aus Zuckerrohr, Papier und gelegentlich Biokunststoff. Natürlich gibt es für die Abholer keine Garantie, dass genau das Wiener Schnitzel oder das indische Thai-Curry in der Box landet – es ist eben das, was am Ende des Tages noch übrig ist. Ein bisschen genießerische Flexibilität ist daher von den Kunden gefragt.

Haken?

Natürlich wird auch Kritik an der App laut. Nimmt Too Good To Go nicht den Tafeln das Essen weg? Sowohl der Geschäftsführer der App als auch teilnehmende Betriebe selbst  widersprechen: Tafeln seien, ebenso wie andere soziale und ökologische Initiativen, keine Abnehmer für jedes Restaurant. Daher entständen vielen Betrieben noch immer kiloweise Lebensmittelabfälle – wir sprechen von rund einer Million Tonnen Speiseabfällen im Jahr in der Gastronomie. Zur Orientierung: Das entspricht 100.000 prall gefüllten LKW.

Der Verkauf restlicher Speisen über Too Good To Go ist natürlich kein großes Geschäft für Gastronomen – hier geht es vor allem darum, wertvolles Essen nicht in die Tonne wandern zu lassen. Für einen Green Chef, der sich in seinem Betrieb noch täglich von Speiseresten verabschieden muss, ist Too Good To Go sicher einen Versuch wert. Die Teilnahme für Restaurants ist kostenlos.

Too Good To Go gibt’s für Android und iOS. Alle weiteren Infos auf www.toogoodtogo.de

Brotretter – neue Chance für Lebensmittel

Brotretter - Hinz und Kunzt

Für die Aktion Brotretter bekommen jetzt Hinz & Künztler in einer Filiale der Bäckerei Junge ebenso eine neue Chance wie Brot vom Vortag. Das Projekt ist erst mal auf ein Jahr begrenzt.

Brotretter – neue Chance für Hinz & Künztler und Brot vom Vortag

Brotretter - Hinz und KunztDas Straßenmagazin Hinz & Kunz ist in Hamburg eine feste Instanz. Hinz & Künztler, die sonst in der Stadt das Magazin verkaufen, bekommen jetzt in einer Lohbrüggener Filiale von Bäckerei Junge eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt – indem sie auch Brot vom Vortag eine zweite Chance geben. Zu günstigen Preisen verkaufen die Männer und Frauen die Backwaren, die am Vortag keine Abnehmer gefunden haben, und erhalten dafür einen festen Teilzeit-Arbeitsvertrag. Ganz schön klug gedacht!

Feiertage restlos genießen

Feiertage restlos genießen
Feiertage restlos genießen46 % der Restaurantbesucher lassen sich zumindest manchmal die Reste einpacken, wie die Ergebnisse einer Umfrage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigen. Der Dezember ist für Gastronomen traditionell ein wichtiger Umsatzmonat. Damit ist dann auch die Gefahr groß, dass Lebensmittel im Müll landen.
Gegen die Lebensmittelverschwendung können auch die Gäste etwas tun. Rund 51 % nehmen allerdings selten oder nie übrig gebliebene Speisen mit. Das ergab eine Umfrage von TNS Emnid im Rahmen der Initiative Zu gut für die Tonne! des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (Oktober 2015, 1 015 Interviews, repräsentativ für die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren in Privathaushalten). Die Gründe hierfür sind vielfältig: Rund 35 % der Befragten ist es unangenehm zu fragen, ob sie das Essen mitnehmen können – oder sie empfinden es als unüblich. Viele sind auch unsicher, ob die Speisen zu Hause noch gegessen werden (27 %) und ob sie aufgewärmt noch schmecken (15 %). Etwa 15 % schreckt der Transport ab.
Gastronomen, die ihren Gästen aktiv anbieten, die Speisen einzupacken, kommen also dem Wunsch ihrer Gäste nach und lösen eine vermeintlich unangenehme Situation mit gutem Service auf. Denn: Peinlich ist die Frage nach dem Einpacken der Reste nicht – egal wie feierlich die Atmosphäre ist. Das Mitnehmen von Speisen ist auch ein Kompliment an die Köche. Schließlich wird nur eingepackt, was schmeckt.Weniger reicht manchmal auch
Auch kleinere Portionen anzubieten, kann helfen, Reste zu vermeiden. Bei vielen Gerichten ist das problemlos möglich.Buffets verleiten dazu, zu viel auf den Teller zu häufen. Je größer der Teller, desto mehr wird aufgeladen. Der Grund: Gäste möchten möglichst alle Speisen probieren und schätzen dabei ihren Hunger oft falsch ein, sodass oft Reste auf dem Teller bleiben. Kleinere Tellergrößen wirken dem psychologisch entgegen.

