Artgerechte Tierhaltung

Im Schweineparadies auf Knuthenlund

Der Preis für ein Schwein aus konventioneller Haltung wird regelmäßig unterboten. Green Chefs bieten da nicht mit! Denn hinter jedem Kilogramm steckt am Ende doch ein Lebewesen, das eine artgerechte Tierhaltung verdient hat. Ein Leben unter Artgenossen, mit Auslauf, gutem Futter und einem schönen Platz zum Schlafen.

Auf Knuthenlund in Lolland bei Maribo wird für die Tiere auf dem Hof dieser Traum wahr. Die Schweine leben in kleinen Kolonien zusammen, jede Muttersau bewohnt eine Blechhütte mit ihren Ferkeln. Die Kleinen können miteinander spielen und toben und verbringen ihr ganzes Leben im Freien – 365 Tage im Jahr. Das ist artgerechte Tierhaltung.

Im Schweineparadies auf Knuthenlund

Im Schweineparadies auf Knuthenlund
Im Schweineparadies auf Knuthenlund

Zu fressen gibt es bei Schweins zu Hause vor allem gewalzten Weizen und Molke zu Trinken. Im Winter darf es nährstoffreicher sein: Lolländische Erbsen und Lupinen stehen zusätzlich auf dem Speiseplan. Wen dann immer noch der Hunger plagt, der buddelt. Dabei fördern die Tiere allerlei Leckereien zu Tage, denn ihre Weide war vor Kurzem noch bewirtschafteter Gemüseacker und Kräutergarten. Der viele Auslauf, die gesunde Ernährung und das Zusammenleben im Familienverbund an der frischen Luft haben für die Tiere einen weiteren Vorteil, denn eine regelmäßige Medikation ist nicht nötig.

Gut fürs Tier, gut für den Boden, gut für den Menschen

Artgerechte TierhaltungAuch dem Boden tut diese Art der Schweinehaltung gut: Sind die Schweine auf der Suche nach Leckerbissen, wühlen sie die Erdoberfläche um und Nährstoffe, die die Tiere durch ihren Dung ohnehin verteilen, können besser in den Boden eindringen. So ist die Weide für die Aussaat im Frühjahr bestens vorbereitet.

Wer ein sauglückliches Leben führt, bringt am Ende des Zykluses eine gänzlich andere Qualität auf den Teller, als die artverwandten Genossen aus den Mastanlagen. Irgendwie logisch…!

Ausgezeichnet: Hausgemachter Käse

Ausgezeichnet Hausgemachter Käse vom Öko-Landwirtschaftsbetrieb Knuthenlund

Auf Gut Knuthenlund gehört er längst dazu: hausgemachter Käse und Joghurt, hergestellt aus der hofeigenen Milch der 500 Ostfriesischen Schafe und rund 40 Roten Dänischen Milchrinder. Die Rasse ist insbesondere für die Milch mit einem ungewohnt hohen Fettgehalt von bis zu 5 Prozent bekannt – dieser ist entscheidend für den feinen Geschmack der Milch und der Molkereiprodukte.

Schaf auf KnuthenlundDie Schafe und Rinder verbringen bis zu 150 Tage im Jahr auf den mit zahlreichen Kräutern gespickten Knutenländer Bio-Weiden. Den Winter über hausen die Tiere überwiegend im großen Stall, eingekuschelt in frisches Stroh. Boxen, in denen die Tiere angebunden werden, sucht man hier vergebens. Die Tiere sollen sich vielmehr frei bewegen und dennoch als Herde zusammen stehen können.

Beste Bedingungen für das Milchvieh

Für die Tiere beginnt auf Knuthenlund jeden Tag pünktlich um 4 und um 14 Uhr die große Melk-Session. Die Tiere werden dafür von der Weide oder aus dem Stall in den Melkstand gelotst und gemolken. Beim Melken am Nachmittag können die Besucher des Hofs zuschauen. Anschließend wird die Milch nach traditionellen Rezepten zu Käse und Joghurt weiterverarbeitet.

Ausgezeichnet Hausgemachter Käse
Ausgezeichnet: Hausgemachter Käse

Deren Qualität kommt nicht von ungefähr! Beste Lebensbedingungen für die Tiere und weite Kräuterwiesen, viel Auslauf und übersichtliche Herden sind die idealen Bedingungen für gute Milch und Voraussetzung für den renommierten Käse.

