Das wichtigste einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Gastronomie sind die Produzenten der Lebensmittel. Die Produkte der besten Erzeuger sind es wert, von Köchen kombiniert und veredelt zu werden.
GREEN CHEFS kaufen regional, saisonal und fair ein, denn so schmeckt es am besten! Ihre regionalen Produzenten sind langfristige Partner, die sie fair entlohnen.
Erzählwert ist Mehrwert. Wer seinen Gästen sagen kann, woher das Stück Fleisch auf dem Teller stammt – oder anders ausgedrückt, welcher Bauer die Kuh, das Schwein, das Huhn gehegt und gepflegt hat – gewinnt nicht nur an Glaubwürdigkeit.
Erzähl’s Deinen Gästen: Woher kommt die Kuh?
Hühner auf Gut Wulksfelde leben im mobilen Hühnerstall
Die Verwendung ethisch sauberer Produkte und die Story dahinter ist auch etwas, das die Gäste mit nach Hause nehmen, worüber sie wiederum anderen erzählen und dieses gute Gefühl im Bauch motiviert wiederum, Dein Restaurant erneut aufzusuchen.
Ein „Ich verrate Dir mal, wie gut es Berta bei Bauer Heinz hatte und warum wir uns für Waren von Hof Bergmann entschieden haben“ im persönlichen Gespräch mit Deinen Gästen ist sehr einprägsam und sichert Dir garantiert massig Sympathiepunkte.
Die direkte Ansprache ist nicht so Dein Ding? Dann verrate Deinen Gästen mit einem Hinweis auf der Karte, woher Du Deine Waren beziehst.
Auch auf die Ernährung kommt es an. Der Weltklimarat hat nach fast drei Jahren an seinem Sonderbericht über die Themen Klimawandel und Landwirtschaft gearbeitet. Der Bericht zeigt: Auf das Auto und Flugreisen zu verzichten, wird nicht reichen, um den fortschreitenden Klimawandel zu verlangsamen oder gar zu stoppen.
Der IPCC (Intergovermental Panel on Climate Change – Weltklimarat) zeigt mit den jünsten Erkenntnissen deutlich: Wir müssen unsere Ernährung nachhaltig umstellen. Die Zukunft liegt in nachhaltiger Landnutzung und nachhaltiger Ernährungssystemen, in einem höheren Anteil pflanzlicher Ernährung und einem sorgfältigerem Umgang mit Lebensmitteln.
Als besonders gravierend wird die Tierhaltung beschrieben. Sie ist – wie gerade in Brasilien zu sehen – auch für den CO2 Anstieg und einen Großteil der Waldrodungen verantwortlich. Deutlich wird, dass wir zwar nicht unbedingt auf Fleisch verzichten müssen, den Konsum aber deutlich einzuschränken haben. Das gleiche gilt auch für Molkereiprodukte.
Landwirtschaft weltweit
Rund 70% aller Flächen, auf denen pflanzliches Wachstum oder Tierhaltung überhaupt möglich ist, werden bereit vom Menschen bewirtschaftet. Diese Nutzung verursacht auch ein Viertel der Treibhausemmissionen weltweit – das betrifft die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugung für Nahrung, Tiernahrung, Forstwirtschaft und Energiegewinnung.
Die Landwirtschaft muss weltweit nachhaltiger agieren – gleichzeitig müssen wir unsere Ernährung grundsätlich überdenken. Dazu gehört Landschaftsschutz, Wiederaufforstung und nachhaltige Ernährungssysteme. Nur so kann der Einfluss aufs Klima verringert werden.
Unser Handeln für die Zukunft
Wir müssen aufhören, Lebensmittel achtlos wegzuwerfen, wir müssen regionaler einkaufen, fast ausschließlich aus nachhaltigem Anbau und aus nichtindustrieller Produktion – der Mehraufwand wird durch den Verzicht auf Wegwurf nahezu ausgeglichen. Der Anteil an pflanzlicher Nahrung muss steigen, der Anteil tierischer Produkte sinken.
