Doris Reck-Hartmann: „An der Mitarbeiterzufriedenheit arbeiten wir ständig.“

Doris Reck-Hartmann Gasthaus Fischküche Reck Green Chefs Partner

In der Fischküche Reck kocht Doris Reck-Hartmann mit ihrem Team „ehrliche Küche, die gut tut“. Im Interview gibt uns die Küchenchefin Einblicke in ihre Sicht auf die Gastronomie, wie sie heute ist – und wie die Green Chefs sie bereichern können.

Green Chefs Partner im Interview:
Doris Reck-Hartmann

GREEN CHEFS: Wie bist du auf die Green Chefs aufmerksam geworden?

Doris Reck-Hartmann: Ich habe in einer Fachzeitschrift einen Artikel über die Green Chefs gelesen und mir Doris Reck-Hartmann Gasthaus Fischküche Reck Green Chefs Partnergleich gedacht: „Wow, das will ich auch werden!“

GREEN CHEFS: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Doris Reck-Hartmann: Die festgelegten Anforderungen treffen genau unser Profil, darum habe ich mich beworben. Ich finde es sehr interessant, was die anderen Green Chefs in Ihren Betrieben so machen, und habe mich schon auf vielen Green-Chefs-Websites umgeschaut. Ein Netzwerk von Gleichgesinnten ist immer viel wert!

GREEN CHEFS: Musstest du etwas verändern, um den Anforderungen der Green Chefs zu entsprechen?

Doris Reck-Hartmann: Nein, wir mussten wirklich gar nichts verändern, aber wir haben natürlich nicht aufgehört an uns zu arbeiten. Die Green Chefs bringen auf jeden Fall wieder neue Impulse in die eigenen Ideen.

GREEN CHEFS: Planst du weitere Schritte, um den Gedanken der Green Chefs voranzutreiben?

Doris Reck-Hartmann Zitat 1Doris Reck-Hartmann: Wir wollen 2017 in eine eBike- und eAutomobile Ladestation investieren. Außerdem ist im mittleren Zeitrahmen die Anschaffung eines eAutos geplant. Die Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien ist trotz einiger aufgrund der äußeren Umstände nicht realisierbarer Projekte (z.B. Solarzellen auf dem Dach und Windrad) auch noch nicht vom Tisch. An der Mitarbeiterzufriedenheit arbeiten wir eigentlich ständig, im Moment beispielsweise finanziere ich einer Mitarbeiterin den AdA Lehrgang während der Arbeitszeit.

GREEN CHEFS: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Doris Reck-Hartmann: Ich bin natürlich stolz und auch sehr froh, dass anscheinend viele genauso denken wie ich, und sowohl die Ressourcen unserer Umwelt als auch die der Mitarbeiter im Blick haben. Die Gastronomie hat sich in den letzten Jahren, vor allem was die Mitarbeiter angeht, ziemlich den Ruf versaut, das gilt es nun auszubügeln.

GREEN CHEFS: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Doris Reck-Hartmann: Den Kontakt zu anderen Green Chefs. Dass unsere Gäste nicht erst auf den zweiten, sondern schon auf den ersten Blick erkennen, dass wir faire Player sind. Natürlich ist auch die Werbewirksamkeit nicht zu vernachlässigen. Und es ist ein Ansporn, auch weiterhin diesen Weg zu gehen.

Doris Reck-Hartmann Zitat 2GREEN CHEFS: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Doris Reck-Hartmann: Ich glaube, dass leider bisher die wenigsten den Besuch Ihrer Restaurants nach dem Punkt „Fairness“ ausrichten. Aber wenn man die Gäste darauf hinweist, zum Beispiel mit der Mitgliedschaft bei den Green Chefs, finden es viele bemerkenswert.

GREEN CHEFS: Deine Gäste erfahren also, dass du Green Chefs Partner bist ?

Doris Reck-Hartmann: Natürlich kommunizieren wir unsere Mitgliedschaft über die sozialen Medien Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat und Google+ und selbstverständlich auch auf unserer Homepage. In unserer Speisekarte und im Moment auch auf unserer „Aktuelles“-Tafel im Eingangsbereich weisen wir darauf hin. Ich habe auch eine Pressemitteilung an die örtliche Zeitung geschickt, die jedoch ohne Resonanz geblieben ist. Die Gäste sind durchweg interessiert und aufgeschlossen, allerdings glaube ich wie gesagt nicht, dass jemand deshalb öfter zu uns als zu anderen zum Essen kommt  – leider.

GREEN CHEFS: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit, von dem sich vielleicht auch die Kollegen etwas abschauen können?

Doris Reck-Hartmann: Wir haben uns letztes Jahr beim „Bundeswettbewerb für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung“ beworben – wir konnten uns bis in die Endrunde durchsetzen, haben dann aber leider nicht gewonnen. Die Reaktion der örtlichen Medien und auch der Gäste war jedoch durchweg stark und positiv!

