Solar-Schacht: Es werde Licht

Solar-Schacht Funktion Solatube
Solar-Schacht Funktion Solartube
Solar-Schacht: Die Funktion des Solatubes

Dass Energieeffizienz auch im kleinen Rahmen wichtig ist und funktionieren kann, zeigt das Beispiel des Hamburger „Caféhaus“ von Klaus Lange. Neben preisgekrönten Nusstorten ist das Unternehmen mit 25 Mitarbeitern mittlerweile vollkommen Energie-autark. Mit Hilfe eines Windrades und einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach sowie einem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk als Reserve erzeugt das Caféhaus rechnerisch 3000 bis 4000 kWh Überschuss pro Jahr, die ins Netz eingespeist werden. Der Solar-Schacht im Zwischengang von Verkaufsraum und Produktion war da nur der nächste Schritt zu mehr Nachhaltigkeit im Café und spart eine Glühbirne.

Solar-Schacht für mehr Licht im Verkaufsraum

Solar-Schacht im Cafehaus Lange
Solar-Schacht im Cafehaus Lange

Ein weiterer Beitrag zum energieeffizienten Vorgehen des Caféhauses ist die sogenannte „Solartube“. Außerhalb des Gebäudes wird mit einem Prisma-Licht gebündelt und durch ein vollverspiegeltes Rohr ins Gebäudeinnere geholt. Zusammen mit LEDs im Küchentresen spart Lange damit 3000 kW/h pro Jahr. So gleichen sich die Kosten für das drastische Umdenken im Hamburger „Klimaschutzunternehmen“ mittlerweile Stück für Stück aus.

Tamara Lerchner: „Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme“

Green Chefs Partnerin Tamara Lerchner

Mit dem Restaurant zeitlos in Tirol hat Tamara Lerchner schon in den jüngsten Stunden der Green Chefs zu uns gefunden. Im Gespräch erzählt sie, wie es dazu kam und was sie als Partnerin der Green Chefs ausmacht.

Green Chefs Partner im Interview: Tamara Lerchner

Green Chefs: Wie bist du auf die Green Chefs aufmerksam geworden?

Tamara Lerchner: Durch Jan-Patrick Timmer, den Gründer, über Facebook.

Green Chefs: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Tamara Lerchner: Die Grundidee, die dahinter steckt, hat mir von Anfang an sehr gefallen, da ich in unserem Betrieb immer schon darauf bestand, nach diesen Prinzipien zu arbeiten.

Green Chefs: Musstest du etwas verändern, um den Anforderungen der Green Chefs zu entsprechen? Oder planst du weitere Schritte, um den Gedanken der Green Chefs voranzutreiben?

Green Chefs Partnerin Tamara Lerchner
Green Chefs Partnerin Tamara Lerchner

Tamara Lerchner: Nein, verändern mussten wir eigentlich nichts, da wir immer schon auf dieser „Welle“ schwammen. Es war und ist mir ein sehr großes Anliegen, regional und fair zu arbeiten. Sei es mit unseren Lebensmitteln oder mit unseren Mitarbeitern!
Weitere Schritte wären, noch mehr an die Öffentlichkeit zu bringen, welcher „Wahnsinn“ mit unseren Lebensmitteln betrieben wird. Alleine der Abfall, der jährlich in vielen Betrieben anfällt und mit einfachen Mitteln vermeidbar wäre! Wir müssen den „Tunnelblick“ vieler Kollegen ändern, damit sie Qualität vor Quantität setzen. Essen sollte nicht nur ein Weg zur billigen Nahrungsaufnahme sein, sondern auch Genuss – fair und verantwortungsvoll!