Für die feinen Käsesorten wie den Rotschmierkäse wurde Knuthenlund bereits mehrfach ausgezeichnet. Verantwortlich sind dafür Hofbesitzer und Molkereidirektor Jesper Hovmand-Simonsen und sein Team.

Alte Rasse wiederbelebt

Neben erstklassigen Produkten steht Knuthenlund auch für die Rück-oder Nachzüchtung alter Gemüsesorten und Rassen. Mit einer wachsenden Population des Roten Dänsichen Milchrindes möchte der Öko-Landwirtschaftsbetrieb die Rasse vor dem Aussterben bewahren. Somit findet eine Rinderrasse, die bereits seit dem 17. Jahrhundert in Dänemark beheimatet ist, wieder ihren Platz in der Region.

Knuthenlund unterstützt die Green Chefs als Gold Supporter.

A&Z Foodmanufaktur wird Pionierkantine

A-Z Foodmanufaktur Michael Haupt Pionierkantine
A&Z Foodmanufaktur GmbH Michael Haupt Pionierkantine
Michael Haupt (r.) von der A&Z Foodmanufaktur mit NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (l.) bei der Auszeichnung zur Pionierkantine

Wir sagen: Glückwunsch! Michael Haupt und seine A&Z Foodmanufaktur GmbH wurden vom Landwirtschaftministerium NRWs mit insgesamt 15 Betrieben zur Pionierkantine ausgezeichnet. Das heißt: Michael und seine Mitarbeiter setzen sich in besonderem Maß für den Einsatz von regional und artgerecht produzierten Lebensmitteln in Kantinen ein. Finden wir cool!

Mehr NRW im Topf

Die A&Z Foodmanufaktur GmbH betreibt 15 Kantinen in NRW – alle sind jetzt Pionierkantinen für das „100-Kantinen-Programm„. Das Programm hat sich das Motto „Mehr NRW im Topf“ zu Herzen genommen und will in den kommenden Jahren dazu beitragen, Kantinen auf dem Weg zu mehr Regionalität zu unterstützen und zu vernetzen; zum Beispiel mithilfe eines virtuellen Marktplatzes, auf dem Caterer, Kantinen, Lieferanten und weitere Partner zusammenfinden.

Die Vorteile liegen jedem Green Chef auf der Hand: Regionale Lebensmittel stehen für kurze Transportwege. Sprich: wenig CO2, viel frisch. Außerdem unterstützen und stärken Regionaleinkäufer die heimische Agrar- und Lebensmittelwirtschaft. Gerade Kantinen, die tagtäglich eine Vielzahl von Menschen mit Essen versorgen, machen dabei einen bedeutenden Teil aus. Wird also dort verantwortungsvoll gewirtschaftet und gekocht, ist schon ein ganz schön großer Batzen getan – und die Besucher freut’s auch, denn das Essen zeugt von Frische und Qualität und bringt Heimat auf den Teller.

Mal eine Pionierkantine besuchen?

Wer sich selbst überzeugen will, statte einer der Kantinen von Michaels A&Z Foodmanufaktur GmbH doch mal einen Besuch ab. Hier sind sie zu finden:

  • Agentur für Arbeit
    Düsseldorf
  • Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftlichen Aufgaben
    Köln
  • Bundesverwaltungsamt
    Köln
  • Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung
    Köln
  • Bankverlag
    Köln
  • Fraunhofer Institutszentrum Schloß Birlinghoven
    Sankt Augustin
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
    Bonn
  • Gemeinschaftsstudio WDR und phoenix
    Bonn
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
    Bonn
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
    Bonn
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
    Bonn
  • Flocert
    Bonn
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
    Bonn
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    Bonn
  • Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. in der Helmholz-Gemeinschaft
    Bonn

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor in Hotellerie & Gastronomie

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor in Hotellerie & Gastronomie
Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor in Hotellerie & Gastronomie
Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor
in Hotellerie & Gastronomie

Ein Blick auf den Hotel- und Gastronomiemarkt zeigt, dass Umweltbewusstsein keine Modeerscheinung ist. Selbst in mittelständischen Betrieben gehört Nachhaltigkeit, in unterschiedlich starken Ausprägungen, inzwischen zum Unternehmenskonzept.