Michael Haupt: „Das Wichtigste ist doch, dabei zu sein.“

Michael Haupt (c) cook and sell

Green Chefs Partner Michael Haupt geht mit großen Schritten voran: Denn mit 15 Kantinen, die er unter dem Dach der A-Z Foodmanufaktur GmbH betreibt, kann er ganz schön viel bewirken. Schließlich wird dort in großen Mengen gekocht.

Michael Haupt über sich, seine Kantinen und seinen Weg zu und mit den Green Chefs.

Green Chefs Partner im Interview: Michael Haupt

Michael Haupt (c) cook and sellGREEN CHEFS: Wie bist du auf die Green Chefs aufmerksam geworden?

Michael Haupt: Ich hab bei Facebook davon gelesen. Von da aus hab ich dann weiter recherchiert und gesehen: Die Grundsätze der Green Chefs sind genau die Punkte, die wir auch bei uns im Unternehmen umsetzen.

GREEN CHEFS: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Michael Haupt: Mir ist das schon sehr wichtig. Denn so zeigen wir auch nach außen, dass wir noch viel machen müssen. Vielleicht können wir so auch noch weitere Kollegen dazugewinnen, die bislang nicht dabei sind.

GREEN CHEFS: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Michael Haupt: Das Wichtigste ist doch, dabei zu sein und die Grundsätze der Green Chefs zu leben. Und dann ist es natürlich wichtig, auch anderen zu zeigen: Wir müssen was tun, anstatt immer einfach nur wegzuschauen.

GREEN CHEFS: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Michael Haupt: Ja, vielen schon. Aber man muss es auch immer wieder mitteilen. Man darf das nicht als selbstverständlich ansehen, sondern muss schon damit werben – so bekommt man auch Unterstützung aus den Gästekreisen.

Michael Haupt im Interview, ZitatGREEN CHEFS: Erfahren deine Gäste also auch, dass du Green Chefs Partner bist ?

Michael Haupt: Ja, die Urkunden sind in den Betrieben ausgehangen. Außerdem haben wir es auf den Intranetseiten unserer Kunden veröffentlicht und zeigen es auf unserer Website. Und natürlich sprechen wir darüber!

GREEN CHEFS: Und wie ist das Feedback?

Michael Haupt: Das Feedback ist trotz aller Maßnahmen etwas verhalten. Ich glaube bei vielen ist dieses Thema einfach noch nicht angekommen.

GREEN CHEFS: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit?

Michael Haupt: Wir haben dieses Jahr mit allen unseren Betrieben am 100-Kantinen-Programm NRW 2016 teilgenommen und alle Betriebe sind zu Pionierkantinen ausgezeichnet worden.
Im letzten Jahr hatte ich drei Betriebe bei dem Programm angemeldet, die auch alle drei ausgezeichnet wurden. Außerdem wurden wir letztes Jahr zum Caterer des Jahres ausgezeichnet.

Linda Lezius: „Wir wollen an unserem Tisch den Funken zünden“

Linda Lezius von Wild&Root (c) Lars Hübner

Mit ausgefallenen „Esserlebnissen“ bringen Linda Lezius und ihr Team von Wild&Root ihren Kunden den Wert unserer heimischen Lebensmittel nahe. Welchen Wert die Auszeichnung zum Green Chef für Wild&Root hat, bringt Linda uns mit ein paar Worten nahe.

Green Chefs Partner im Interview: Linda Lezius

Linda Lezius von Wild&Root (c) <a href="http://www.larshuebner.com" target="_blank">Lars Hübner</a>
Linda Lezius von Wild&Root
(c) Lars Hübner

GREEN CHEFS: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Linda Lezius: Wild&Root versucht die Werte der Green Chefs erlebbar zu machen. Daher war es keine Frage Partner zu werden, wenn’s darum geht gemeinsame Ziele zu verfolgen.

GREEN CHEFS: Planst du weitere Schritte, um den Gedanken der Green Chefs voranzutreiben?

Linda Lezius: Mit jedem unserer Events versuchen wir Menschen zu inspirieren und unserem Gedanken zu folgen. Wir bauen zur Zeit weitere Kooperationen auf, um größere Projekte umzusetzen und konkret im Bildungsbereich aktiv zu werden.

linda-lezius-zitat-1GREEN CHEFS: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Linda Lezius: Sich gemeinsam für die richtigen Werte einzusetzen. Wir möchten ein Vorbild sein, um mehr Gastronomen zu Verantwortung und Wertschätzung zu bewegen.

GREEN CHEFS: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Linda Lezius: Immer mehr. Unser Konzept der interaktiven Esserlebnisse versucht diese Werte zu vermitteln und die Gäste noch sensibler für das Thema zu machen. Es ist nicht immer einfach die Kunden zu finden, die den Ansatz unserer Arbeit wertschätzen und sofort verstehen, dass wir auch kein klassisches Cateringunternhemen sind. Wir machen keine Kompromisse bei der Lebensmittelqualität. Und wir lassen uns auch in unseren Konzepten nicht einschränken, nur weil das Budget knapp ist. Die Wertschätzung fängt bereits bei der Verhandlung an.

linda-lezius-zitat-2GREEN CHEFS: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit, das typisch Green Chefs ist und von dem deine Kollegen lernen können?

