Fairness und Verantwortung in der Gastronomie

Für einen Koch mit Stolz sind Dinge wie achtsamer Einkauf möglichst bei regionalen Erzeugern und der sorgsame Umgang mit Lebensmitteln und Energie genauso selbstverständlich wie der Respekt gegenüber den Mitarbeitern, Lieferanten und Gästen. Leider hat nicht jeder Koch diesen Stolz.

Für mehr Orientierung der Gäste, welche Köche und Gastronomen Fairness und Verantwortung leben, wurde GREEN CHEFS als Auszeichnung für nachhaltige Restaurants und Hotels ins Leben gerufen.

Fairness und Verantwortung in der Gastronomie

cropped-Green-Chefs-Logo.jpgIm Juni wurde die Seite www.green-chefs.de freigeschaltet und schon nach kurzer Zeit landeten die ersten Bewerbungen im Postfach. Die ursprünglich bis Jahresende gesteckten Ziele waren schon Anfang September erreicht.

Derzeit wachsen die GREEN CHEFS Partner beständig zu einer starken Gemeinschaft aus Köchen zusammen, die sich für Fairness und Verantwortung in der Gastronomie einsetzen. Sie kommen aus allen Ecken der Gastronomie und haben alle die gleiche Motivation, als Vorbilder in Sachen Lebensmittelrespekt, Regionalität, Umweltschutz und fairen Arbeitsbedingungen Verantwortung zu übernehmen.

GREEN CHEFS Partner zeigen ihren Gästen, dass sie bei ihnen nicht nur richtig gut, sondern auch mit gutem Gewissen essen können. Die Vision der GREEN CHEFS ist es, in kurzer Zeit ein flächendeckendes Verzeichnis der Partner präsentieren zu können. Für Gastronomen ist die Partnerschaft bei den GREEN CHEFS kostenlos.

Anpacken statt reden

Beim Einkauf setzen GREEN CHEFS auf Anbieter, deren angebaute Produkte aus der näheren Umgebung stammen und keine langen Transportwege hinter sich haben. Für ihre Waren erhalten die Anbieter eine faire Bezahlung. Massentierhaltung lehnen die GREEN CHEFS kategorisch ab.

Selbstverständlich ist auch der verantwortungsvolle Umgang mit den Lebensmitteln. Kopflose Verschwendung von wertvollen Rohstoffen kommt bei GREEN CHEFS nicht vor. Die Partner setzen Lebensmittel so effektiv wie irgend möglich ein. Gekauft wird, was sie auch tatsächlich verarbeiten können. Die Lager werden ständig kontrolliert, um Lagerverderb zu vermeiden.

Reste sind für GREEN CHEFS ein Fremdwort. Entweder nutzen sie ihre Rohstoffe ganzheitlich oder sie geben übriggebliebene Speise ihren Gästen mit. Auch die Weiterverwertung von Lebensmittelabfällen als Dünger oder als Futterzugabe ist eine kluge Alternative zur Verschwendung. Unterschiedliche Portionsgrößen oder einfach kleinere Teller am Buffet sind weitere Maßnahmen, um Reste zu vermeiden und die die GREEN CHEFS bereits umsetzen.

Hinter einem GREEN CHEFS steckt oftmals nicht nur eine einzelne Person, sondern ein Team aus Gleichgesinnten. Fester Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt zeichnen sie aus. Faire Arbeitsbedingungen, Bezahlung nach Tarif, eine maximale Arbeitszeit, feste Ruhetage und gemeinsame Aktivitäten sind ein Muss für ein positives Arbeitsklima. Schließlich geht es in der Küche zu wie in einer zweiten Familie.

GREEN CHEFS sind Vorbilder

Die Auszeichnung als GREEN CHEFS Partner kostet Köche und Gastronomen nichts, bringt ihnen aber jede Menge: Als Green Chef sind sie Teil einer ständig wachsenden Gemeinschaft. Sie bleiben auf dem Laufenden und werden über die Aktionen der Kollegen sowie über die Tipps und Ideen aus der Branche regelmäßig informiert.