Die Autoren von Freyberg, Gruner und Hübschmann erläutern im vorliegenden Buch, was Nachhaltigkeit im Gastgewerbe bedeutet, welche erfolgsversprechenden Strategien existieren und welche Werkzeuge beispielsweise bei der Zertifizierung sowie im Einkaufs-, Energie- und Personalmanagement eingesetzt werden können.

Insbesondere Antworten auf folgende Fragen unterstützen gastgewerbliche Unternehmer bei der Entscheidung auf Nachhaltigkeit zu setzen und falls ja, in welchem Maße:

  • Bringt das Investment in Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft einen Return on Investment?
  • Würdigt der Gast das Engagement und ist er bereit, die eventuellen Mehrkosten mitzutragen?
  • Was ist für den eigenen Betrieb die passende Nachhaltigkeitsstrategie? Welche Maßnahmen sind für den jeweiligen gastgewerblichen Betriebstyp geeignet, welche nicht?

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor in Hotellerie & Gastronomie kaufen

Über die Autoren

Prof. Dr. Burkhard von Freyberg ist geschäftsführender Gesellschafter der Hotelberatung Zarges von Freyberg Hotel Consulting. Auch er hat eine Professur für Hospitality Management an der Fakultät für Tourismus der Hochschule München inne.

Prof. Dr. Axel Gruner ist Professor für Hospitality Management an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Vor dem Ruf war er als geschäftsführender Direktor eines auf Medical Wellness spezialisierten Hotels auf Teneriffa tätig.

Freilandhaltung extended: mit Mobilstall

Mobilstall Heilight

Vor dem Eierregal ist für jeden Green Chef klar: Freilandhaltung besiegt Bodenhaltung. Dennoch kann auch die Freilandhaltung nicht ausnahmslos gelobt werden. Denn klar, eine Wiese, auf der jeden Tag Hühner toben und scharren, ist schon bald nicht mehr die alte. Das saftige Wiesengrün schwindet und besonders in Stallnähe, dort, wo Hennen sich bevorzugt aufhalten, wird der Boden stark beansprucht und mit dem Kot der Tiere belastet. Dann gefällt die Wiese auch der Henne nicht mehr. Sie wird krank und unglücklich – und mit ihr leidet das Ei.

Höchste Zeit also für Optimierung!

Ein „Heilight“ für die Freilandhaltung

Diese Optimierung hat sich Sandra Speer zur Aufgabe gemacht. Sie ist überzeugt: Gesunde, glückliche Hühner sind die Voraussetzung für ein nährstoffreiches und geschmacklich anspruchsvolles Ei. Daher stattete sie ihren Legehennenbetrieb „Heilight“ in der Nähe von Hamburg mit einem cleveren Extra aus: der Mobilstall. Eine simple Idee mit großer Wirkung.

Freilandhaltung mit Mobilstall

Mobilstall Heilight
Der Mobilstall von Heilight

Die mobilen Ställe – Sandra Speer hat wegen hoher Nachfrage längst auf drei Exemplare aufgestockt – stehen unter freiem Himmel auf Grünflächen in der sogenannten Elbmarsch. Alle zwei bis drei Wochen werden die Ställe versetzt und garantieren den Hennen so eine beinahe immergrüne und kaum keimbelastete Umgebung.
Bei Abenddämmerung ziehen sich die Hennen aus natürlichem Schutzbedürfnis heraus in ihr mobiles Zuhause zurück. Sandra Speer und ihr Team schauen dann nochmal bei den Hennen vorbei, versichern sich, dass jede sicher vor Fuchs und Marder im Stall sitzt, und schließen die Stallklappen.
Tagsüber können die Hühner sich aufhalten, wo es ihnen beliebt: 14 Stunden lang gackern, laufen und scharren sie im Stall, um den Stall, oder auf der mit Schutzhütten ausgestatteten Wiese. Jede Heilight-Henne erhält mindestens 8m² Auslauffläche – doppelt so viel, wie für die Freilandhaltung gesetzlich vorgeschrieben.

Ein nachhaltiges Ei-Komplett-Paket

Eierautomat Heilight
Heilight vertreibt seine Eier mitunter per Eierautomat.