Ernährungs fürs Klima
Die Regierungen der ganzen Welt sind aufgefordert, Regelungen zu entwerfen. Allerdings wissen wir von den Green Chefs, dass dieses zu lange dauern wird – und setzen als Verbraucher und als Vorbild für unsere Gäste, die auch Verbraucher sind, mit unserem bewussten Einkauf, Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und in Gesprächen unsere volle Kraft für eine bessere Welt mit weniger Auswirkungen unseres Tuns auf die Umwelt, deutliche Zeichen an alle.
Kraut und Korn ist eine kleine Kräuter- und Gewürzmanufaktur aus der Eifel. Gründer Hendrik Dockhorn ist gelernter Hotelfachmann und hat mit der Manufaktur seinen Traum von erstklassigem Geschmack und nachhaltigem Wirtschaften erfüllen können.
Der Traum von guten Gewürzmischungen, die einfach einzusetzen sind. Der Traum von guten Essen. Der Traum davon, dass ein Unternehmer heute selbstverständlich an morgen denkt und sich für Nachhaltigkeit einsetzt, der Traum davon, der Generation nach uns nicht nur ein hilfloses Schulterzucken als Antwort zu geben, wenn sie uns vorwerfen, wir hätten nichts getan, obwohl wir wussten, wie es um unseren Planeten steht.
Der Schwerpunkt liegt bei Kraut und Korn bei Wildkräutern. Wildkräuter sind spannend, können überraschen und bereichern jede Küche – fernab von Rosmarin, Petersilie & Co.
Nachhaltigkeit heißt bei Kraut und Korn, dass bei jeder Idee an morgen und übermorgen gedacht wird / werden muss. Die Wahl des Papieres für die Etiketten ist ebenso wichtig wie die Zusammensetzung des Klebers, damit die Etiketten auch am Glas bleiben. Auch bei der Umverpackung und beim Versand stehen die Gedanken an morgen im Vordergrund.
Natürlich, nachhaltig, hausgemacht
Kraut und Korn Wildkräuter Baguette
Immer vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit – so produziert Hendrik in detailverliebter Handarbeit seine Gewürzmischungen ausschließlich aus natürlichen Zutaten. Seine drei Versprechen sind:
Natürlich – keine versteckten Zutaten, keine Emulgatoren, einfach nichts, was da nicht rein gehört und nicht aus der Natur kommt. Eben 100% natürlich. Ehrlich und transparent. Was nicht ins Glas gehört, kommt nicht in Glas. Auch keine Zutaten, die deklarationsfrei sind – einfach nichts!
Nachhaltig – an Morgen müssen wir heute denken. Aus diesem Grund investiert Kraut und Korn 10% des Umsatzes in nachhaltige Projekte. Bei der Auswahl der Projekte haben Kunden, Lieferanten und Freunde des Hauses volle Mitsprache.
Hausgemacht – keine Maschinen, keine Roboter, keine Produktionshalle. Nur Hendrik, Kräuter, eine Produktionsküche und – natürlich – gute Musik. So wird wirklich alles von Hand gemacht.
Kraut und Korn – Gründer mit Visionen
Kraut und Korn – Hendrik Dockhorn
Hendrik sagt dazu: „In meinen Augen steht jeder Unternehmer in der Verantwortung, Nachhaltig zu handeln und an morgen zu denken. Allerdings wird das Thema Nachhaltigkeit meist nur zum Green-Washing genutzt, wirklich etwas vom Gewinn abgeben möchten die Wenigsten.
Bei mir hat das Umdenken endgültig eingesetzt, als mein Sohn Jonas etwa parallel mit der Bewegung Fridays for Future geboren wurde. Ich begann, mir Gedanken zu machen, was ich ihm mitgeben möchte, was mir für seine Zukunft wichtig ist.