Green Chefs: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Tamara Lerchner: Es kann einen stolz machen, zu den Green Chefs zu gehören. Mit diesem Team, in dem alle an einem Strang ziehen und denselben Standpunkt vertreten, kann man viele weitere Kollegen wachrütteln und so viele Dinge verbessern, zum Beispiel in Punkten wie Transportwege, Food Waste, Regionalität, Saisonalität, Mitarbeiter, …

Green Chefs: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Tamara Lerchner: Ich erhoffe mir, dass unsere Gäste und Mitbewerber es wertschätzen und wir die Kunden mit dem Thema erreichen. Außerdem können wir vielleicht durch die Auszeichnung etwas in Bezug auf Nahrungsmittelverschwendung unternehmen und anderen dabei helfen, etwas zu ändern.

Green Chefs: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Tamara Lerchner: In der heutigen Zeit wird es sicher immer mehr. Der Gast möchte wissen, woher die Produkte stammen und wie sie verarbeitet werden. Für mich ist es selbstverständlich, dass unsere Gäste auch in die Küche kommen können. Die Türe ist immer offen, wir erklären gerne und haben nichts zu verstecken.

Green Chefs: Erfahren deine Gäste, dass du Green Chefs Partner bist? Auf welchen Wegen kommunizierst du das? Und wie ist das Feedback?

Tamara Lerchner: Meine Gäste erfahren es durch den Aushang der Green Chefs Urkunde, durch Patches auf unseren Kochjacken, aber vor allem durch Gespräche! Die Gäste sind sehr angetan, dass es so etwas wie die Green Chefs gibt. Man würde nicht glauben, wie viele sich dafür interessieren.

Green Chefs: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit (ein cleverer Kniff, ein Event, eine Geschichte, …), das typisch Green Chefs ist und von dem deine Kollegen lernen können?

Tamara Lerchner: Typisch Green Chefs ist für mich in unserem Betrieb, dass ich meinen Einkauf so gut wie möglich selbst erledige. Ich kaufe 2-3 Mal die Woche ein und habe somit nie ein Überlager. Sicherlich ist es nicht jedem möglich, es kommt auch auf die Größe des Betriebes an. Aber wenn ich den Einkauf selbst erledige, kann ich eben besser entscheiden, welche Ware ich möchte und welchen Preis ich bezahle. Bei Lieferungen hat man nicht immer die beste Qualität!
Und das Schönste ist heuer für mich, dass wir einen kleinen Garten zur Verfügung haben, wo wir unsere Kräuter und diverses Gemüse selber ziehen.

Volle Kanne Bio: Zacharias Dengler und das Muskat

Im Muskat in Erlangen hängt Zacharias Dengler die Messlatte hoch: 100% Bio, das ist das Minimum. In zweiter Generation sorgt Zacharias zusammen mit seinem kompetenten Team für täglich frische Küchenideen. Er führt das Muskat mit Begeisterung – Begeisterung für die gute Küche, Begeisterung für ein motiviertes Team, Begeisterung für saisonale Biokost. Das sorgt bei den Gästen für wahrhaft warme Bäuche.

Gebündelte Kompetenz und Saisonalität

GREEN CHEFS Partner Zacharias Dengler vom MuskatIm Muskat ergänzen sich Kompetenzen und unterschiedliche persönliche Qualitäten zu einem harmonischen Ganzen, begonnen bei der Ernährungskunde über die gewachsene BIO-Expertise bis hin zu kreativer Kochkunst.

Die Küche zeichnet sich durch Frische und saisonale, biologische Vielfalt aus. Das reichhaltige vegetarische Angebot nach eigenen Rezepten ist ebenso liebevoll, sinnvoll, kräuterreich und mit künstlerischem Zutun kombiniert wie die Fisch- und Fleischgerichte. Für die Zutaten setzen Zacharias und sein Team – ganz im nachhaltigen Sinne der eigenen Messlatte – auf Lieferanten aus der nahen Umgebung.

Zacharias, ihr tragt „bio“ nicht nur in der Subline eures Restaurantnamens, sondern auch in Kopf, Hand und Herz. Willkommen als GREEN CHEFS Partner!