Die Mobilställe sind Teil eines nachhaltigen Gesamtkonzeptes: Die Heilight-Hennen genießen einen auf ihr natürliches Verhalten abgestimmten Tagesablauf, bekommen natürliches Futter frei von Gentechnik und gelegentlich ein „Kräuter-Leckerli“. Antibiotika hingegen finden sich nie auf dem Heilight-Speiseplan.
Um Transparenz zu bewahren, vermarktet Heilight seine Eier konsequent direkt; unter anderem mithilfe von Eier-Automaten. Wer sich selbst von Eiern aus dem Mobilstall überzeugen möchte, den lädt Sandra Speer wärmstens zur Besichtigung ihrer Marschhennen ein. Wer also in der Umgebung ist: Wie wär‘s mit einer Fahrradtour inklusive Glückliche-Hennen-Watching?

Mehr Infos und alle Standorte, an denen es Heilight-Eier zu kaufen gibt, sind auf der Website zu finden: www.heilight-elbmarsch.de

Milchvertrieb „ab Kuh“

Kuh - Milchvertrieb ab Hof

Wir berichteten vor einiger Zeit von der Milchtankstelle, einem Vertriebshelferlein für Bauern. Die Seite milchtankstellen.com listet inzwischen 170 Milchstationen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Gastronomen, die auf der Suche nach frisch gezapfter Milch aus der eigenen Region für ihr Frühstücksbuffet oder das Dessert am Abend unter den 170 nicht fündig werden, müssen den Kopf dennoch nicht hängen lassen.

Übersicht: Wo gibt’s Direktvertreiber von Milch?

Kuh - Milch vom HofDer Milchvertrieb „ab Werk“ – sprich: ab Kuh oder Hof – muss natürlich nicht zwingend über eine Milchtankstelle erfolgen. Bauern und Milchkäufer, die sich beim Handel der cremigen Kuhessenz gern in die Augen blicken, wählen eher den klassischen Weg der Direktvermarktung am Hof, inklusive „Hallo“, „Danke“, „Tschüss“. Ob nun über eine Tankstelle, im Hofladen oder gleich am Euter: Für Bauern ist der direkte Milchvertrieb oft ertragreicher als der Verkauf über eine Molkerei. Und der Kunde, der Milch gleich beim Bauern kauft, entscheidet sich für absolute Regionalität und Frische.

Um nun also regionalbewusste Milchkäufer und direktvertreibende Bauern zusammenzubringen, gibt es die Plattform milchautomaten-direktvermarkter.de. Hier sind neben Milchtankstellen auch traditionellere Bauern aufgeführt, die ihre Milch mit Kundenkontakt gleich am Hof verkaufen. Derzeit zählt die Übersicht rund 250 Einträge – und sie soll wachsen. Wer selbst Milch vertreibt oder einen passenden Milchbauern kennt, kann den Hof kostenlos eintragen lassen.

Aber bitte nose to tail!

Nose to tail

Ob Fleischesser oder Veggie – bei den GREEN CHEFS ist jeder willkommen, auch wenn sich die beiden Parteien nicht ganz einig sind, wenn es um die ethische Verantwortung beim Verzehr von Tieren geht. Die Vorsitzende von Slowfood Deutschland, Ursula Hudson, findet: „Die Tötungsfrage muss jeder für sich selbst beantworten. Aber hat man die mal weggenommen, denke ich, dass man Fleisch essen kann. Allerdings sollte es dann sehr, sehr wenig Fleisch von gewissenhaften Landwirten sein.“ Dem schließen wir uns an und fügen dem gewissenhaften Landwirt, der für artgerechte Tierhaltung sorgt, noch einen gewissenhaften Metzger hinzu.

Unsere Meinung: Fleisch? Klar, wenn Du magst. Aber bitte nose to tail!

Nose to tail – absolut logisch

Nose to tailEs ist ein uraltes Prinzip, mitunter entstanden in Zeiten der Not. Man war schlichtweg darauf angewiesen, aus wenig möglichst viel zu machen und aß daher alles vom Tier – von der Nase bis zum Schwanz eben. Schon aus rein wirtschaftlicher Sicht ist die Vollverwertung von Tieren daher nur sinnvoll. Darüber hinaus zollt die vollständige Verarbeitung dem Tier aber auch Respekt. ‘It’s not polite to not eat it all’, sagt der Londoner Koch Fergus Henderson, der mit seinem Buch” From Nose to Tail“ die moderne Vollverwertung wohl maßgeblich mitbegründet hat. Recht hat er! Schließlich soll ein Tier nicht für die Mülltonne sterben, oder?