Essensreste – Verschwendung vermindern

Essensreste - zu gut für die Tonne
Essensreste - zu gut für die Tonne
Essensreste – zu gut für die Tonne

Wir sprechen in diesem Kapitel über Essensreste. Also von dem, was nach dem Essen übrig bleibt. Denn wenn es um Lebensmittelverschwendung in Lager und Produktion geht, stellen wir erst einmal fest: Kein Koch mit Stolz auf sein Werk wird Lebensmittel verschwenden. Wer hier bei den GREEN CHEFS liest oder sich sogar als Partner engagiert, braucht keine Schulungen in Punkto Verschwendung.

Die Problematik der schlechten Lagerführung bezeichnen wir als Schlamperei und schlechte Führung. Kein Unternehmer, kein Küchenchef mit dem Gefühl für Verantwortung braucht Schlagworte wie FIFO, weil schon Oma das ältere zuerst verbraucht hatte, bevor das neue genutzt wird – nicht nur bei Lebensmitteln.

Essensreste – sind die anderen Schuld?

Was aber selbst GREEN CHEFS nicht 100% beeinflussen können, sind die Gäste. Wir malen mal bewusst das Bild des Kochs, der selbst die Schalen noch mehr Würzigkeit im Sud auskocht und das Grün der Karotten in den Kaninchenstall bringt, um dann zu erfahren, dass gerade ein Bus voller Prototypen übler Touristen das ausgewogene Buffet herfällt und mit der Stapelfähigkeit beim Beladen der Teller physikalische Grenzen außer Gefecht setzt.

Schnell schlägt die Stimmung um. Es entsteht eine feindliche Haltung gegenüber „den Gästen“. Denn die oben beschriebenen Bilder gibt es zwar, aber ebenso wie die Schlussverkaufsszenen sind sie nur selten und eher in RTL-Dokumentationen zu finden. Das darf der Gastronom nicht zulassen. Solche Stimmung setzt sich schnell fest – siehe Einzelhandel – und betrifft irgendwann alle, obwohl nur wenige Anlass geben.

Gegen Gäste und deren schlechtes Verhalten kann man nichts machen. Der Kampf führt zum Gegenkampf. Oder zum Verlust des Gastes, der sich falsch verstanden oder kontrolliert und eingeengt fühlt. Besser ist es, die Antwort im Praktischen zu suchen.

  • Ein Restaurant in Hamburg-Bahrenfeld nimmt von seinen Gästen 50 Cent Strafe, wenn der Teller nicht leer ist. Eine gute Idee, wenn die Mitarbeiter locker sind und das mit gespielter Strenge durchsetzen. Geht nicht mit allen Mitarbeitertypen!!
  • Besser wäre es doch, statt einer Strafe eine Belohnung einzusetzen. Gerade in QSR (quick service restaurant) kann bei der Abgabe der Teller ein Stempel in ein Bonus-Heft gegeben werden. Zehn Stempel, ein Essen umsonst. Das Bonus-Heft ist schon bei den Gästen bekannt – in Kombination mit Essensresten stehen sie gut da. Auch interessant für die lokalen Medien
  • Dinge wie die berühmte Tomaten/Lollorosso-Ecke sind 80er und nicht so wirklich tauglich, in diesem Jahrtausend noch zu überleben. Abschaffen. Das gesparte Geld packt Ihr dann in Kräutertöpfe auf dem Tisch.
  • Oft bleiben Beilagen liegen. Weil sie einfach zu viel sind. Kleinere Portionen sind besser. Damit aber keiner das Gefühl hat, zu kurz zu kommen, kriegt er nach. Im Free-Flow, also bei der Ausgabe gibt es kleinere Schüsseln, dafür kann sich ein hungriger Esser (zum gleichen Preis selbstverständlich) auch zwei Schüsseln nehmen. Das geht auch beim Service. Kleine Portionen auf den Teller und ein Supplement durch den Service immer wieder aktiv anbieten. Das gibt dem Gast obendrein stärker das Gefühl, umsorgt zu werden.
  • Analysieren! Das heißt, dass die Reste sortiert und gewogen werden. Wir denken, an drei verschiedenen Tagen sollte der Chef dann ein Auge auf die Tellerrückgabe haben und Service wie auch Spüler sind angehalten, in extra aufgestellten Satten/GN-Behältern die Reste nach Deko, Beilagen, Gemüse, Fisch/Fleisch oder Sauce zu sortieren und dann auszuwerten. Danach ist gut zu erkennen, wo die hauptsächlichen Probleme liegen und was schon in der Küche reduziert werden kann.
  • Generelles Wiegen. Da Essensreste heute in der Regel getrennt entsorgt werden, denken wir, dass der Teil von den Gästen abends gewogen werden kann. Wenn die Maßnahmen von oben greifen: Raus mit der Botschaft. Mit Plakaten, an der Kasse, auf der Homepage und bei Facebook: Wir hatten vor einem Monat täglich X Kilo Essensreste auf den „leeren“ Tellern. Jetzt sind es nur noch Y. Vielen Dank fürs Mitmachen. Verlaufskurven und ständige Aktualisierungen sorgen für einen sportiven Ehrgeiz.

Habt Ihr noch weitere Ideen? Dann schreibt mir unter patrick@green-chefs.de