Marcel Meining, sozial und jetzt auch grün

GREEN CHEFS Partner Marcel Meining, Küchenchef Weinstall Castell

GREEN CHEFS Partner Marcel Meining, Küchenchef Weinstall CastellFrischer Wind aus Würzburg: Wir freuen uns, Marcel Meining als neuen Partner der Green Chefs dabei zu haben! Als Mitglied der Cookart Social World steht ihm sein soziales Engagement schon auf die Kochjacke geschrieben. Und auch anderweitig zeigt der junge Koch ein Gespür für verantwortungsvolles Handeln im Sinne von Umwelt und Mitmenschen.

Marcel ist angehender Küchenchef des neu gegründeten Restaurants „Weinstall Castell“. In gemütlicher Atmosphäre können die Gäste dort von wechselnden Tagesgerichten schlemmen; Selbstbedienung hingegen gibt es nicht. Auf diese Weise werden Reste bestens vermieden oder, wenn sie doch entstehen, verwertet.

Schön, dass du dabei bist, Marcel. Willkommen als Partner der GREEN CHEFS!

Von Kuh zu Krug an der Milchtankstelle

Milchglas, Milchtankstelle

Milchglas, MilchtankstelleDer niedrige Milchpreis ist in aller Munde und schuld daran ist wohl jeder irgendwie. Als Verbraucher können wir dem entgegenwirken, indem wir dem Tiefpreisfaible trotzen und zur fairen Milch oder Bio-Milch greifen.

Für Green Chefs ist außerdem klar: Auch beim Bezug von Milch sollte Regionalität weit oben stehen, um den guten Bauern um die Ecke zu unterstützen und lange Lieferwege zu umgehen. Per Du mit der Kuh, lautet das Motto.

Milch zapfen an der Hoftankstelle

Nicht ganz so intim, aber ebenso regionalbedacht sind Milchtankstellen. Was erstmal abschreckend nach Massenproduktion klingt, ist letztlich ein Vertriebshelferlein für den Bauern.
Für die Milchtankstelle legt die Milch keine langen Wege zurück; sie kommt beinahe direkt aus dem Euter in meine Milchflasche. Bloß macht sie eben einen Zwischenstopp in der hofeigenen Zapfanlage. Aus der kann ich mir die gewünschte Menge abfüllen – der Bauer kümmert sich um Hof und Tier, die Tankstelle regelt den Milchvertrieb.

Warum also nicht ab und zu kurz Halt an der Tanke machen? Milchtankstellen gibt es bislang in Deutschland, Österreich und den Niederlanden. Eine komplette Liste und weitere Informationen gibt´s auf www.milchtankstellen.com.

Beef Factory: Fabrik ohne Massenproduktion

Beef Factory Beitragsbild

GREEN CHEFS Partner Marcel Predovic, Beef FactoryAuch wenn der Name es vermuten lässt: In der Beef Factory gibt’s keinesfalls Fließband-Essen! Mit hohen Qualitätsansprüchen kreieren Marcel Predovic und sein Team im nordrhein-westfälischen Kirchlengern feinste Beef-Köstlichkeiten.

Ob Burger oder Steak, auf den Teller kommt nur hochwertiges Fleisch aus der Region. Massentierhaltung und medikamentengefütterte Tiere sind selbstredend ein No-Go!
Auch bei den Beilagen setzt sich die qualitative Linie fort, mit Gemüse aus biologischem Anbau.

Beef Factory: Das Teamwork macht die „Maschinerie“

In einer Fabrik gehen Abläufe Hand in Hand; der Betrieb muss streng getaktet sein, um reibungslos zu laufen. Hand in Hand arbeitet man auch in der Beef Factory, doch die strenge Taktung wird ersetzt durch gutes Teamwork. Ein familiärer Umgang miteinander sowie Spaß an der Arbeit haben hier einen hohen Stellenwert.

Maschinelle Züge zeigt das Restaurant jedoch keine. Man könnte höchstens meinen, dass eine intelligente Maschine die Kalkulation der Lebensmittel vornimmt. Denn durch genaue Berechnung wird nur so viel eingekauft, wie Marcel und sein Team auch benötigen – so werden Reste von Anfang an vermieden.