Vollverwertung bei Koch und Metzger

Gute Köche wissen auch aus den bei Gästen oft ungeliebten Teilen vom Tier  kreative Gerichte zu kochen. So stellen viele unserer GREEN CHEFS Partner, wie Matthias Gfrörer oder Musa Vincenzo, zum Beispiel ihr Händchen für die Zubereitung von Innereien unter Beweis. Oft muss man aber schon bei der Auswahl des Lieferanten ansetzen: Ein gewissenhafter Schlachter oder Metzger verfolgt das Prinzip von Nose to Tail ebenso wie der Gastronom selbst. Mit den richtigen Rezepturen kommen im Schlachtbetrieb sogar Schwarte, Knochen und Blut vom Tier zum Einsatz – für Wurstspezialitäten, Sülze oder Fonds. Voll lecker, voll verwertet.

From Nose to Tail:  Ein altes Prinzip, das unlängst wieder Einzug findet in die moderne Gastronomie – und in die Küchen der GREEN CHEFS.

Wer mehr zur Vollverwertung beim Metzger wissen möchte: Für das Magazin Ökolandbau
hat der Metzgermeister Hermann Jakob gezeigt, was alles mit Tierprodukten machbar ist. Zum Artikel geht’s hier entlang.

Biokiste für die Gastronomie

Biokiste für die Gastronomie

Biokiste für die GastronomieDie Auswahl der Lebensmittellieferanten spielt eine entscheidende Rolle, um die eigene Küche nachhaltig im Sinne der GREEN CHEFS Ideale zu gestalten. Für Privathaushalte bieten Biokisten schon seit Langem die Möglichkeit, frische Bio-Ware bis an die Haustür geliefert zu bekommen. Doch Biokistenanbieter haben erkannt: Auch bei größeren Abnehmern ist der Bedarf da. Gerade für kleinere Betriebe der Außer-Haus-Verpflegung, die ihre Küche Richtung Bio lenken wollen, ist ein solcher Lieferservice eine gute Wahl. Denn viele Biokistenanbieter liefern nicht mehr nur Produkte aus eigenem Anbau, sondern haben sich ein Netzwerk aus Bio-Lieferanten aufgebaut. Der Vorteil für den biowilligen Gastronom liegt auf der Hand: Zeitersparnis. Schließlich kümmert sich der Biokistenbetreiber um die Suche nach Direktvermarktern und bündelt so ein breites Sortiment im eigenen Lieferservice.

Anbieter packen auch größere Kisten

Für viele Küchen von Kindergärten, Schulen und Kitas ist die tägliche Lieferung der Biokiste schon Normalität. Nur einige Beispiele: Die „Tagwerk Ökokiste“ beliefert rund 150 Vorschuleinrichtungen im Münchener Raum, die „Werkhof Service GmbH“ versorgt gut 100 Kitas und Schulen im Ruhrgebiet, und im Raum Hamburg zählt die „Bohlsener Mühle“ etwa 100 Küchen der Außer-Haus-Verpflegung zu ihren Kunden.
Die Lieferbetriebe sind dafür gewappnet, auch Kisten für größere Kunden zu packen – warum also nicht im eigenen Gastronomiebetrieb mal eine Biokiste ausprobieren? Sicher, den direkten Kontakt, bei dem ich dem Gemüsebauer persönlich die Hand schüttele, kann die Biokiste nicht ersetzen. Doch viele Biokistenbetreiber sind um Transparenz über ihre Philosophie und ihre Bezugsquellen bemüht – so kann für den Gastronomen als Endabnehmer dann doch eine möglichst große Nähe zum Hersteller entstehen.

Bei Bio-Lieferbedarf also einfach mal beim Biokistenbetreiber in der Umgebung erkundigen. Eine Übersicht über einige Betreiber in Deutschland gibt´s zum Beispiel auf www.oekokiste.de.