Linda Lezius: Menschen involvieren. Sobald man einen Zugang zu dem Produkt hat, ändert sich das Bewusstsein und somit unsere Wertschätzung. Deswegen servieren wir nicht einfach nur, sondern machen unsere wunderbaren Lebensmittel erlebbar.
Wir wollen an unserem Tisch den Funken zünden für ein Umdenken. So schaffen wir eine nachhaltige Erfahrung, die unsere Gäste mit nach Hause nehmen und in ihren Alltag integrieren.

Florian Vogel: „Die nächste Generation hat Anspruch auf eine intakte Natur“

Green Chefs Partner Florian Vogel, Camers Schlossrestaurant

Eingebettet in bayerische Landschaftsidylle nistet im Örtchen Hohenkammer ein Schloss. In diesem Schloss gibt es ein Restaurant. Und in diesem Restaurant gibt es einen Küchenchef, der den „Grünen Gedanken“ leibt, lebt und weitergibt – an Kollegen wie Gäste. Florian Vogel von Camers Schlossrestaurant im Interview.

Green Chefs Partner im Interview: Florian Vogel

Green Chefs Partner Florian Vogel, Camers SchlossrestaurantGREEN CHEFS: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Florian Vogel: Wir vom Camers Schlossrestaurant teilen den Grünen Gedanken: Der Biohof Gut Eichethof, der dem Unternehmen angehört, versorgt Schloss Hohenkammer mit
selbstangebauten Bioprodukten, einer eigenen Geflügelzucht, Schweinemast und
Viehzucht und auch mit Energie. Somit war es nicht schwer sich den Green Chefs
anzuschließen.

GREEN CHEFS: Planst du weitere Schritte, um den Gedanken der Green Chefs voranzutreiben?

Florian Vogel: Die öffentliche Arbeit, wie zum Beispiel Facebook, ist ein gutes Medium, um den Grünen Gedanken weiterzugeben. In jedem Fall versuche ich den Gedanken der Green Chefs an mein Team weiterzugeben. Auch die Auszubildenden führe ich an das Prinzip heran. Der
verantwortungsvolle, respektvolle Umgang mit Ressourcen und Kollegen soll ihnen gleich
schon zu Beginn vermittelt werden.

Zitat Florian Vogel 1GREEN CHEFS: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Florian Vogel: Es ist wichtig in der heutigen Welt, die durch unsere Gesellschaft strapaziert wird, ein Zeichen zu setzen. Durch unsere Lebensweise ist es uns schwer möglich geworden auf Dinge zu verzichten, daher ist es wichtig daran zu erinnern, dass auch die zukünftige Generation einen Anspruch auf eine intakte Natur hat. Als Green Chefs Partner kann ich hieran mitwirken und zeigen, dass es funktioniert.

GREEN CHEFS: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Florian Vogel: Zum einen erhoffe ich mir mehr Kontakt zu anderen, die denken wie wir. So kann man sich austauschen und gegenseitig zur Weiterentwicklung des Grünen Gedankens anregen.
Aber ich hoffe auch das Interesse derer zu wecken, die das Prinzip der Nachhaltigkeit noch nicht für sich entdeckt haben, sie zu inspirieren und ihnen als Vorbild zu dienen.

GREEN CHEFS: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Florian Vogel: Es kristallisieren sich immer wieder Gäste heraus, die sich bewusst darüber sind, dass nachhaltige und gute Produkte ihren Preis haben und die bereit sind diesen Preis zu zahlen.
Leider sind wir in Deutschland noch nicht so weit, diesen Gedanken in breiter Masse zu
leben. Um so wichtiger ist es daher die Aufmerksamkeit darauf zu lenken!

GREEN CHEFS: Erfahren deine Gäste, dass du Green Chefs Partner bist?

Florian Vogel Zitat 2Florian Vogel: Ja, wir kommunizieren es auf Facebook und haben einen Link auf unserer Homepage. Auch unsere Urkunde haben wir bei uns ausgehangen. Leider ist das Feedback im Moment aber noch sehr verhalten.

GREEN CHEFS: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit, das typisch Green Chefs ist und von dem deine Kollegen lernen können?

Florian Vogel: Ein konkretes Ereignis kann ich nicht benennen. Aber beim Entwickeln der Gerichte fällt uns regelmäßig auf, dass wir sie weiterentwickeln, indem wir uns Gedanken darüber machen, ob wir das „regionalste“ und „saisonalste“ aus dem Gericht herausgeholt haben.