Dann kam mir der Gedanke, was ich antworte, wenn er mir sagt: „Aber Papa, Du hast es doch damals gewusst und dass das alles so nicht weitergehen kann. Warum hast Du nichts getan?“. Ich traue mich nicht, ihm einfach nur sein Sparbuch in die Hand zu drücken und ihm zu sagen: „Kauf Dir ein Elektroauto.“
Nachhaltigkeit muss jeder für sich entscheiden, aber mit dem Kauf von Kraut und Korn bringt ihr nicht nur Geschmack in Eure vier Wände, sondern leistet auch einen kleinen Beitrag für die, die nach uns kommen.“
Da sag noch mal einer, die Wasserbüffel seien hierzulande Exoten. Schon vor 10.000 Jahren gab es die Tiere in unseren Breitengraden. Dann kam die Eiszeit und verdrängte sie in den Osten. Seit 1916 werden sie wieder als deutsche Nutztiere gehalten. Zum Beispiel vom Landgut Chursdorf bei Chemnitz, auf dem aus der Milch der Tiere Büffelkäse hergestellt wird.
Wiederentdeckt: Büffelkäse aus Chemnitz
Büffelkäse vom Landgut Chursdorf
Auf dem Landgut Chursdorf tummeln die Wasserbüffel sich von Frühjahr bis zum Herbst auf den großflächigen Weiden. Die Tiere lieben die feuchten Böden der Gegend und fühlen sich hier einfach pudelwohl. Aus der Büffelmilch der 230 Büffelkühe werden im Jahr bis zu 75 Tonnen Milcherzeugnisse hergestellt, unter anderem fertigen die Käser in Handarbeit große Laibe, die dann mehrere Wochen reifen müssen.
Aber nicht nur der Käse ist ein Genuss. Bereits die Rohmilch schmeckt cremig-nussig und überzeugt mit leichten Karamellnoten. Fast fühlt man sich an Lavendel oder Honig erinnert. Das kommt dem Käse wiederum zugute und sorgt für seinen einzigartigen Geschmack. Büffelkäse hat einen doppelt so hohen Fettgehalt wie Käse aus normaler Kuhmilch und auch die Mineralstoffzusammensetzung weicht ab. All das wirkt sich prägend auf den Geschmack des Käses aus.
Wer selbst probieren möchte, ob der Büffelkäse eine echte Alternative zu herkömmlichen Sorten ist, schreibt an Christian Drexler von Transgourmet Ursprung.
Der Anblick einer behornten Kuh ist zur Seltenheit geworden. Durchschnittlich 80 Prozent aller Kühe werden in den ersten Lebenswochen unter Betäubung die Hörner sowie die Anlagen dafür entfernt. Das hat erstmal einen ganz praktischen Nutzen, da so das Verletzungsrisiko der Kühe, die in konventioneller Haltung mit vielen Tieren auf engem Raum stehen, verringert werden kann.
Fraglich ist nun, ob die Enthornung der Tiere auch einen Einfluss auf die Kuh, ihre Milch und ihr Fleisch hat. Dazu gibt es so gut wie keine wissenschaftlich belegbaren Studien und trotzdem sind Demeter-Landwirte davon überzeugt, dass sowohl die Lebens- als auch die Produktqualität darunter leide, wenn den Kühen die Hörner entfernt werden.
Der Demeter-Verband ist der einzige deutsche Öko-Verband, der das Enthornen der Kühe untersagt. Die Gründe dafür haben wir uns näher angesehen.
Für Kühe sind Hörner ein Status-Symbol
In industriellen Betrieben werden die Tiere enthornt, damit sie enger stehen können und sich nicht in den Gittern des Melkstandes verhaken.