Marcel, wir stellen das Fließband an, das dich und die Beef Factory in den Kreis der Green Chefs Partner befördert. Willkommen!

 

Wasser sparen für die Heizkostenrechnung

Wasser sparen

Wasser ist eine wertvolle Ressource – ohne ständen wir ganz schön blöd da. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Wasser jedoch keinesfalls eine knappe Ressource, eine harte Rationierung macht daher oft wenig Sinn. Ein verantwortungsvoller und bewusster Umgang mit dem Trinkwasser aus unseren Leitungen ist dennoch wichtig, vor allem bei Warmwasser.

Weniger Warmwasser, weniger Energiebedarf

Wasser sparenDas Heizen von Wasser verlangt Energie. Durchschnittsberechnungen geben an, dass schon für 10 Liter Wasser rund 0,06 Kilowattstunden Energie benötigt werden, um es um 50 Grad zu erhitzen. Gerade im Gastronomiebetrieb summieren sich 10 Liter schnell zu einem Vielfachen – Wasser wird nicht nur in der Küche, sondern unter anderem auch in den Waschräumen für Team und Gäste benötigt.
Was also tun? Das Kleinvieh macht hier keinen Mist, sondern in der Summe den großen Sprung. Starten könnte man beim Durchlauferhitzer: Eine Grundeinstellung von 40 Grad statt 60 reicht oft vollkommen aus.
Ein weiterer Punkt auf der Warmwassersparliste: Achtsamkeit. Ein Wasserhahn wird nicht gerne vernachlässigt, wenn er geöffnet ist, und ein Leck möchte am liebsten immer schnell der Vergangenheit angehören.

Wer clever ist, schließt kalt

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Wasserhahn in Mittelstellung

Auch der nächste Tipp ist leicht gemacht: Häufig wird der Wasserhahn nach Nutzung in der Mittelstellung zurückgelassen, weil es hübscher aussieht oder weil es einfach Routine ist. Aus Sicht des Energiesparfuchses macht das aber wenig Sinn, denn so wird kontinuierlich Wasser aufgeheizt. Öffnet man den Hahn nur für eine kurze Nutzung, wie zum Beispiel zum Händewaschen, wird kein warmes Wasser benötigt. Je nachdem, wie weit der Speicher entfernt ist, hat das warme Wasser auch gar nicht die Möglichkeit, in der kurzen Zeit zum Zuge zu kommen. Die Hände sind fix mit kaltem Wasser gewaschen, und die Heizenergie geht flöten.
Lässt man den Wasserhahn also nach der Nutzung in Kaltstellung zurück, ist schon wieder Energie gespart! Einige Hersteller von Sanitäranlagen bieten zudem Armaturen an, bei denen die Mittelstellung die „Nullstellung“ ist – und somit Kaltwasser bringt. So wird das Wasser nur „auf Bestellung“ erhitzt und der Wasserhahn kann getrost in hübscher Mittelstellung verweilen.

Helferlein zum Wassersparen

Wer neu baut oder umbaut oder einfach in Sachen Warmwasserreduktion investieren möchte, hat natürlich einige Möglichkeiten. Die simpelste: Eine Kaltwasserarmatur, z.B. für Handwaschbecken – wo es keine Warmwasserzufuhr gibt, wird garantiert kein Warmwasser fließen. Andernfalls machen an Handwaschbecken auch Fußpedale eine gute Figur. Wer dem Waschbecken den Rücken zukehrt, stoppt den Wasserfluss im Fußumdrehen. Ganz nebenbei entzückt ein Pedalsystem auch die Damen und Herren von der Hygieneaufsicht.