Der Fischratgeber – eine App für den Fischkauf

App für den Fischkauf: WWF Fischratgeber

Gelegentlich wundert man sich ja, dass überhaupt noch ein Fisch in den Gewässern dieser Welt schwimmt – das Thema Überfischung kommt schließlich immer wieder auf und ist ein ständiges Problem. Weltweit sind fast 30 Prozent aller Fischbestände von Überfischung bedroht, über 60 Prozent werden bis zum Maximum befischt. Dazu kommt all der Beifang, der ungewollt in den Netzen landet und dem auch säugende Meereskumpanen wie Hai, Seevogel und Schildkröte zum Opfer fallen. Wer würde sich da als Meeresbewohner nicht mal lieber schnell von dannen machen?

App für den Fischkauf: WWF FischratgeberDoch das können sie nun mal nicht. Also sind wir als Konsumenten an der Reihe: Respekt zeigen ist angesagt. Wir müssen Fisch und Meeresfrüchte nicht gleich von der Speisekarte verbannen, doch bewusster Genuss und durchdachter Einkauf führen auf die richtige Route. Gerade im Einkauf erfordert das natürlich etwas Zeit, schließlich muss man sich mit dem Produkt auseinandersetzen: Welchen Fisch kann ich kaufen? Wo sollte der Fisch herkommen? Wie treffe ich meine Wahl?

Für Orientierung beim Kauf: Der WWF Fischratgeber

Der Fischratgeber als App, (c)WWF
Der Fischratgeber als App, (c)WWF

Orientierung im Dschungel von Zertifikaten, Fangmethoden und Fischarten bietet der Fischratgeber des WWF. Das Helferlein gibt´s für den Desktop, aber natürlich auch als App – Abhilfe beim Fischkauf steht damit also überall mobil bereit. Von Aal bis Zander berät der Fischratgeber, ob das Wunschprodukt eine gute Wahl ist oder nicht. Ein Ampelsystem sorgt für den schnellen Einkaufs-Überblick; wer zum Fischallwisser werden will, dem stehen Beschreibungen über den Meeresbewohner selbst, seine Bestandssituation sowie über Fang- und Zuchtmethoden und deren Ökobilanz zur Verfügung. Für einen GREEN CHEF ist der Fischratgeber eine gute Möglichkeit, um sich auch bei nur wenig verfügbarer  Zeit mit den Produkten für die eigene Fischkarte auseinanderzusetzen – und den Meeresbewohnern so Respekt zu zollen.

Eine erste Empfehlung des WWF vorab: Wer beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten auf die Siegel MSC (für Wildfisch), ASC, Bioland und Naturland vertraut, begibt sich schon auf eine gute Seite. Für alles weitere geht´s hier zum hier zum Fischratgeber …

Von Kuh zu Krug an der Milchtankstelle

Milchglas, Milchtankstelle

Milchglas, MilchtankstelleDer niedrige Milchpreis ist in aller Munde und schuld daran ist wohl jeder irgendwie. Als Verbraucher können wir dem entgegenwirken, indem wir dem Tiefpreisfaible trotzen und zur fairen Milch oder Bio-Milch greifen.

Für Green Chefs ist außerdem klar: Auch beim Bezug von Milch sollte Regionalität weit oben stehen, um den guten Bauern um die Ecke zu unterstützen und lange Lieferwege zu umgehen. Per Du mit der Kuh, lautet das Motto.

Milch zapfen an der Hoftankstelle

Nicht ganz so intim, aber ebenso regionalbedacht sind Milchtankstellen. Was erstmal abschreckend nach Massenproduktion klingt, ist letztlich ein Vertriebshelferlein für den Bauern.
Für die Milchtankstelle legt die Milch keine langen Wege zurück; sie kommt beinahe direkt aus dem Euter in meine Milchflasche. Bloß macht sie eben einen Zwischenstopp in der hofeigenen Zapfanlage. Aus der kann ich mir die gewünschte Menge abfüllen – der Bauer kümmert sich um Hof und Tier, die Tankstelle regelt den Milchvertrieb.

Warum also nicht ab und zu kurz Halt an der Tanke machen? Milchtankstellen gibt es bislang in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Eine komplette Liste und weitere Informationen gibt´s auf www.milchtankstellen.com.