Mit jeder einzelnen Aktion für mehr Fairness und Transparenz gegenüber Mitarbeitern, Lieferanten und Gästen, mit jedem Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, mit jedem, der sich mit dem, was er auf seinem Teller liegt, beschäftigt, kommen die GREEN CHEFS ihrem großen Ziel nach einer verantwortungsbewussten Gastronomie und einem nachhaltigen Rohstoffverbrauch ein Stück näher.

Im ganzen deutschsprachigen Raum werden die GREEN CHEFS zukünftig sowohl bei Gastronomen als auch Gästen als Inbegriff für Fairness und Verantwortung in der Gastronomie stehen.

Vorbilder brauchen Support

Damit die Idee der GREEN CHEFS nicht verwässert werden kann, weil Sponsoren Einfluss haben wollen, können Lieferanten und Hersteller grundsätzlich keine GREEN CHEFS Partner werden. Sie haben jedoch die Möglichkeit, die Idee als GREEN CHEFS Supporter zu unterstützen Bronze, Silber und Gold stehen zur Auswahl.

Green Chefs – jetzt sind sie endlich da!

Jetzt ist es endlich so weit – die Green Chefs gehen an den Start.

Green Chefs

 

Fairness und Verantwortung in der Gastronomie, das ist unser Motto

Green Chefs sind Köche, die etwas verändern wollen. Du engagierst Dich für Regionalität, einen respektvollen Umgang mit Ware, Umweltbewusstsein und faire Arbeitsbedingungen? Dann steckt auch in Dir ein Green Chef! Mache mit!

Einzeln können wir nur wenig erreichen, gemeinsam haben wir das Zeug, die Gastronomie gehörig aufzumischen.

Green Chefs – auf eine gigantische Zeit!

Massentierhaltung – der erste Schritt ist getan

Massentierhaltung - der erste Schritt ist getan

Die Straathof Holding ist ein großer Schweinezüchter in Ostdeutschland. Das Kerngeschäft besteht im Halten von Zuchtsauen und deren Verkauf. Darüber hinaus werden zum Teil eigenerzeugte Ferkel in eigenen oder gepachteten Mastställen zu Mastschweinen gemästet und veräußert.

Das Unternehmen ist Teil der holländischen Straathof Holding, die in den Niederlanden drei weitere große Schweinezuchten betreibt.

Seit Jahren sind immer wieder Vorwürfe gegen den Betreiber erhoben worden, Journalisten legten Fotos und Videos vor, die die Haltungsbedingungen jenseits sämtlicher Verordnungen zeigten. Hier ein Link der Tierwelt nach einem Bericht des Reports in Mainz über die Serienzüchter.

Massentierhaltung mit kalkulierten Bussgeldern

Ferkel bei Straathof - Bild der Tierwelt.ch
Ferkel bei Straathof – Bild der Tierwelt.ch

Die Strafen waren offensichtlich einkalkuliert, mehr als Geldbussen waren nicht zu befürchten – in Kreisen und Kommunen sind solche Betriebe als großer Arbeitgeber (für Werkverträge um die 5 Euro pro Stunde oder rumänische Wanderarbeiter, die deutlich günstiger sind) geachtet, es wird sehr vorsichtig mit ihnen umgegangen.

Jetzt wurde der Betrieb endlich mit dem nötigen Druck durchsucht und die Bedingungen kontrolliert und dokumentiert – mit weitreichenden Folgen für den Betreiber und, sollte es durchgehen, für die gesamte Massentierhaltung.

Und unsere Meinung steht: Es muss nicht jeder jeden Tag Fleisch essen, insofern ist es nicht notwendig, den Preis noch weiter zu senken. Mit 3 Euro pro Kilo könnte sich eine Familie gut ernähren und es könnten gerechte Löhne bezahlt werden. Der Preis von derzeit 1,60 soll im nächsten Jahr auf 1,30 pro Kilo fallen – das heißt noch schlechtere Bedingungen für Tier und Arbeiter. Der Verbraucher erhält dennoch kein billiges Fleisch – die Haltungsbedinungen der Züchter selbst, der Manager der Fleischfabriken und des Handels zeigen deutlich, dass genug Luft für Ethik und Anstand vorhanden ist.