Veselina Blumrich: „Ich bin ein stolzer Green Chef.“

GREEN CHEFS Partnerin Veselina Blumrich mit Fingerfood & Co

Veselina Blumrich hat sich mit ihrem Catering Fingerfood & Co. der wunderbaren Welt der Häppchen angenommen. Doch die Häppchen sind nicht einfach Häppchen: Sie stecken voller Green Chefs Ideale. Logisch, dass Veselina nicht lange zögerte, sich als Partner der Green Chefs auszeichnen zu lassen. Im Interview gibt sie einen kleinen Einblick in ihre Green Chefs Ziele.

Green Chefs Partner im Interview: Vaselina Blumrich

GREEN CHEFS Partnerin Veselina Blumrich mit Fingerfood & CoGREEN CHEFS: Wie bist du auf die Green Chefs aufmerksam geworden?

Veselina Blumrich: Das kam durch Tamara Lechner. Sie ist mit ihrem Restaurant Zeitlos Partnerin der Green Chefs und hat auf Facebook oft etwas von den Green Chefs gepostet.

GREEN CHEFS: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Veselina Blumrich: Meine Idee von Fairness und Verantwortung stimmte mit der Idee der Green Chefs überein, zum Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit, Verwendung regionaler Lebensmittel und vieles, vieles mehr.

GREEN CHEFS: Planst du weitere Schritte, um den Gedanken der Green Chefs voranzutreiben?

Veselina Blumrich: Ich schöpfe vor allem durch den Kontakt zu den anderen Partnern neue Ideen. Ich schaue mir an, was sie so machen, und hole mir damit neue Inspirationen.

GREEN CHEFS: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Veselina Blumrich: Ich finde, es ist eine wichtige Sache. Mit der Auszeichnung zeigt man Verantwortung, vor allem im Umgang mit Lebensmitteln. Deshalb wünsche ich mir, dass wir noch mehr Gastronomen dazu bewegen, Partner der Green Chefs zu werden.

GREEN CHEFS: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Veselina Blumrich: Ja, aber leider nicht allen Gästen.

GREEN CHEFS: Erfahren deine Gäste, dass du Green Chefs Partner bist?

Veselina Blumrich: Ja,und ich bin sehr stolz darauf. Ich habe die Green Chefs auf mein Homepage verlinkt und habe es in meinem Newsletter bekannt gegeben.

GREEN CHEFS: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit, das typisch Green Chefs ist und von dem deine Kollegen lernen können?

Veselina Blumrich: Es ist eigentlich eine einfache Geschichte: Ich habe von Null angefangen, habe meine Platten und Teller vom Flohmarkt gekauft und auch meine gesamte Küchenausstattung ist aus zweiter Hand. Meine Familie hat mich mit meiner Idee immer unterstützt: frische ,saisonale Häppchen, mit Produkten aus der Region – stets mit viel Liebe zum Detail zubereitet. Und das mache ich heute. Ich bin ein stolzer Green Chef.

Nele Marike Eble: „Green Chefs geben positiven Druck.“

Green Chefs Parterin Nele Marike Eble von Pralinenwahnsinn


Nele Marike Eble
ist gewissermaßen (noch) ein Exot unter den Partnern der GREEN CHEFS. Denn sie macht Pralinen und bringt in ihrer Schule „Pralinenwahnsinn“ anderen die Kunst der schokoladigen Feinheiten bei. Klar, dass ihr hauptsächlicher „Grünpunkt“ die Auswahl der Schokolade ist. Doch sie ist stets darauf aus, ihren Betrieb in allen Bereichen verantwortungsvoll gegenüber Umwelt und Mensch zu gestalten. Inspiration bekommt sie dabei auch durch das Netzwerk der Green Chefs. Die Pralinenmeisterin im Interview.

Green Chefs Partner im Interview: Nele Marike Eble

Nele Marike Eble PralinenwahnsinnGREEN CHEFS: Wie bist du auf die Green Chefs aufmerksam geworden?

Nele Marike Eble: Mein Facebook-Netzwerk war schuld. Mir ist der Bericht über Christian Hümbs vor die Füße gefallen und ich habe mich dann mal auf Eurer Internetseite umgeschaut.

GREEN CHEFS: Was hat dich dann dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Nele Marike Eble: Mir gefällt der Grundgedanke der Green Chefs. Ich versuche in meiner Pralinenschule so nachhaltig wie möglich zu agieren. Das fängt ganz klar bei der Schokoladenwahl an – ich verwende ausschließlich die Schokoladen von Original Beans – und hört bei der Mülltrennung auf.

GREEN CHEFS: Musstest du etwas verändern, um den Anforderungen der Green Chefs zu entsprechen?

Nele Marike Eble: Nein, nicht wirklich. Meine Pralinenschule war schon sehr im Sinne der Green Chefs ausgerichtet. Es sind Details, z.B. beim Thema Mineralwasser für die Teilnehmer werde ich jetzt noch „grüner“. Einst verwendete ich ohne nachzudenken Mineralwasser in Zitat Nele Marike Eble PralinenwahnsinnMehrweg-Plastikflaschen, weil es so schön praktisch ist. Später dann Glasflaschen, aber das geht noch besser. Wir haben hier hervorragende Leitungswasserqualität und ich setze nun, wie schon lange im privaten Bereich, auch in der Pralinenschule einen Sodastream Wassersprudler ein, natürlich mit hygienischen Glasflaschen.