Für Kühe sind Hörner ein Status-Symbol
Allerdings lässt sich eine erhöhte Aggressivität der Kühe beobachten, wenn sie in Ermangelung ihrer Hörner innerhalb der Herde keine Rangordnungskämpfe austragen können. Bei diesen Kämpfen versuchen zwei Rivalinnen sich Kopf an Kopf wegzuschieben. Die stärkere nimmt einen höheren Rang in der Herde ein. Ohne die Hörner als Mittel zur fairen Auseinandersetzung kommt es zur Instabilität im Herdenverband.
Auch für die Körpersprache fehlt ohne Hörner ein wichtiges Sprachinstrument. Die Folge sind Missverständnisse untereinander.
Jedes Horn ist einzigartig wie ein Fingerabdruck. Die Anzahl der Kälbchen lässt sich daran ablesen, denn mit jeder Schwangerschaft bilden die Hörner der Mutterkuh einen Hornring aus. Auch die Art der Fütterung, klimatische Einflüsse oder Erkrankungen haben Einfluss auf das Hornwachstum.
Das Horn als Verdauungsorgan
Abseits von diesen Äußerlichkeiten dienen die Hörner als Stoffwechselorgan der Verdauung. Die Nasennebenhöhlen der Kuh reichen bis in die Hörner hinein. Beim Wiederkäuen gelangen die Verdauungsgase bis in die Hornspitzen. Über die Schleimhäute der Nebenhöhlen kann die Kuh auswerten, welche Verhältnisse im Pansen herrschen und ob die Futterqualität stimmt. Fehlen der Kuh die Hörner, ist ihre Wahrnehmung der Verdauung eingeschränkt, sodass ihr die Beurteilung schwerer fällt.
Der Rückschluss liegt nahe, dass die Qualität der Milch und des Fleisches darunter leidet. Die Milch hörnertragender Kühe soll besser schmecken und Käse leichter gelingen, heißt es. Außerdem sei sie weniger reich an Allergenen und damit verträglicher. Wissenschaftliche nachweisbar ist das nicht – aber nachvollziehbar.
Ohne Hörner fehlt der Kuh ein Sinnesorgan
Entgegen der Annahme, dass das Horn ähnlich wie das menschliche Haar schmerzunempfindlich ist, ist es mit Blut- und Nervenbahnen durchzogen. Kühe können also über ihre Hörner Berührungen, Temperatur und andere Sinneseindrücke wahrnehmen.
In heißen Klimazonen dienen die Hörner auch als eine Art Klimaanlage. Die Wärme der Atemluft, die auch durch die stark durchbluteten Hörner fließt, wird über die große Hornoberfläche abgegeben. Je heißer die Umgebung, desto größer die Hörner und desto mehr Wärme wird über sie abgegeben. Logisch oder?
Je karger das Land, desto größer das Horn
Je karger das Land, desto größer das Horn
Die Lebensumstände der Kühe haben also einen großen Einfluss auf die Hornausbildung. Auch das Futterangebot spielt für die Horngröße eine Rolle. Leben die Kühe in Gebieten mit leicht zugänglicher, starker Vegetation wie an der Nordsee, bilden die Tiere kleinere Hörner aus. Je karger und unwirtlicher das Land, desto mehr müssen die Tiere mit ihrer Nahrung haushalten und desto größer werden die Hörner. Anders herum bleiben sie relativ klein, wenn die Vegetation an leicht verdaulichem Futter reichlich und gut zugänglich ist.
Es lässt sich sogar beobachten, dass veränderte Lebensumstände eine Anpassung der Hörner innerhalb weniger Generationen zur Folge hat: Eine ägyptische Rinderfarm importierte vor einigen Jahren deutsche Rinder mit naturgemäß kleinen Hörnern. Bereits die nächste Generation bildete deutlich größere Hörner aus als die Muttertiere. Dies ist der Art der Fütterung und den klimatischen Bedingungen zuzuschreiben.