Deswegen: Im Umgang mit Lebewesen kann es keine Vorsicht geben – die Haltungsbedingungen für Zucht- und Mastgut ebenso wie die Haltungsbedingungen der dortigen Mitarbeiter rufen nach der Kontrollfunktion des Staates: Hier tut Kontrolle und Fürsorge gut.

Link zum Stern-Artikel

Norwegischer Lachs – sehr gute Umweltbilanz

Norwegisches Fischfutter - effizienter Futterverwerter

Die norwegische Umweltbilanz der Lachsproduktion ist positiv, vor allem die Emission von Kohlenstoff Dioxid (CO2) betreffend.

Zu diesem Ergebnis kommen SINTEF, die größte unabhängige Forschungseinrichtung Skandinaviens, die NTNU, die technisch naturwissenschaftliche Universität Norwegens sowie SIK, das schwedische Institut für Lebensmittel und Biotechnologie.

Kleinster ökologischer Fußabdruck bei Lachs

Untersucht wurde der sogenannte „ökologische Fußabdruck“ von 22 norwegischen Fischarten. Der ökologische Fußabdruck ist jene Maßeinheit, die die Belastung der Umwelt am deutlichsten abbildet. Gemessen wurden die direkten und indirekten Emissionswerte von Klimagasen durch die Fischproduktion. Dabei wurde der komplette Produktions- und Lebenszyklus der Fische einschließlich des Exports der Rohwaren betrachtet.

Norwegischer Lachs - kleinster ökologischer Fußabdruck
Norwegischer Lachs –
kleinster ökologischer Fußabdruck

Einige der wichtigsten Ergebnisse sind:

  • Ein Kilo norwegisches Lachsfilet, welches auf dem Pariser Fischmarkt verkauft wird, entspricht in etwa einer CO2Emission von 2,5 Kilo.
  • Die Produktion von norwegischem Lachs verursacht in etwa den gleichen ökologischen Fußabdruck wie der von Geflügel, liegt aber weit unter dem anderer Tierarten, wie zum Beispiel Schwein (circa 5,9 Kilo) oder Rind (circa 30 Kilo).
  • Der Großteil der CO2Emissionen bei Lachs aus Aquakultur entsteht bei der Produktion von Futtermitteln.
  • Die Weiterverarbeitung von Lachs, wie beispielsweise das Filetieren, generiert einen geringen CO2Ausstoß.

Eine Gruppe von Forschern hat die Emissionswerte, die durch die Produktion von unterschiedlichen Lebensmitteln in verschiedenen Ländern entstehen, ermittelt und in Beziehung zueinander gesetzt. Betrachtungszeitraum der Untersuchung war jeweils der komplette Produktionszyklus bis hin zum Endverbraucher. Folgende Faktoren wurden bei den einzelnen Produktionszyklen berücksichtigt:
Energienutzung, Einsatz lebender Organismen, Emission von Klimagasen, Umweltverschmutzung sowie nicht verwendete Lebensmittel wie beispielsweise Futter.  Norwegischer Lachs ging dabei als Testsieger mit dem kleinsten ökologischen Fußabdruck hervor.

Obwohl von norwegischem Lachs aus Aquakultur im Vergleich die geringsten Auswirkungen auf die Umwelt ausgehen, gibt es dennoch immer Verbesserungspotential. Der aktuelle Status ist öffentlich zugänglich auf www.environment.no

Nachhaltiges Futter für gesunde Lachse

Norwegischer Lachs - nachhaltiges Fischfutter
Norwegischer Lachs –
nachhaltiges Fischfutter

Eine auf globaler Ebene gesteigerte Lachsproduktion verbunden mit dem Streben, den Verbrauch von marinen Ressourcen nicht zu erhöhen, führen zu einer intensiven Forschung mit dem Ziel, nachhaltige Methoden und alternative Quellen für die Produktion von Fischfutter zu finden.