GREEN CHEFS: Planst du weitere Schritte, um den Gedanken der Green Chefs voranzutreiben?

Nele Marike Eble: Momentan vergrößere ich Pralinenwahnsinn. Neben der Pralinenschule wird es bald auch eine Pralinenmanufaktur geben. Aktuell kümmern wir uns um Verpackungsdesign. Hier suchen wir z. B. gerade nach einem Hersteller für kompostierbare Flachbeutel für Schokoladen.

Zitat Nele Marike Eble PralinenwahnsinnGREEN CHEFS: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Nele Marike Eble: Es ist eine Verpflichtung, die ich eingegangen bin. Ich habe mich nun öffentlich schwarz auf weiß verpflichtet, nachhaltig und umweltbewusst zu wirtschaften und
faire Löhne zu zahlen. Als Selbstständige agiere ich damit nicht in meinem stillen Kämmerlein, sondern ich muss mich an meiner Partnerschaft bei den Green Chefs messen lassen. Dieser „Druck“ von außen kann nur positiv für mein tägliches Agieren in meiner Pralinenschule und Manufaktur sein.

GREEN CHEFS: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Nele Marike Eble: Erhoffen? Ich freue mich über ein kulinarisches, grünes Netzwerk und über einen regen Austausch zu den Themen Regionalität, Umweltschutz, Fairness und Nachhaltigkeit.

GREEN CHEFS: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Nele Marike Eble: Meine Kursteilnehmer begrüßen meine Ansätze und freuen sich, dass sie mit Original Beans in meinen Kursen eine faire und biologisch zertifizierte Schokolade verarbeiten dürfen. Natürlich könnte ich in den Kursen günstigere Schokoladen verwenden, um so meinen Gewinn zu erhöhen. Das wäre gegen meine Überzeugung und passt nicht zum Gedanken der Green Chefs. Ich möchte nach Kräften nur die besten, fairsten und nachhaltigsten Zutaten verwenden und ich möchte die Idee und den Anspruch der Green Chefs, diesen wertvollen Gedanken, an meine Teilnehmer und Kunden weitertragen. Das hochwertige Endprodukt trägt den Gedanken in sich und bewegt hoffentlich noch viele weitere Menschen dazu, darauf Wert zu legen.

GREEN CHEFS: Erfahren deine Gäste, dass du Green Chefs Partner bist? 

Nele Marike Eble: Meine Kursteilnehmer und Kunden erfahren von der Partnerschaft direkt auf meiner Internetseite und vor Ort in meiner Pralinenküche. Hier hängt nämlich gut sichtbar platziert die Urkunde an der Wand. Es ergeben sich schnell Fragen und Diskussionen zum Gedanken, der hinter den Green Chefs steht. Das Feedback war bislang durchweg positiv.

Martin Jahn: „Nur Filet? Das macht keinen Spaß.“

Green Chefs Partner Martin Jahn hat das Sagen in der Küche des Lübecker Restaurants NoKi – Nordic Kitchen. Dort findet man nicht nur gute nordische Küche, sondern auch jede Menge nachhaltige Ideen und Taten, die für Martin so selbstverständlich sind wie für andere das Bier zum Fußballspiel. Im Interview lässt der Koch deutlich spüren: Naturnähe ist gut! 

GREEN CHEFS Partner Martin Jahn von Noki Nordic KitchenGREEN CHEFS: Wie bist du auf die GREEN CHEFS aufmerksam geworden?

Martin Jahn: Das war auf der Messe Internorga.

GREEN CHEFS: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Martin Jahn: Es gefällt mir, dass wir alle gemeinsam das gleiche vertreten und durchsetzen wollen. Mir sind die Prinzipien der Green Chefs sehr wichtig. Ich achte auf kurze Transportwege, arbeite energiesparend und nutze Produkte von Kleinunternehmern aus der Region. Außerdem versuche ich immer, alles zu verarbeiten. Vom Tier gibt´s bei mir eben nicht nur das Filet, das macht keinen Spaß. Es gibt so viele schöne Stücke am Tier, aus denen man etwas machen kann.
Ich gehe auch in meiner Freizeit spazieren und schaue, was die Natur alles hergibt an Kräutern, Blüten und anderen frischen Produkten. Außerdem gehe ich gern angeln, da kann ich zusammen mit Fischern tolle Fische direkt aus dem Meer oder dem Fluss bekommen und die dann auf den Teller bringen.

GREEN CHEFS: Musstest du etwas verändern, um den Anforderungen der Green Chefs zu entsprechen?

Martin Jahn: Nein, wir mussten im Noki – Nordic Kitchen nichts verändern, weil wir von Beginn an sehr großen Wert auf nachhaltiges Arbeiten gelegt haben und sorgfältig darauf geschaut haben, dass wir diese Linie auch durchziehen.