Weitere Unterstützer zum Wassersparen kommen in Form von Aufsätzen entlang und eignen sich vor allem für Einhebelarmaturen. Sparaufsätze oder Durchflussbegrenzer regulieren beispielsweise die Wassermenge. So gibt ein Wasserhahn mit Sparaufsatz statt 13 Litern zum Beispiel nur 7 Liter pro Minute her. Ebenso simpel wie hilfreich ist eine Wasserbremse: Durch leichten Widerstand beim Hochziehen des Hebels fordert sie dezent und freundlich dazu auf, den Wasserhahn doch bitte nur so weit zu öffnen wie nötig.
Besonders clever ist ein Perlstrahler: Er imitiert Wasser. Natürlich nur bis zu einem gewissen Grad, denn er fügt dem Wasser Luft zu und sorgt so ebenfalls dafür, dass die Wassermenge reduziert wird. Trotzdem fühlt sich das Wasser voluminös an.

Ob also mithilfe von Investitionen oder schlicht durch ein wenig Aufmerksamkeit: Wasser sparen ist oft leicht getan und macht sich grade bei Warmwasser gut auf dem Privat- und Umweltkonto.
Und egal, ob warm, kalt oder brandheiß – ein wertschätzender Umgang mit der Ressource Wasser ist für jede Temperatur selbstverständlich.

Gemütlich, sozial, aktiv: Die Erdbeerschänke

Green Chefs Partner Ronald Otto, Erdbeerschänke

Green Chefs Partner Ronald Otto, ErdbeerschänkeIn der Erdbeerschänke in Leubnitz gibt es weit mehr als Erdbeeren: Auf der Karte stehen altbewährte Gerichte ebenso wie innovative Kreationen für jeden Geschmack. Seit 2013 haucht Ronald Otto dem Restaurant frischen Wind ein. Ganz im Sinne der Green Chefs liegt ihm dabei die saisonale Küche am Herzen. Das Gemüse stammt aus biologischem Anbau und nicht selten sogar aus dem eigenen Garten.

Ausfliegen und Einkehren

Die Erdbeerschänke ist zum Wohlfühlen da. Am Rande des Werdauer Waldes lädt sie Wanderer und Radfahrer zur Rast ein – im Sommer am besten im Biergarten!
Ronald Otto und sein Team bieten außerdem einen eigenen Fahrradverleih an. Das Highlight daran: Für jedes ausgeliehene Rad spendet die Erbeerschänke einen Euro an „Wir gegen Blutkrebs e.V.“.
Green Chefs Partner Ronald Otto, ErdbeerschänkeWer sich lieber in der Küche ausprobieren möchte, statt zu radeln, kann das in einem der Kochkurse tun. Die Erdbeerschänke bietet unter anderem auch Kurse in Schulen an; dort bringen Ronald und sein Team den Kids alles rund um eine gesunde Ernährung nahe.

Euer soziales Engagement und euer Einsatz für verantwortungsvollen Genuss gefällt uns sehr. Herzlich willkommen bei den GREEN CHEFS, Ronald und die Erdbeerschänke!

Malte Cuhlmann: „Es ist Zeit, Nachhaltigkeit umzusetzen.“

Malte Cuhlmann spricht mit uns über seine Einschätzung von Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung in der Gastronomie und plaudert über sein Dasein als Green Chefs Partner.

Green Chefs Partner im Interview: Malte Cuhlmann

Green Chefs Partner Malte CuhlmannGreen Chefs: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Malte Cuhlmann: Ich finde die Idee, ein Netzwerk zu schaffen, in dem viele ihre Ideen einbringen und diese gemeinsam verfolgen können, sehr toll. Man kann gemeinsam mehr erreichen, da man viel schneller wahrgenommen wird. Green Chef wird man auch nicht, weil man besonders hübsch die Teller anrichtet oder auffällig kocht. Egal ob Sterne-Gastronomie oder Landgasthof, in jeder Küche kann nachhaltig gekocht werden, in jedem Team kann sozial miteinander umgegangen werden. Das finde ich so spannend und toll an den Green Chefs.

Der Erfolg der Idee „Green Chefs“ zeigt ja, wie aktuell das Thema ist und an wie vielen Stellen in der Gastronomie und Wirtschaft schon am Gedanken dahinter gearbeitet wird – also nur konsequent, dass Profis das jetzt bündeln und daraus eine Gemeinschaft bilden.

Green Chefs: Musstest du etwas verändern, um den Anforderungen der Green Chefs zu entsprechen?