Was passiert nun, wenn Tiere, die in der Steppe leben, enthornt werden? Der Tierarzt Joseph Werr*konnte bereits 1930 beobachten, dass es keine gesundheitlichen Folgen nach sich zieht, solange die Tiere gut mit Futter versorgt werden. Ist dieser Umstand allerdings nicht gegeben, sind die Kühe deutlich krankheitsanfälliger.
Klares Nein zur Enthornung
Immer mehr Landwirte befassen sich mit der Thematik der Horn tragenden Kühe und erkennen die Vorteile, auf die Enthornung zu verzichten. Kühe mit Hörnern werden wieder vermehrt gezüchtet und ihre Milch sowie ihr Fleisch vertrieben. Diese Landwirte verdienen sich die damit das Demeter-Siegel. Der Verein hält sich hierbei sehr streng an die eigenen Richtlinien. Ausschließlich Milch- und Fleischprodukte von behornten Kühen dürfen mit dem Demeter-Zeichen vertrieben werden.
Der Anteil an Bio-Produkten in der Küche wächst. Ein Gutteil trägt sogar die höchste Bio-Auszeichnung „Demeter„. Bei den Organic Kitchen Stories stellen wir die Vorteile für Gastronomen vor.
Einladung zu den Organic Kitchen Stories
Wie Bio und Demeter in eurer Küche funktionierenund wie eure Überzeugung auch bei den Gästen ankommt, möchten wir zusammen mit Demeter bei den Organic Kitchen Stories zeigen.
Drei Veranstaltungen sind geplant:
auf Gut Sonnenhausen (bei München) am 24.September 2018
im Restaurant Scent (Berlin) am 01.Oktober 2018
im Hofgut Ruppertsberg (bei Mannheim) am 15.Oktober 2018
Aus den Erfahrungen der Kollegen lernen
Schaut einen Nachmittag lang einem Koch mit erfolgreichem Bio-Konzept über die Schulter und lernt spannende Zulieferer aus der Region kennen, die euch einen Einblick in ihre Arbeit als Bio-Landwirte gewähren. Die eine oder andere verrückte Geschichte wird euch garantiert zum Schmunzeln bringen.
Während ihr anschließend in den Genuss regionaler Spezialitäten kommt, könnt ihr euch natürlich auch mit anderen Mitstreitern austauschen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, wie ihr selbst.
Die Wertschätzung für Lebensmittel soll wieder steigen. Das wünschen sich nicht nur Köche und Gastronomen. Mit der Initiative „Biostadt München“ möchte jetzt auch das Umweltreferat zum Umdenken anregen und vermehrt auf das Thema Nachhaltigkeit in der Gastronomie und beim Einkauf aufmerksam machen.
Ich will ein Rind von dir!
Gastronomen, die Fleisch aus artgerechter Haltung verarbeiten, können sich im Rahmen der Initiative „Biostadt München“ auf das Siegel – ein stilisierter Rinderkopf auf goldenem Grund – bewerben und mit der Auszeichnung ihren Gästen zeigen, dass sie Wert auf beste Qualität und faire Zuchtbedingungen der Tiere setzen. Bio-Fleisch ist dabei kein Muss. Es geht den Initiatoren in erster Linie darum, die Kommunikation zwischen Gast, Erzeuger und Gastronomen anzukurbeln. Regional begrenzt ist der Einsatz selbstredend nicht. Green Chefs Partner leben die Wertschätzung für die Lebensmittel, die in ihre Küche wandern, schon lange.
Selbstverständlich Nose to Tail
Dass für Steak, Rippchen und Co. ein Lebewesen gestorben ist, ist vielen Verbrauchern heute nicht mehr wirklich bewusst. Das Filet gibt’s ja auch so schön in Folie geschweißt im Supermarkt. Den Geschmack von Nieren, Leber oder gar Hirn kennen heute nur noch die wenigsten. Einige Köche pflegen daher immer konsequenter „Oma’s alte Küche“ und setzen selbst Knochenmark, Schweinefüße und Herzen wieder auf die Karte. Was für die einen stark gewöhnungsbedürftig ist, ist für die anderen ein Grundbedürfnis. Am Tier ist schließlich mehr dran als Filet und Nose to Taileigentlich eine Selbstverständlichkeit für einen Koch mit Ehre!