Trotz einer erhöhten Lachsproduktion ist der Futterverbrauch nicht in gleichem Maße gestiegen. Hintergrund hierfür sind optimierte Fütterungsmethoden, bei denen mehr Futter direkt bei den Lachsen und weniger Futter im Meer landet. Weiter wurde die Zusammensetzung der Bestandteile im Futter verbessert, welche zu einem effizienteren Wachstum der Lachse führt.

Futter ist der größte Kostenfaktor in der Aquakultur. Eine effektive Fütterung ist entscheidend für die Bilanzen der Lachsfarmen, genauso wie für das Wohlergehen der Fische. Lachs das Tier, welches Futter am effektivsten in Körpermasse umsetzt. Voraussetzung dafür ist die richtige Zusammensetzung der einzelnen Bestandteile im Fischfutter.

Lachsfutter besteht heute aus Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Circa 70 Prozent der Futterbestandteile stammen aus vegetabilischen Quellen, der Rest kommt aus marinen Ressourcen. Norwegen erlaubt keine genmodifizierten Stoffe im Fischfutter. Wie alle Bestandteile der norwegischen Aquakulturindustrie, unterliegt auch das Fischfutter stetigen Kontrollen, um das Wohlergehen von Fischen, Menschen und Umwelt zu gewährleisten.

Das norwegische Nationale Institut für Ernährungs- und Seafood Forschung (NIFES) überwacht und sammelt die Ergebnisse aus dem staatlichen Kontrollprogramm für Fischfutter und Fischfutterzusatzstoffe. Der aktuelle Bericht wurde in 2013 publiziert und ist öffentlich zugänglich auf www.nifes.no. Bei allen Kontrollen und Proben wurden keine illegalen Stoffe im Fischfutter gefunden. Alle Werte von legalen Stoffen lagen unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten der EU.

Norwegisches Fischfutter: das Regelwerk

Es gibt globale Standards für Futter in der Aquakultur. In Europa regelt die EU alles rund um das Thema Fischfutter. Diese EU-Regeln und Gesetze sind weitestgehend bestimmend für die norwegische Futtermittelindustrie. Zudem hat Norwegen eigene Regelungen und Gesetze für das Fischfutter in der Aquakultur.

Norwegisches Fischfutter - effizienter Futterverwerter
Norwegisches Fischfutter –
effizienter Futterverwerter

Die wichtigsten Organisationen, die weltweit den globalen Standard für Fischfutter setzen, sind:

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit ihrem Kodex „Codex Alimentarius“, dem Verhaltenskodex für gute Tierernährung.
  • Die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) mit „Die Bedeutung von Kontrollen des Tierfutters hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen des Futters auf Tier und Mensch“. Diese Regeln und Richtlinien haben großen Einfluss auf die Regeln und Gesetze der EU und damit auch auf Norwegen. In Norwegen werden die Futtermittelgesetze von der Norwegischen Aufsichtsbehörde für Lebensmittelsicherheit (Mattilsynet) geregelt und überwacht.

Auszüge aus den von Norwegen zusätzlich festgelegten Regelungen für Tierfutter lauten:

  • Das Tierfutter darf weder der Umwelt Schaden zufügen noch das Wohlergehen der Tiere beeinträchtigen.
  • Das Tierfutter muss gesund, echt und unverfälscht, für seinen Zweck geeignet sowie von hoher Qualität sein.
  • Das Tierfutter muss gekennzeichnet und nach den Regeln der Futtermittelgesetze verpackt sein. Dabei dürfen die Kennzeichnung und Verpackung keine irreführenden Elemente beinhalten.
  • Alle Bestimmungen, die Zusatzstoffe im Tierfutter betreff en, müssen eingehalten und befolgt werden.