Malte Cuhlmann: Im Großen und Ganzen haben wir nichts verändern müssen, denn uns lag es von Anfang an am Herzen, den nachhaltigen und sozialen Gedanken wieder mehr in ein Restaurant zu integrieren. Wir haben manche Produkte ausgetauscht und Prozesse verändert – die Hinweise dazu kamen aber dann tatsächlich aus dem Pool der Green Chefs.
Schlussendlich haben wir vor allem die Sensibilisierung des Teams vorangetrieben. Denn um den Gedanken konsequent umsetzen zu können, muss auch jeder im Team darauf eingestimmt sein und mit dem Wunsch, etwas zu bewegen, konform gehen.

Green Chefs: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung?

Malte Cuhlmann: Ich hoffe, dass die Gäste ein größeres Bewusstsein dafür bekommen, wie wichtig es ist, Nachhaltigkeit in den Alltag zu integrieren. Ich will den Gästen zeigen, wie einfach, simpel und selbstverständlich man das tun kann. Und ich hoffe, dass es mehr der Kollegen ermutigt, ein Green Chef zu werden.
Ich will mit dabei sein wenn das Logo der Green Chefs zu einem Symbol für Nachhaltigkeit wird. Quasi selbsterklärend: Wer „Green Chefs“ hört, soll sofort wissen was sich dahinter verbirgt.

Green Chefs: Kommt die nachhaltige und soziale Komponente in der Gastronomie generell zu kurz?

Malte Cuhlmann: Seit ein paar Jahren wandelt es sich im Bezug auf die soziale Komponente. Es gibt mehr und mehr Programme, die den Mitarbeiter auch im Privaten auffangen und begleiten. So muss es auch sein. Denn meist siehst du deine Kollegen öfters als die eigene Familie. Und da gehört es dann auch zu, dass man dem Kollegen auch mal Freund ist – auch und gerade als Chef.

Das Thema Nachhaltigkeit kommt denke ich auch nicht zu kurz, es wächst langsam. Ein jeder Koch muss aber erstmal die Chance haben, sich in der täglichen Praxis damit auseinander zu setzen, wie man nachhaltige Produkte ins eigene Mise en place einbindet und Lieferanten müssen Strukturen schaffen, die einem nachhaltigen Erzeuger das auch möglich machen. Bis all das aufgebaut ist dauert es einfach und nicht jeder eingeschlagene Weg stellt sich als gut heraus, vieles ist learning by doing. Jeder von uns muss sich fragen: Wie definiere ich Nachhaltigkeit für mich selbst? Und was ist es mir wert ein nachhaltiges Restaurant zu besuchen?

Green Chefs: Wieso sind dir persönlich Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung wichtig?

Malte Cuhlmann: Ich denke, als Koch mit eigenem Restaurant habe ich die einmalige Möglichkeit meine Gäste und mein persönliches Umfeld für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern und Wege aufzuzeigen. Mir war von vornherein klar, dass ich einen anderen Weg gehen wollte als mein ehemaliger Arbeitgeber. Dort gab es auf der Karte nur Gerichte, die sich leicht verkaufen ließen, egal, woher die Ware kam.
Ich wollte dem Gast Alternativen zu den „Mainstream“-Lebensmitteln aufzeigen, meine Selbstständigkeit 2013 war die passende Gelegenheit dafür. Es wurde lange genug über die Möglichkeiten und Wege geredet, nun ist es an der Zeit, Nachhaltigkeit umzusetzen. Wenn wir nicht beginnen, wird es vieles, was jetzt noch selbstverständlich ist, für die kommenden Generationen nicht mehr geben.

Das Soziale ist mir einfach wichtig, weil es aus meiner Sicht der einfachste Weg ist, jedem im Team zu zeigen, dass er seinen Teil beiträgt. Ich merke sofort, wenn es einem aus dem Team nicht gut geht. Dann sinkt die Leistung und das hat Einfluss auf die Arbeit. Also ist es doch am einfachsten, den Mitarbeitern bei der Lösung zu helfen. Ich überlege mir immer wieder, wie ich es als Angestellter gerne hätte und was ich manchmal „vermisst“ habe und dann versuche ich es besser zu machen.

