Restaurants sammeln Himmelswasser für Gerstensaft

Den Niederländern wird oft und absolut zu Recht ein hohes Maß an Fortschrittlichkeit und nachhaltigem Denken nachgesagt. Von der neuesten Idee profitieren neben der Umwelt auch Gast und Gastwirt. Dafür wird das Regenwasser aufgefangen, um daraus “Hemelswater” oder auch Himmelswasser, also Bier, zu brauen. Damit schlagen die Niederländer drei Fliegen mit einer Klappe: Amsterdam vor noch mehr Wasser schützen, gutes Bier brauen und gleichzeitig auf unsere verschwenderische Konsumgesellschaft aufmerksam machen.

Gastronomen sammeln Himmelswasser für nachhaltiges Bier

Himmelswasser für Gerstensaft
Himmelswasser für Gerstensaft (Foto: Hemelswater)

Nicht nur in Deutschland hat sich der Sommer eher von seiner nassen Seite gezeigt. Auch in den Niederlanden hat es in diesem Jahr viel geregnet. Ein paar Unternehmer aus Amsterdam hatten da eine tolle Idee: Sie fingen das Regenwasser in zwei Containern auf (an einem Wochenende kamen 1.000 Liter zusammen), filterten und erhitzen es und stellten schließlich Bier damit her.

Die limitierte Stückzahl an Hemelswater, übersetzt „Himmelswasser“, war sofort ausverkauft. Da das Bier so gut ankam, gibt es auch schon Pläne für die Zukunft: Restaurants und Cafés sollen Regenwasser für Hemelswater in eigenen Tanks sammeln und im Gegenzug dafür Bier bekommen. So wird auch der Gast auf das Thema Wassersparen aufmerksam gemacht.

Ist Wassersparen überhaupt sinnvoll?

In ärmeren Ländern ist Wasser eines der größten und wichtigsten Themen, in Europa haben wir aber tatsächlich ausreichend Wasser – und das will in Bewegung bleiben: Das benutzte Wasser geht über die Kanalisation ins Klärwerk, dort wird es gereinigt und kommt in das nächste Gewässer, wo es versickert und wieder zu Trinkwasser wird – so schließt sich der Kreis.

Wichtiger als der Wasserverbrauch ist bei uns also, wie sauber es wieder in den Kreislauf kommt. Die Prozesse zur Wiederaufbereitung werden durch Rohrreiniger, Pflanzenmittel & Co., die im Abwasser landen, zusätzlich erschwert.

Ein großes Problem für die Umwelt ist auch die Energie, die zum Erwärmen des Wassers benötigt wird. Denn Warmwasser verbraucht ungefähr zehn Mal mehr Energie als die bloße Wasserbereitstellung und -entsorgung.  Ein verantwortungsvoller und bewusster Umgang mit dem Trinkwasser aus unseren Leitungen ist also wichtig, vor allem bei Warmwasser.

Tipps für Gastronomen, die hier was bewegen wollen, haben wir zusammengetragen.