Ein Rind am Stück, bitte
Ganz Mutige lassen sich das ganze Tier liefern und verwerten von Schwanz bis Schnauze alles. Das braucht zwar deutlich mehr Zeit und kostet sicher einiges an Mühe und Schweiß, lohnt sich aber. Wer das Handwerk beherrscht, kann sich bei der Arbeit auch von den Gästen über die Schulter schauen lassen und dabei sein Wissen und seine Überzeugung teilen.
Einen besseren Weg, um die Wertschätzung für Lebensmittel zu erhöhen, kann es kaum geben!
Phillip Probst, Küchenchef im Restaurant Mulberry Street
Altes Gemüse – ne, nicht altbacken, sondern mit Tradition – kommt ab sofort hier bei uns in unregelmäßig regelmäßigen Abständen auf den digitalen Tisch, also den Desktop. Könnt ihr dann ausdrucken oder einfach nachkochen, wie es euch beliebt.
Inspiration kommt dieses Mal von Phillip Probst, Küchenchef im brandneuen Hotelrestaurant Mulberry Street im Liberty Bremerhaven. Er ist einer der wenigen, der den bedrohten Meeresstrand-Dreizack ernten und verarbeiten durfte.
Was sich aus altem Gemüse machen lässt, zeigen wir in unserer Serie. Sinn und Zweck davon sind leicht erklärt: Altes Gemüse ist nicht nur „in“, sondern sorgt auch für weniger Einheitsbrei, dafür aber mehr kulinarische Vielfalt.
Meeresstrand-Dreizack hat Saison
Alleine der Name dieser fast vergessenen Gemüsesorte klingt schon fabelhaft: Meeresstrand-Dreizack (landläufig auch als Röhrkohl oder Salz-Dreizack bekannt). Gleich hat man Bilder von einem gut zornigen Neptun vor Augen, der mit seinem Dreizack das Meer aufwühlt. Dabei kommt der Meeresstrand-Dreizack dann doch eher unscheinbar daher und erinnert optisch sehr an an Schnittlauch. Geschmacklich ist er durch sein Koriander-Aroma und den leicht salzig-würzigen Geschmack allerdings eine Wucht.
Der Meeresstrand-Dreizack wächst zur Spargelzeit, vorzugsweise auf den Salzwiesen an der Nordseeküste, wo er wie das Stangengemüse gestochen wird. Da er auf der Roten Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands steht, darf er nur privat von Einheimischen im Mai und Juni geerntet werden. Auch Phillip Probst vom Restaurant Mulberry Street im neueröffneten Liberty Hotel Bremerhaven hätte den Meeresstrand-Dreizack gerne auf seine Karte gesetzt – ist aber verboten. Jenen, die dennoch irgendwann in den Genuss dieser Rarität kommen, empfiehlt der Koch die Kombination mit gebratenem Gemüse oder zu asiatischen Gerichten.
Weitere verbreitete Sorten des Röhrkohls können aber auch in anderen Küchen durchaus für Abwechslung auf der Karte sorgen.
In Ludwigshafen wachsen tatsächlich Melonen. Das gelingt Landwirt Armin Kreiselmaier, indem er für das Wärme liebende Gemüse beste Bedingungen schafft.
Kreiselmaier’s Bio-Inseln
Armin Kreiselmaier auf dem Feld – Transgourmet Ursprung
Seine Ackerflächen nennt Armin Kreiselmaier liebevoll „Bioinseln“. Dabei handelt es sich um größere, zusammenhängende Felder von bis zu fünf Hektar, aber auch kleinere, auf denen nur ein paar Reihen wachsen. Insgesamt sind es fast 160 Hektar, auf denen verschiedene Gemüsekulturen gedeihen.