GREEN CHEFS: Planst du weitere Schritte, um den Gedanken der Green Chefs voranzutreiben?

Martin Jahn: Immer – diesen Gedanken hat man ständig im Kopf. Wie kann man etwas besser, natürlicher und umweltfreundlicher machen? Wie kann man das große Ganze verarbeiten? Welche Dinge kann ich selbst machen, die ich sonst bestellen würde?Martin Jahn Interview, Zitat

GREEN CHEFS: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Martin Jahn: Ich finde diese Auszeichnung sehr schön und zugleich fühle ich mich geehrt. Aber man muss das Ganze auch durchziehen und dazu stehen. Ich erhoffe mir einfach, dass es bei vielen Köchen und Gästen Klick im Kopf macht.

Green Chefs: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Martin Jahn: Das ist so ein 50/50-Ding. Aber man merkt schon, dass immer mehr Gäste Wert darauf legen.

GREEN CHEFS: Erfahren deine Gäste, dass du Green Chefs Partner bist?

Martin Jahn: Ja, die Urkunde hängt bei uns im Eingangsbereich und viele Gäste fragen, was Green Chefs ist. Und wenn wir dann im Gespräch sind, sind sie einer Meinung mit uns und finden es klasse. Das Feedback ist wirklich positiv.

GREEN CHEFS: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit?

Martin Jahn Interview, ZitatMartin Jahn: Wir machen es einfach so: Nicht die Augen verschliessen, sondern umhören, welche wunderbaren Produkte in der Nähe und vor Ort hergestellt werden. Oder wir klappern einfach mal selbst die Wiesen und Waldränder ab. Es gibt so viele schöne Sachen, die die Natur hergibt und die meist sehr gute Qualität haben.
Der Vater von meinem Chef hat außerdem eine Salzwiesenlammzucht. Einmal im Jahr bekommen wir 576 Lämmer, die wir ganz verarbeiten. Diese Qualität und dieser Geschmack, da kann nichts mithalten. Seitdem esse ich nur noch dieses Lamm – ein Traum.
Letztendlich, finde ich, muss man seinen Beruf oder sein Hobby mit der Liebe und Leidenschaft dazu vereinen, um aus tollen Produkten wundervolle Gerichte zu zaubern. Wenn man dabei einfach darauf achtet, wie man die Sache angeht, kann man auch der Umwelt Gutes tun.

Andreas Widmann: „Partner sein ist ein Statement.“

REEN CHEFS Partner Andreas Widmann

GREEN CHEFS Partner Andreas WidmannAuf der schwäbischen Alb sorgt die „Löwenfamilie“ dafür, eine verantwortungsvolle Gastronomie zum Standard zu machen. Zur Familie gehören im Widmann’s Löwen Blutsverwandte und Teammitglieder gleichermaßen. Ganz vorne mit dabei ist Andreas Widmann. Im Interview erzählt er uns, wie er gemeinsam mit der restlichen Löwenbande sein Dasein als GREEN CHEF gestaltet. So viel steht fest: Diese Familie steckt voller Ideen.

GREEN CHEFS: Wie bist du auf die Green Chefs aufmerksam geworden?

Andreas Widmann: Über die nicht ausbleibende Internet–Recherche und über den Auftritt der Green Chefs mit Original Beans auf der Messe Internorga.

GREEN CHEFS: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Andreas Widmann: Das war zum Einen der Auftritt der Green Chefs, weil sie nicht besserwisserisch daherkommen, sondern einfach sagen, wofür sie stehen. Außerdem sind die GREEN CHEFS eine gute Plattform für junge Chefs.

GREEN CHEFS: Musstest du etwas verändern, um den Anforderungen der Green Chefs zu entsprechen?

Andreas Widmann: Nein, eigentlich nicht. Viele der Maßnahmen waren bei uns schon zu Zeiten meines Vaters selbstverständlich. Die Fokussierung auf transparenten Einkauf ist auch schon vorher entstanden.

Andreas Widmann Zitat, GREEN CHEFSGREEN CHEFS: Planst du weitere Schritte, um den Gedanken der Green Chefs voranzutreiben?

Andreas Widmann: Ja, wir hinterfragen grundsätzlich immer all unser Handeln. Wo können wir Ressourcen einsparen? Wie können wir effizienter arbeiten?

GREEN CHEFS: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Andreas Widmann: Es ist ein Statement. Man zeigt, dass man Verantwortung übernimmt und kann sich so auch vom aktuellen Bio- und Lokal–„WischiWaschi“  abheben. Natürlich ist auch ein gewisser Stolz dabei, dass man die Anforderungen erfüllt.

GREEN CHEFS: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Andreas Widmann: Ich erhoffe mir eine klare Positionierung unserer Idee vom „ALB.leben“ – in Abgrenzung zu vielen „Möchtegerns“. Und ich möchte mehr Menschen durch unser Handeln zum Umdenken bewegen.