Green Chefs: Sind Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Malte Cuhlmann: Ja, zum Glück achten die meisten unserer Gäste darauf, woher die Lebensmittel kommen und wie man damit umgeht. Der Gast will mehr über das Produkt wissen, manche Produkte müssen auch mal erklärt werden und ich finde es schön, dass der Gast sich die Zeit dafür nimmt. Gerade beim Fisch gibt es viele tolle Produkte mit wunderbaren Geschichten dahinter. Und so wird jeder Gast auch irgendwie sensibler für das Thema.
Viele Gäste wissen auch selbst viel zum Thema und es hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis uns der Gast abgenommen hat, das wir mit viel Konsequenz an das Thema Nachhaltigkeit heran gehen.
Unsere Gäste wollen glaube ich auch abgeholt werden, begleitet werden beim Thema Nachhaltigkeit. Denn komischerweise denken viele, dass Kochen etwas Schwieriges ist. Aber ein tolles Produkt, das nachhaltig erzeugt wurde, bietet eine einfache Bühne für leckere Kreationen.

Green Chefs: Erfahren deine Gäste, dass du Partner der Green Chefs bist? Bekommst du dazu Feedback?

Malte Cuhlmann: Das schöne an den Green Chefs ist doch, dass man Partner ist. Und als Partner erreicht man vieles gemeinsam. Deshalb findet man das Logo der Green Chefs auf meinen Kochjacken, in meiner Mailsignatur und im Restaurant wird es auch immer sichtbarer. Bei Fragen erzählen wir gerne, was sich hinter den Green Chefs verbirgt und was dazu gehört. Und so ergibt sich wieder eine Möglichkeit, darüber zu reden und zu fachsimpeln.

Das Feedback ist nur positiv und bestärkt uns darin, ein Green Chef zu sein. Viele Gäste zeigen Anerkennung und Respekt und verfolgen neugierig und aktiv die Entwicklung. So macht das viel Spaß.

NoKi Nordic Kitchen – der gute, raue Norden

GREEN CHEFS Partner Martin Jahn von Noki Nordic KitchenIm NoKi in Lübeck können Gäste den rauen Norden in seiner schönsten Form erleben: Auf dem Teller. Denn NoKi steht für Nordic Kitchen und der Name ist Programm. Souschef Martin Jahn und das NoKi-Team machen ihre Gäste mit Räucheraal und raffiniertem Knäckebrot glücklich; ebenso stehen Schweinebauch und Wildente auf der Karte. Die Karte zeigt deutlich, dass Regionalität in der NoKi Nordic Kitchen Priorität hat: Hier gibt es nicht einfach Steak, sondern Beef Tea vom Holsteiner Weiderind, die Käseauswahl stammt von der Husumer Hofkäserei und der Matjes schwamm glücklich vor Travemünde.

Produktqualität und familiärer Zusammenhalt

NoKi steht nicht nur für Nordic Kitchen. Der Name codiert auch für hohe Produktqualität und die Unterstützung kleiner Erzeuger aus dem Umkreis. Wann immer möglich beziehen Martin Jahn und sein Team Lebensmittel aus biologischem Anbau. In der NoKi-Küche entlocken sie den Qualitätszutaten dann gekonnt ihre Aromen und bringen diese nordisch-kreativ auf den Teller.
Im Noki Nordic Kitchen ziehen alle an einem Strang: Küchenteam und Service verstehen sich als eine Familie, die gemeinsam darauf Bedacht ist, dass das Restaurant funktioniert und neben gutem nordischen Essen für Fairness und Verantwortung in der Gastronomie steht.

Martin, du und das NoKi Nordic Kitchen verleiht dem rauen Norden nicht nur Charme, sondern auch eine gute Portion Nachhaltigkeit. Damit seid ihr genau richtig bei den GREEN CHEFS!