Quelle: „Aquakultur in Norwegen. Der Bericht 2014.”, Norwegian Seafood Council, 2014

Native Cooking Award: Silber für das deutsche Team

Back to nature! Beim Native Cooking Award verwandeln sich Köche aus fünf Nationen für einen Tag wieder zu Jägern und Sammlern.

Native Cooking Award auf Knuthenlund

Silber Team Native Cooking AwardEin Zuckerschlecken ist der Native Cooking Award nicht gerade. Der Wettbewerb findet nicht nur in der freien Natur auf Dänemarks größtem Bio-Gut Knuthenlund statt, nein, die Teilnehmer müssen auch ganz ohne heiß geliebten Küchen-Schnickschnack auskommen.

Der Clou: Neben Salz und einem Warenkorb aus regionalen Fleisch-, Schafs- und Ziegenmilchprodukten durften die Köche nur verwenden, was sie auf einem Streifzug durch die umliegenden Wälder und Wiesen erbeuten konnten. Ausgestattet mit Fährrädern, Axt und Spaten ging es so auf Zutatensuche.

Fünf Stunden hatten die Profis Zeit zum Sammeln, Vorbereiten und Brutzeln. Besondere Schwierigkeit: Zum Kochen standem jedem Team lediglich zwei Grills zur Verfügung. An weitere Hilfsmittel oder gar Strom war also nicht zu denken. Eine Herausforderung, die die Profis um Jury-Mitglied Alexander Dressel mit Bravour gemeistert haben. Das Menü „Spaziergang durch Knuthenlund“ begeisterte alle Beteiligten.

Honigwabe und Wasserpfeffer

Ziegenfrischkäse, geräucherter Fisch, Karotten mit Kirschbeeren-Wein, wilde Kräuter und Haselnüsse als Vorspeise, Variationen von der Ziege mit Pastinake und Wasser-Pfeffer-Salz als Hauptspeise und zum krönenden Abschluss Honigwabe mit wilden Früchten – mit diesem exquisten Menü überzeugte das deutsche Team die Jury auf ganzer Linie.  Thomas Merkle, Sebastian Bruns, Nico Sackmann und Daniel Frey erkochten den zweiten Platz hinter Gastgeber Dänemark. „Das ist ein fantastischer Erfolg für uns“, freuten sich die vier Silber-Gewinner.

Bei dem weltweiten einzigartigen Kochwettbewerb für Sterne- und Profiköche, müssen die Teilnehmer nicht nur ihre Kochkunst, sondern auch Kreativität und Erfindungsreichtum beweisen. Besonders erfolgreich: Sebsastian Bruns angelte für das deutsche Team nur mit Haken und Leine zwei Aale aus der Ostsee.

Fünf Teams aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Deutschland gingen beim Native Cooking Award an den Start. Am Ende musste sich das deutsche Team nur dem Gastgeber aus Dänemark geschlagen geben. Der außergewöhnliche Kochwettbewerb erinnert daran, dass es ab und an gut tut, sich auf die nächste Umgebung zu besinnen. Mit dem Kochen, was die Natur uns bietet ist umweltschonend und setzt ein Zeichen in Sachen Regionalität.

Boomgarden-Park: Arche Noah für alte Obstsorten

Der Boomgarden-Park bewahrt alte Apfelsorten vor dem Aussterben. Eine Lebensaufgabe für Biobauer Eckart Brandt und seine Mitstreiter.

Boomgarden-Park rettet Äpfel vor dem Aussterben

Boomgarden-Park: Arche Noah für alte Obstsorten Die Deutschen sind Weltmeister im Apfel essen. Pro Jahr verdrückt jeder von uns 17 Kilo der rotbackigen Gesellen. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen laut dem Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse Elstar, Braeburn und Gala. Allein diese drei Sorten machen beinahe 50 Prozent der bundesweit verkauften Äpfel aus.