Eine ganz besondere Leidenschaft pflegt Armin Kreiselmaier zur Familie der Kürbisgewächse. Die Landgurken und Hokkaido-Kürbisse sind das Aushängeschild des Betriebes. Aber auch – und das erwartet man nun nicht gerade auf einem rheinlandpfälzischen Acker – jede Menge Melonenarten.
Melonen aus der Pfalz
Melonen brauchen es warm und luftig, dann erreichen sie auch mehrere Kilogramm Gewicht.Klimatisch begünstigt wachsen die Sonne liebenden Pflanzen hier aber unter ähnlichen Bedingungen wie in heimischen Anbaugebieten, den Tropen und Subtropen. Indem Armin Kreiselmaier die Melonen in Ludwigshafen aufzieht, können lange Transportwege gespart und der Emissionsausstoß somit reduziert werden.
Preislich attraktiv wird das Geschäft mit dem großen Gemüse durch Direktvermarktung. Darauf hat Armin Kreiselmaier den elterlichen Betrieb bei der Übernahme umgestellt. Auch der Bio-Anbau ist für ihn von Anfang an Bedingung. Während seine Eltern noch auf konventionellen Anbau setzten, arbeitet sein Betrieb heute komplett ökologisch.
Bei Armin Kreiselmaier wachsen neben Melonen und Kürbissen auch Brokkoli, Blumenkohl und lila Kohlrabi. Die Setzlinge dafür bezieht der Betrieb aus dem nahegelegenen Pflanzbetrieb.
Biologisch abbaubare Pflanzfolie
Mit biologisch abbaubaren Folien, die Armin Kreiselmaier und seine Kollegen über die Pflanzensetzlinge spannen, geht der Landwirt einen weiteren, entscheidenden in Richtung umfassender Nachhaltigkeit. Die Folie schützt die Pflanzen vor Krankheiten und minimiert gleichzeitig das Unkraut. Am Ende der Ernte wird die noch verbliebene Folie einfach in den Acker eingepflügt und verrottet dort.
Jens Rittmeyer, Green Chefs Partner und Chefkoch im Restaurant N°4 des Navigare in Buxtehude, nimmt das Thema „Farm to Table“ in diesem Sommer besonders wörtlich und eröffnet ein Pop-Up-Restaurant direkt auf dem Biohof Ottilie im Alten Land vor den Toren Hamburgs. Vom 26. Juli bis 11. August 2018 kommen die Gäste in den Genuss hochklassiger, individueller Menüs für die die Zutaten tagesfrisch geerntet werden.
Farm to Table mit Jens Rittmeyer
Jens Rittmeyer, Green Chefs Partner vom Restaurant N°4 des Navigare in Buxtehude
In kleiner Runde kommen die maximal 16 Gäste in den Genuss eines neun Gänge umfassenden „Farm to Table“-Menüs, welches das Team um Jens direkt am Tisch vollendet. Die Zutaten dafür werden größtenteils auf dem von BiolandzertifiziertenBiohof angebaut.
Kerstin Hintz, die Betreiberin des Biohofs Ottilie, und Jens Rittmeyer verbindet eine lange Partnerschaft, denn sie beliefert das Restaurant N°4 seit geraumer Zeit mit dem Feinsten, was ihre Felder hergeben.
Für die neun sommerlichen Abende mit heimatlicher Küche von und mit Jens Rittmeyer steuert Kerstin Hintz unter anderem verschiedene Wildkräuter wie Borretschblüten, Malven und Kapuzinerkresse, Sauerampfer sowie verschiedene Beeten und Möhren bei. Was am Ende genau auf den Tisch kommt, entscheidet sich spontan. Denn geerntet wird dafür tagesfrisch.
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