GREEN CHEFS: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Andreas Widmann: Es ist bestimmt bei vielen gerne gesehen, hört aber leider oft doch noch auf, wenn man dafür eventuell mal etwas mehr bezahlen soll, damit der Unternehmer genug an Mitarbeiter und Erzeuger weitergeben kann. Wobei der Großteil unserer Gäste zumindest die Seite mit dem Erzeuger sehr gut annimmt.

GREEN CHEFS: Erfahren deine Gäste, dass du Green Chefs Partner bist? 

Andreas Widmann: Wir verwenden das Logo bei bestimmten Aktionen und haben auch die Urkunde ausgestellt. Im persönlichen Gespräch erzähle ich auch von der Idee. Das Feedback ist immer sehr interessiert, wobei der Bekanntheitsgrad bei den Gästen noch nicht so groß ist. Aber es wird bei uns als weiterer logischer Schritt unseres Weges verstanden und daher als sehr passend empfunden.

GREEN CHEFS: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit, das typisch Green Chefs ist und von dem deine Kollegen lernen können?

Widmann Zitat2Andreas Widmann: Was ich sehr interessant finde, ist nicht nur mit regionalen Erzeugern zusammen zu arbeiten, sondern manchmal einen Schritt weiter zu gehen und andere lokale Branchen mit einzubeziehen. So wurden unsere Chalets mit regionalen Baustoffen und von einem ortsansässigen Handwerker gebaut. Außerdem entwickeln wir zusammen mit einer Kusttöpferin und einem Spezialschreiner eine eigene Geschirr/Deko-Serie, für die die Materialien und auch das Holz aus der Region stammen.

Weiter sprechen wir die Leute einfach drauf an, ob Sie uns nicht beim Sammeln und Ernten der Schätze behilflich sein wollen, grade jetzt im Frühling. So bringen uns viele Gäste zum Beispiel Bärlauch oder Rhabarber oder sammeln Blüten oder Fichtensprossen, die wir dann einwecken.

Marcel Meining: „GREEN CHEFS, let´s rock!“

GREEN CHEFS Partner Marcel Meining

GREEN CHEFS Partner Marcel MeiningMarcel Meining steckt in den frischen Anfangszwanzigern. Fairness und Verantwortung nimmt sich der Jungkoch aus Würzburg jedoch schon lange zu Herzen. Kein Wunder, dass er auch zu den GREEN CHEFS gefunden hat!
Ab Juli 2016 wird Marcel in der Küche des Weinstall Castell das Sagen haben. Seine sozialen und grünen Ideale werden dort nicht zu kurz kommen – das lässt er im GREEN CHEFS Interview durchscheinen.

GREEN CHEFS: Wie bist du auf die Green Chefs aufmerksam geworden?

Marcel Meining: Aufmerksam auf die Green Chefs wurde ich durch Mitglieder von Cookart, die in sozialen Netzwerken über die Grundgedanken und Aktivitäten der Green Chefs berichteten.

GREEN CHEFS: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Marcel Meining: Der Weg, den die Green Chefs verfolgen, entspricht genau dem, den auch ich gehe – und den jeder vernünftige Mensch verinnerlichen sollte.

GREEN CHEFS: Musstest du etwas verändern, um den Anforderungen der Green Chefs zu entsprechen?

Marcel Meining: Ich musste nichts verändern, da ich durch mein Engagement bei Cookart schon diese Gedanken verfolge. Aber ich möchte in Zukunft einige Events veranstalten, bei denen ich meinen Gästen die Wichtigkeit und Dringlichkeit der „Green Chefs Arbeit“ näher bringen kann.

GREEN CHEFS: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Marcel Meining: Es ist mir eine große Freude und Ehre Mitglied einer „Familie“ zu sein, die gemeinsam die gleichen Ziele verfolgt.

GREEN CHEFS: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Marcel Meining: Ich erhoffe mir das Interesse anderer zu diesen Themen zu wecken und zu einem Zuwachs der Green Chefs Familie beizutragen.

GREEN CHEFS: Erfahren deine Gäste, dass du Green Chefs Partner bist?

Marcel Meining: Ja. Zum einen wird die Urkunde ausgehängt, zum Anderen verwende ich das Logo in meiner Speisekarte. Das Interesse der Gäste soll geweckt werden. Sie sollen wissen, dass die Produkte aus der nächsten Umgebung stammen.

Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit?

Marcel Meining: Das größte Highlight meiner Arbeit ist der Zusammenhalt aller Köche, die ich bis jetzt kennenlernen durfte. Let´s rock!

Christoph Hauser: „Die Küche ohne Reste etablieren“

Hausers Kochlust

Christoph Hauser von Hauser´s Kochlust findet in seinen Kochkursen gute Gelegenheiten, mit den Gästen über die nachhaltige und sozial verantwortungsvolle Küche zu plaudern. Er weiß: Nachhaltigkeit ist das Megathema einer guten Gastronomie – zurecht.
Im Interview erzählt er, warum bei diesem Megathema auch alte Methoden eine Rolle spielen und was ihm die Green Chefs auf seiner Suche nach dem „guten Lebensmittel“ bedeuten. 