Die Vorstellung, dass heutzutage nur drei Sorten die Hälfte der verspeisten Äpfel stellen, ist für Eckart Brandt ein Graus. Der Biobauer aus dem alten Land hat sich dem Erhalt von alten Obtsorten verschrieben. Industrieäpfel, so nennt er die heute gängigen Sorten in einem Interview mit dem Nabu abfällig. „Die sehen nicht nur aus wie ein Lackschuh, die schmecken auch so!“ Aus Überzeugung setzt sich Brandt mit seinen Mitstreitern im Boomgarden-Projekt für die Erhaltung regionaltypischer Obstsorten in Hochstamm-Obsthöfen ein.

Eine wichtige Aufgabe! Mit den alten Sorten verschwindet sonst nicht nur eine ungeahnte Vielfalt an Farben und Formen, sondern auch an Düften und Geschmäckern. Aromen, die in unserer Küche für immer verloren gehen würden.

„Goldprinz“, „Hasenkopf“ und „Altländer Pfannkuchen“, diese Äpfel findet man in keinem Supermarkt. Geschmacklich sind die alten Apfelsorten deutlich intensiver als die heute verbreiteten Sorten. Umso wichtiger, dass sie vor dem Aussterben bewahrt werden.

Eine Arche Noah für die Geschmacksvielfalt

Zusammen mit Gleichgesinnten hat der Mann mit der rotblonden Mähne deshalb den Boomgarden-Park geschaffen. Der Boomgarden, plattdeutsch für Baumgarten, ist laut dem Apfel-Experten eine Arche Noah für fast 1000 Obstsorten. Eine Genbank, die es zu schützen gilt. Auf einem fast vier Hecktar großen Ackerstück in Helmste konnten seit 2012 350 alte Sorten erhalten werden. Nicht nur regionaltypische Äpfel, auch Birnen, Kirschen und Pflaumen.

Der Obstsortenerhaltungsgarten wird vom Bund und dem deutschen Pomologenverein getragen. Außerdem kann jeder Baum-Pate werden. Für 150 Euro können die Paten das idelle Eigentum eines Baumes übernehmen und so helfen, alte Apfelsorten vor dem Aussterben zu bewahren.

Mürbfleischig und schmelzend, so beschreibt der Bio-Bauer die besten Eigenschaften seiner Schätze. Du bietet der Boomgarden-Park auch der lokalen Gastronomie ungeahnte Möglichkeiten.

Rarität auf der Speisekarte

Auch die lokale Gastronomie profitiert vom Boomgarden-Park. Köche aus der Umgebung kommen in den Genuss von einzigartigen Obstsorten, die es sonst nirgendwo zu kaufen gibt. Mit diesen Raritäten auf der Speisekarte begeistern nordeutsche Gastronomen Gäste von Nah und Fern.

Fairness und Verantwortung der Partner

Grünzeug GREEN CHEFS

Gastronomen, die sich für Fairness in der Branche einsetzen und Verantwortung übernehmen, zeichnen wir als GREEN CHEFS aus.

Fairness und Verantwortung in der Gastronomie

Green Chefs - Fairness und Verantwortung in der Gastonomie

GREEN CHEFS setzten auf Nachhaltigkeit beim Einkauf und respektvollen Umgang mit Lebensmitteln, sie achten auf die Umwelt und bieten ihren Partnern und Mitarbeitern faire Arbeitsbedingungen.

GREEN CHEFS kommen aus allen Ecken der Gastronomie: Sterne-Küche, Bistro und Bio-Restaurant – sie ziehen an einem Strang und engagieren sich gemeinsam. Jeder Einzelne kann schon einiges erreichen, zusammen mischen sie die Gastronomie erst richtig auf. Mit der Auszeichnung zum GREEN CHEFS Partner zeigen Köche und Gastronomen ihren Gästen, dass sie bei ihnen nicht nur gut, sondern auch mit gutem Gewissen essen können.

Steckt in dir auch ein GREEN CHEF? Dann mache mit! Füll dafür einfach unseren Fragebogen aus – dauert maximal 5 Minuten.

GREEN CHEFS Fragebogen

 

 

Kollegen, die schon dabei sind, findest du in unserem Restaurant-Finder.