Hausers Kochlust
Hausers Kochlust Christoph Hauser Portrait Foto: florianhammerich.com

Green Chefs: Wie bist du auf die Green Chefs aufmerksam geworden?

Christoph Hauser: Ich bin Mitbegründer der Slow Food Chef Alliance. Hier gibt es große Schnittmengen zu dem, was die Green Chefs tun und so würde ich gerne zukünftig eng zusammenarbeiten.

Green Chefs: Was hat dich dazu bewegt, Partner der Green Chefs zu werden?

Christoph Hauser: Nachhaltigkeit ist das Megathema einer guten Gastronomie. Wenn wir handwerklich und sauber arbeiten wollen, sollten wir eine “Küche ohne Reste” etablieren. Das ist überhaupt keine neue Idee, sondern eigentlich das, was wir als Köche, Profis und verantwortungsbewusste Gastgeber gelernt haben. An Omas Herd gab es einen Topf, in dem wurden die Tassen abgespült. Ohne Spülmittel, denn das Wasser mit den Essensresten bekamen die Schweine. Ich finde, wir sollten alle miteinander innovativ sein, aber dabei nicht vergessen, was früher schon funktioniert hat.

Green Chefs: Musstest du etwas verändern, um den Anforderungen der Green Chefs zu entsprechen?

Christoph Hauser: Veränderung ist unser täglich Brot. Wir sind auf einem Weg, um immer besser, sauberer und fairer zu arbeiten. Ich denke, mit Hausers Küchentisch – einem Konzept, an dem der große Tisch in der Küche steht, alle aus Terrinen essen und es keine Speisekarte gibt – sind wir schon ziemlich gut dabei. Zitat Christoph Hauser 1Aber gerade die Konzepte der anderen, guten Gastronomen interessieren mich natürlich sehr. Ich denke es geht darum, sich gut zu vernetzen, Best Practice Beispiele zu finden, Ideen zu adaptieren und gemeinsam daran zu arbeiten – damit wir die Frage “Was ist ein gutes Lebensmittel?” sauber definieren. Da können die Green Chefs vielleicht von Slow Food lernen und umgekehrt.

Green Chefs: Was bedeutet es dir, Partner der Green Chefs zu sein?

Christoph Hauser: Es tut gut zu wissen, dass man mit seinem Wahnsinn, der scheinbar nicht ökonomischen Arbeitsweise, den Grundsätzen und Ideen nicht allein ist.
Danke, dass es die Green Chefs gibt.

Green Chefs: Was erhoffst du dir von der Auszeichnung als Green Chefs Partner?

Christoph Hauser: Für mich ist das eher eine “Glaubensgemeinschaft” als das Sammeln von Labels. Ich denke nicht, dass die Auszeichnung allein einen Kundenzustrom erzeugt. Eher ist es doch so, dass unsere Kunden spüren, erfahren und schmecken, welche Philosophie wir vermitteln und leben wollen.

Green Chefs: Sind deiner Erfahrung nach Fairness und Verantwortung auch den Gästen wichtig?

Christoph Hauser: Absolut. Viele unserer Kunden legen im privaten Umfeld viel Wert auf Qualität und sind durchaus bereit, dafür einen fairen Preis zu zahlen. Gleichzeitig sind unsere Kunden von der “normalen Gastronomie” oft enttäuscht, weil Erwartungshaltung und Anspruch nicht mit dem Angebot zusammen passen.
Die Alternative ist einerseits klare, offene Kommunikation; mehr noch aber der alltägliche Beweis, dass es auch anders geht – im Miteinander im Team und durch einen Umgang auf Augenhöhe mit den Kunden.

Green Chefs: Auf welchen Wegen kommunizierst du, dass du Green Chefs Partner bist?

Zitat Christoph Hauser 2Christoph Hauser: Gerade in den Kochkursen ist viel Zeit, über die “Kochphilosophie” zu sprechen. Über Zutaten und Arbeitszeitregelungen.
Über die Integration von Flüchtlingen in die Gastronomie und über unsere bewusste Entscheidung gegen eine Speisekarte. Im Sinne der Saisonalität und Regionalität müssen wir unsere Gäste davon überzeugen, dass sie uns als Profis vertrauen können.

Green Chefs: Verrätst du uns ein Highlight deiner Arbeit, das typisch Green Chefs ist und von dem deine Kollegen lernen können?

Christoph Hauser: Wir sprechen miteinander, lachen, sind freiwillig da. Wir, das sind unsere Gäste und meine Mitarbeiter. Das zu vermitteln und offen zu sein für Kritik, gleichzeitig einen klaren Rahmen zu setzen und zu erklären, was möglich ist und was wir gar nicht anbieten wollen, das sind die Prinzipien. Kunden und Gäste wollen heutzutage gar nicht mehr alles selbst entscheiden. Dafür lassen Sie sich viel lieber verwöhnen.